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Politik · Klasse 11

Ideen für aktives Lernen

Entstehung des Grundgesetzes nach 1945

Die wehrhafte Demokratie ist ein abstrakter aber zentraler Begriff des Grundgesetzes, der oft nur theoretisch verstanden wird. Aktive Lernformen machen diese Prinzipien greifbar: durch Rollenspiele und Debatten erkennen Schülerinnen und Schüler, wie der Staat Freiheit und Sicherheit konkret ausbalanciert.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - Historische KontextualisierungKMK: Sekundarstufe II - Systemverständnis
20–90 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Planspiel90 Min. · Ganze Klasse

Planspiel: Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht

Schüler übernehmen die Rollen von Richtern, Vertretern der Bundesregierung und Verteidigern einer fiktiven Partei. Sie müssen anhand von Beweismaterial entscheiden, ob die Partei die freiheitliche demokratische Grundordnung aktiv-kämpferisch beeinträchtigt.

Analysieren Sie die historischen Umstände, die zur Verabschiedung des Grundgesetzes führten.

ModerationstippBereiten Sie für die Simulation des Verbotsverfahrens vorab fiktive Anträge und Urteilsbegründungen vor, damit die Schüler sich auf die rechtliche Argumentation konzentrieren können.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler auf einer Karteikarte drei historische Umstände nennen, die zur Verabschiedung des Grundgesetzes führten. Bitten Sie sie anschließend, einen Satz zu formulieren, der erklärt, wie das Grundgesetz aus diesen Umständen gelernt hat.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Debatte45 Min. · Kleingruppen

Debatte: Grundrechtseinschränkung für Verfassungsfeinde?

In einem formalen Debattenformat diskutieren die Schüler, ob Personen, die die Demokratie bekämpfen, bestimmte Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit verwirken sollten. Der Fokus liegt auf der präzisen Argumentation unter Rückbezug auf Artikel 18 des Grundgesetzes.

Erklären Sie, wie das Grundgesetz Lehren aus der Weimarer Republik zieht.

ModerationstippStrukturieren Sie die Debatte klar vor: Geben Sie den Schülern feste Rollen (z.B. Verfassungsrichter, Bürgerrechtler, Sicherheitsbehörde) und klare Debattierzeiten pro Position.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche Lehre aus der Weimarer Republik ist Ihrer Meinung nach im Grundgesetz am deutlichsten umgesetzt und warum?' Lassen Sie die Schüler ihre Antworten mit Verweisen auf konkrete Artikel oder Prinzipien des Grundgesetzes begründen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): Die Ewigkeitsklausel

Die Lernenden analysieren einzeln Artikel 79 Absatz 3 GG und überlegen, warum bestimmte Verfassungsprinzipien niemals geändert werden dürfen. Nach dem Austausch mit einem Partner präsentieren sie ihre Ergebnisse zur Bedeutung dieser Bestimmung für die Stabilität der Demokratie.

Bewerten Sie die Rolle der Alliierten bei der Gestaltung des Grundgesetzes.

ModerationstippAchten Sie beim Think-Pair-Share darauf, dass die Schüler zunächst individuell die Ewigkeitsklausel in eigenen Worten formulieren, bevor sie sich austauschen.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülern eine Liste mit Aussagen über die Rolle der Alliierten bei der Entstehung des Grundgesetzes. Bitten Sie sie, jede Aussage als 'zutreffend' oder 'nicht zutreffend' zu markieren und eine kurze Begründung für zwei ausgewählte Aussagen zu geben.

VerstehenAnwendenAnalysierenSelbstwahrnehmungBeziehungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Theoretische Ausführungen zur wehrhaften Demokratie führen oft zu Passivität. Erfahrungsgemäß gelingt das Thema besser, wenn Sie den historischen Bezug zur Weimarer Republik herstellen und die Schüler die Abwägungen selbst vornehmen lassen. Vermeiden Sie es, zu schnell Lösungen vorzugeben – die Spannung zwischen Freiheit und Sicherheit sollte im Unterricht erlebbar werden.

Erfolgreich ist die Einheit, wenn die Schülerinnen und Schüler nachvollziehen können, warum das Grundgesetz als wehrhaft gilt und welche Grenzen die Meinungsfreiheit hat. Sie sollen die Balance zwischen Schutz der Demokratie und individuellen Rechten argumentativ vertreten können.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der strukturierten Debatte 'Grundrechtseinschränkung für Verfassungsfeinde?' argumentieren einige Schüler, die Demokratie müsse jede Meinung aushalten.

    Greifen Sie in der Debatte ein konkretes Beispiel auf, z.B. die Frage, ob eine Partei, die die Menschenwürde leugnet, Schutz durch die Meinungsfreiheit genießen darf. Nutzen Sie dabei die vorbereiteten Rollenkarten, um die Abwägung zu verdeutlichen.

  • Während der Simulation 'Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht' nehmen einige an, das Gericht verbiete Parteien willkürlich.

    Weisen Sie in der Simulation explizit auf die hohen Hürden hin: Fordern Sie die Schüler auf, zu prüfen, ob die Partei die Grundordnung aktiv-kämpferisch angreift. Nutzen Sie die fiktiven Anträge, um diese Kriterien zu veranschaulichen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden