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Politik · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Jugend und politische Partizipation

Aktive Methoden passen besonders gut zu diesem Thema, weil Jugendliche politische Partizipation oft erst durch eigene Erfahrungen und Perspektivwechsel begreifen. Durch Diskussionen und Rollenspiele wird der abstrakte Begriff der Demokratie mit konkreten Handlungsmöglichkeiten verknüpft, was die Relevanz für den eigenen Alltag verdeutlicht.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - HandlungskompetenzKMK: Sekundarstufe I - Politische Urteilskompetenz
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Projektbasiertes Lernen45 Min. · Kleingruppen

Fischkasten-Diskussion: Gründe für Beteiligung

Teilen Sie die Klasse in Gruppen auf, jede mit einer Karte zu einem Grund für geringe oder hohe Partizipation. Jede Gruppe diskutiert 5 Minuten und fasst zusammen. Im Plenum stimmt die Klasse über Lösungen ab.

Analysieren Sie die Gründe für geringe oder hohe politische Beteiligung von Jugendlichen.

ModerationstippBei der Fischkasten-Diskussion sollten Sie als Lehrkraft gezielt zurückhaltend moderieren, damit die Schülerinnen und Schüler selbst in einen produktiven Diskurs kommen und Vorurteile direkt ansprechen können.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe eine Karte mit einem Szenario (z.B. 'Eine neue Schulordnung soll verabschiedet werden', 'Ein lokaler Park soll bebaut werden'). Die Gruppen sollen diskutieren: Welche 3 Partizipationsmöglichkeiten haben Jugendliche in diesem Fall? Welche davon ist am wirksamsten und warum?

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeitEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Jugendparlament

Schüler übernehmen Rollen in einem simulierten Jugendparlament, debattieren ein Thema wie Klimaschutz und fassen Beschlüsse. Nach 20 Minuten reflektieren sie Herausforderungen in der Reflexionsrunde.

Entwickeln Sie Strategien zur Förderung der politischen Partizipation junger Menschen.

ModerationstippBeim Rollenspiel zum Jugendparlament achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler klare Rollenbeschreibungen und ein reales Szenario erhalten, damit sie die Dynamik und Grenzen politischer Entscheidungsprozesse erleben.

Worauf zu achten istJeder Schüler erhält einen Zettel. Darauf soll er eine Strategie zur Förderung der politischen Partizipation von Jugendlichen formulieren, die er für besonders vielversprechend hält. Begründen Sie kurz, warum diese Strategie erfolgreich sein könnte.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Projektbasiertes Lernen35 Min. · Partnerarbeit

Strategie-Workshop: Förderungsideen

In Paaren entwickeln Schüler Strategien zur Partizipationsförderung, präsentieren sie und bewerten sie gegenseitig anhand von Kriterien wie Machbarkeit und Wirkung.

Beurteilen Sie die Bedeutung von Jugendparlamenten und Schülervertretungen.

ModerationstippIm Strategie-Workshop nutzen Sie die Ergebnisse der vorherigen Aktivitäten als Grundlage, damit die Schülerinnen und Schüler konkrete und alltagsnahe Ideen entwickeln können.

Worauf zu achten istStellen Sie folgende Frage an die Tafel: 'Nennen Sie zwei Gründe, warum Jugendliche sich politisch engagieren könnten, und zwei Gründe, warum sie es eher nicht tun.' Bitten Sie einige Schüler, ihre Antworten mündlich zu teilen und diskutieren Sie kurz die Bandbreite der Antworten.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeitEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Projektbasiertes Lernen40 Min. · Ganze Klasse

Umfrage-Auswertung: Eigene Beteiligung

Schüler erstellen anonyme Umfragen zur eigenen Partizipation, sammeln Daten und analysieren sie grafisch. Gemeinsam ziehen sie Schlüsse für die Klasse.

Analysieren Sie die Gründe für geringe oder hohe politische Beteiligung von Jugendlichen.

ModerationstippBei der Auswertung der Umfrage bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, nicht nur Zahlen zu nennen, sondern auch persönliche Gründe für ihre eigene Beteiligung oder Nichtbeteiligung zu benennen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe eine Karte mit einem Szenario (z.B. 'Eine neue Schulordnung soll verabschiedet werden', 'Ein lokaler Park soll bebaut werden'). Die Gruppen sollen diskutieren: Welche 3 Partizipationsmöglichkeiten haben Jugendliche in diesem Fall? Welche davon ist am wirksamsten und warum?

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeitEntscheidungsfähigkeit
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Vorlagen

Vorlagen, die zu diesen Politik-Aktivitäten passen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen hier auf handlungsorientierte Methoden, weil politische Teilhabe für Jugendliche oft erst durch eigenes Erleben greifbar wird. Vermeiden Sie Frontalunterricht zu diesem Thema, da er die Distanz zwischen Schule und politischer Realität nur vergrößert. Stattdessen helfen partizipative Formate, die Schülerinnen und Schüler aktiv einbinden und ihre Perspektiven ernst nehmen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich, wenn Schülerinnen und Schüler nicht nur Fakten nennen, sondern Zusammenhänge zwischen Motiven, Hindernissen und Handlungsstrategien herstellen. Sie sollen in der Lage sein, ihre eigenen Erfahrungen zu reflektieren und praktische Vorschläge für mehr Teilhabe zu entwickeln.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Fischkasten-Diskussion wird oft behauptet, 'Jugendliche seien von Natur aus apolitisch'.

    Nutzen Sie die Diskussion als Anlass, um gezielt nach informellen Engagements zu fragen, z.B. in Umweltgruppen oder sozialen Medien. Sammeln Sie konkrete Beispiele an der Tafel, um die Bandbreite politischer Beteiligung sichtbar zu machen.

  • Während des Rollenspiels zum Jugendparlament wird gesagt, 'Nur Wahlen zählen als Partizipation'.

    Lenken Sie die Aufmerksamkeit auf die Vielfalt der im Rollenspiel genutzten Methoden, z.B. Petitionen oder Proteste. Machen Sie die Schülerinnen und Schüler darauf aufmerksam, wie diese Formen der Beteiligung in der Praxis wirken.

  • Während des Strategie-Workshops wird geäußert, 'Jugendparlamente haben keinen Einfluss'.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, in Kleingruppen konkrete Beispiele zu recherchieren, in denen Jugendparlamente bereits Veränderungen bewirkt haben. Nutzen Sie diese als Gegenbeispiele, um die Wirksamkeit aufzuzeigen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden