Zum Inhalt springen
Politik · Klasse 10 · Europa: Integration und Herausforderungen · 2. Halbjahr

Institutionen der EU: Kommission und Parlament

Das Zusammenspiel von Europäischer Kommission und Europäischem Parlament im europäischen Mehrebenensystem.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - SystemkompetenzKMK: Sekundarstufe I - Fachwissen

Über dieses Thema

Die Institutionen der EU, Europäische Kommission und Europäisches Parlament, sind Kernstücke des Mehrebenensystems. Schüler der Klasse 10 verstehen die Kommission als exekutives Organ: Sie schlägt Gesetze vor, überwacht deren Umsetzung und vertritt die EU nach außen. Das Parlament, direkt von Bürgern gewählt, prüft Vorschläge, entscheidet mit und kontrolliert die Kommission. Dieses Zusammenspiel zeigt, wie supranationale und intergouvernementale Elemente koexistieren.

Die KMK-Standards zu Systemkompetenz und Fachwissen werden hier vertieft: Schüler erklären Aufgaben und Befugnisse, analysieren die Rolle des Parlaments und beurteilen das Demokratiedefizit, etwa durch schwache Haushaltsrechte oder fehlende Initiativkompetenz des Parlaments. Solche Analysen fördern kritisches Denken zu Europa.

Aktives Lernen passt hervorragend, weil abstrakte Machtverhältnisse durch Rollenspiele und Simulationen erfahrbar werden. Schüler erleben Entscheidungsprozesse hautnah, diskutieren Konflikte und argumentieren Positionen, was Fachwissen festigt und Motivation für politische Teilhabe weckt. (178 Wörter)

Leitfragen

  1. Erklären Sie die Aufgaben und Befugnisse der Europäischen Kommission.
  2. Analysieren Sie die Rolle des Europäischen Parlaments als direkt gewähltes Organ.
  3. Beurteilen Sie das Demokratiedefizit der EU im Hinblick auf diese Institutionen.

Lernziele

  • Erklären Sie die Kernfunktionen und die Gesetzgebungskompetenz der Europäischen Kommission.
  • Analysieren Sie die Kontroll- und Mitentscheidungsbefugnisse des Europäischen Parlaments im Gesetzgebungsprozess.
  • Vergleichen Sie die Rechenschaftspflicht der Europäischen Kommission gegenüber dem Parlament mit der direkten Legitimation des Parlaments durch die Bürger.
  • Bewerten Sie die Auswirkungen des institutionellen Gleichgewichts zwischen Kommission und Parlament auf die demokratische Legitimation der EU-Politik.

Bevor es losgeht

Grundlagen der repräsentativen Demokratie

Warum: Schüler müssen das Prinzip der Volkssouveränität und die Rolle gewählter Vertreter verstehen, um die Legitimation des Parlaments nachvollziehen zu können.

Aufbau und Arbeitsweise nationaler Parlamente

Warum: Ein Vergleich mit nationalen Parlamenten hilft, die Funktionen und Befugnisse des Europäischen Parlaments besser einzuordnen und zu verstehen.

Schlüsselvokabular

InitiativrechtDas ausschließliche Recht der Europäischen Kommission, Gesetzesvorschläge für die EU vorzulegen. Das Parlament hat dieses Recht nicht.
Mitentscheidungsverfahren (Ordentliches Gesetzgebungsverfahren)Das wichtigste Gesetzgebungsverfahren, bei dem das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union gleichberechtigt sind und Gesetze gemeinsam beschließen.
HaushaltsrechtDie Befugnis, über den EU-Haushalt zu entscheiden. Das Parlament hat hierbei eine wichtige Kontroll- und Mitspracherechte.
AufsichtsbefugnisDie Macht des Europäischen Parlaments, die Arbeit der Europäischen Kommission zu überwachen, z. B. durch Anfragen, Untersuchungsausschüsse oder die Entlastung für die Haushaltsführung.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDie Kommission ist wie eine nationale Regierung und entscheidet allein.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Die Kommission initiiert, braucht aber Zustimmung von Parlament und Rat. Rollenspiele zeigen dieses Zusammenspiel, Schüler erleben Vetorechte und korrigieren so ihr Bild durch praktische Aushandlung.

Häufige FehlvorstellungDas EU-Parlament hat keine echte Macht, da es nur berät.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Es co-decidiert in vielen Bereichen und kontrolliert die Kommission. Debatten helfen, da Schüler Abgeordnetenrollen übernehmen, Gesetze ändern und die Mitwirkung spüren.

Häufige FehlvorstellungDas Demokratiedefizit betrifft nur das Parlament, nicht die Kommission.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Beide Institutionen tragen dazu bei, z. B. durch fehlende Bürgernähe. Stationslernen klärt Rollen, Gruppendiskussionen fördern nuancierte Beurteilung.

Ideen für aktives Lernen

Alle Aktivitäten ansehen

Bezüge zur Lebenswelt

  • Ein Bürger, der sich über neue Datenschutzregeln (DSGVO) informiert, erlebt die Ergebnisse des Zusammenspiels von Kommission (Gesetzesvorschlag) und Parlament (Zustimmung) direkt. Die Umsetzung wird dann von der Kommission überwacht.
  • Ein deutscher Abgeordneter im Europäischen Parlament in Straßburg oder Brüssel übt die Aufsichtsbefugnisse aus, indem er an Plenardebatten teilnimmt, Anfragen an die Kommission richtet oder in Ausschüssen Gesetzesentwürfe prüft.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Geben Sie jedem Schüler eine Karte mit einer der beiden Institutionen (Kommission oder Parlament). Bitten Sie die Schüler, eine Kernaufgabe dieser Institution zu benennen und eine Frage zu formulieren, die sie dem jeweils anderen Organ stellen würden, um dessen Arbeit zu hinterfragen.

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für die demokratische Legitimation der EU, wenn man die Rollen von Kommission und Parlament betrachtet?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen diskutieren und anschließend die wichtigsten Diskussionspunkte im Plenum vorstellen.

Kurze Überprüfung

Zeigen Sie auf einer Folie zwei kurze Szenarien: 1. Die Kommission schlägt eine neue Umweltrichtlinie vor. 2. Das Parlament setzt eine Untersuchungskommission ein. Bitten Sie die Schüler, für jedes Szenario die beteiligte(n) Institution(en) zu identifizieren und deren Hauptrolle kurz zu beschreiben.

Häufig gestellte Fragen

Was sind die Aufgaben der Europäischen Kommission?
Die Kommission schlägt EU-Gesetze vor, setzt sie um, überwacht Mitgliedstaaten und verhandelt international. Sie agiert unabhängig im EU-Interesse. Schüler lernen dies durch Recherche und Simulationen, die den Alltagsablauf verdeutlichen und Systemverständnis stärken. (62 Wörter)
Wie wirkt das Europäische Parlament im EU-System?
Als direkt gewähltes Organ prüft es Kommissionsvorschläge, entscheidet mit und kontrolliert die Exekutive. Es stärkt Demokratie, hat aber Grenzen. Aktive Methoden wie Debatten machen diese Rolle greifbar und fördern Argumentationsfähigkeiten. (58 Wörter)
Wie kann aktives Lernen das Verständnis von EU-Institutionen verbessern?
Rollenspiele und Simulationen lassen Schüler Kommissions- und Parlamentsrollen übernehmen, Prozesse erleben und Machtdynamiken diskutieren. Solche Ansätze machen Abstraktes konkret, steigern Engagement und festigen Systemkompetenz nach KMK-Standards. Gruppendebatten korrigieren Missverständnisse direkt. (64 Wörter)
Was ist das Demokratiedefizit der EU bei Kommission und Parlament?
Es entsteht durch begrenzte Parlamentsbefugnisse, indirekte Kommissionslegitimation und mangelnde Bürgerbeteiligung. Schüler beurteilen dies kritisch, z. B. via Pro/Contra-Listen. Praktische Übungen wie Verhandlungen zeigen Verbesserungspotenziale auf. (59 Wörter)

Planungsvorlagen für Politik