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Philosophie · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Wissen und Macht: Foucault

Aktive Lernformen eignen sich besonders für dieses Thema, weil Foucaults Konzept von Wissen als machtgebunden und diskursiv nur durch eigene Beobachtung und Analyse greifbar wird. Die Schülerinnen und Schüler sollen nicht nur Begriffe kennenlernen, sondern Machtmechanismen selbst identifizieren und hinterfragen können.

KMK BildungsstandardsKMK EPA Philosophie, Problembereich: ErkenntnistheorieNRW Kernlehrplan Philosophie Sek II, Inhaltsfeld 6: Geltungsansprüche der Wissenschaften
15–30 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Fishbowl-Diskussion20 Min. · Partnerarbeit

Fishbowl-Diskussion: Machtdiskurse

Schüler analysieren einen Auszug aus Foucault und identifizieren Diskurse in aktuellen Medien. Sie diskutieren in Paaren, wie Wissen Macht erzeugt. Abschließend teilen sie Erkenntnisse mit der Klasse.

Analysiere Foucaults These, dass Wissen und Macht untrennbar miteinander verbunden sind.

ModerationstippLegen Sie bei der Diskussion: Machtdiskurse klare Regeln fest, damit alle Positionen gleichberechtigt gehört werden und Schüler gezielt nachfragen, wer von welchem Wissen profitiert.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe einen kurzen Textauszug zu einem aktuellen Thema (z.B. Klimawandel, Digitalisierung). Die Aufgabe lautet: 'Identifiziert, welche Aussagen als 'Wissen' gelten und wer von diesem 'Wissen' profitiert. Diskutiert, wie Machtverhältnisse durch die Art der Wissensvermittlung stabilisiert werden.'

AnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Quellenrätsel30 Min. · Kleingruppen

Gruppenarbeit: Diskurskonstruktion

Gruppen konstruieren einen eigenen Diskurs zu einem Thema wie Schule und prüfen seine Machtwirkungen. Sie präsentieren und lassen sich von anderen bewerten. Dies vertieft Foucaults Konzepte.

Erkläre, wie Diskurse Realität konstruieren und Machtverhältnisse stabilisieren.

ModerationstippBei der Gruppenarbeit: Diskurskonstruktion geben Sie jeder Gruppe einen anderen Kontext (z.B. Medizin, Recht, Bildung), damit die Ergebnisse später verglichen werden können.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler auf einer Karteikarte eine konkrete Situation aus ihrem Schulalltag beschreiben, in der sie eine Verknüpfung von Wissen und Macht beobachten. Sie sollen kurz erläutern, welches Wissen hier im Spiel ist und welche Macht dadurch ausgeübt wird.

AnalysierenBewertenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Quellenrätsel15 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Reflexion: Objektivität

Jeder Schüler schreibt eine kurze Position zu Foucaults Kritik an objektivem Wissen. Im Plenum werden ausgewählte Texte besprochen.

Beurteile die Implikationen dieser Theorie für die Objektivität von Wissen.

ModerationstippBeim Rollenspiel: Institutionelle Macht schaffen Sie eine klare Rollenverteilung, aber lassen Sie Raum für spontane Machtverschiebungen, um die Dynamik sichtbar zu machen.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülern die Frage: 'Nennen Sie ein Beispiel für einen Diskurs, der die Objektivität von Wissen in Frage stellt. Erklären Sie kurz, warum dieser Diskurs die Objektivität beeinträchtigt.'

AnalysierenBewertenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Rollenspiel25 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Institutionelle Macht

Schüler simulieren eine Institution wie ein Gericht und zeigen, wie Diskurse Urteile lenken. Reflexion folgt.

Analysiere Foucaults These, dass Wissen und Macht untrennbar miteinander verbunden sind.

ModerationstippBei der individuellen Reflexion: Objektivität verteilen Sie Zitate von Foucault, die direkt auf Alltagssituationen bezogen sind, um die Verbindung zur Lebenswelt herzustellen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe einen kurzen Textauszug zu einem aktuellen Thema (z.B. Klimawandel, Digitalisierung). Die Aufgabe lautet: 'Identifiziert, welche Aussagen als 'Wissen' gelten und wer von diesem 'Wissen' profitiert. Diskutiert, wie Machtverhältnisse durch die Art der Wissensvermittlung stabilisiert werden.'

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Thema sollte nicht nur theoretisch behandelt, sondern durch konkrete Beispiele aus dem Unterrichtsalltag der Schüler erschlossen werden. Vermeiden Sie eine rein abstrakte Darstellung Foucaults – stattdessen immer wieder den Bogen zu scheinbar neutralen Regeln, Bewertungen oder Klassifikationen im Schulkontext schlagen. Erfahrungen zeigen, dass Schüler besonders dann engagiert mitarbeiten, wenn sie selbst Machtmechanismen in ihrem Umfeld entdecken.

Am Ende der Einheit können die Schülerinnen und Schüler Machtstrukturen in Diskursen erkennen und kritisch reflektieren. Sie analysieren Alltagssituationen aus neuen Perspektiven und begründen, warum Wissen nie neutral, sondern immer durch Machtverhältnisse geprägt ist. Erfolg zeigt sich in der Fähigkeit, konkrete Beispiele mit Foucaults Theorie zu verknüpfen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Diskussion: Machtdiskurse hören einige Schüler, dass Foucault alles Wissen als Lüge bezeichnet.

    Greifen Sie während der Diskussion direkt ein und fragen Sie: 'Welche Beispiele aus dem Text zeigen, dass Foucault Wissen nicht als falsch, sondern als machtgebunden beschreibt? Zeigen Sie auf, wo der Autor von historisch kontingenter Realität spricht.'

  • Während der Gruppenarbeit: Diskurskonstruktion glauben einige, Diskurse seien nur sprachliche Äußerungen ohne Wirkung.

    Fordern Sie die Gruppen auf, im Material nach institutionellen Praktiken oder Regeln zu suchen, die aus dem Diskurs folgen, und diese konkret zu benennen (z.B. 'Unser Text sagt, dass Frauen weniger an der Tafel stehen dürfen – das ist eine Regel, keine Aussage').

  • Während des Rollenspiels: Institutionelle Macht nehmen einige an, Macht sei immer unterdrückend.

    Lenken Sie die Aufmerksamkeit auf produktive Macht: Fragen Sie: 'Welche neuen Verhaltensweisen oder Identitäten wurden durch die Rollen im Spiel hervorgebracht? Wo sehen wir, dass Macht auch ermöglicht?'


In dieser Übersicht verwendete Methoden