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Philosophie · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Neurobiologie und das Bewusstsein

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil die Schülerinnen und Schüler komplexe Konzepte wie Emergenz und Supervenienz besser begreifen, wenn sie sie selbst anwenden und diskutieren können. Durch Rollenspiele und Debatten wird der abstrakte Stoff greifbar und die kritische Auseinandersetzung mit neurobiologischen Befunden gefördert.

KMK BildungsstandardsNRW Kernlehrplan Philosophie Sek II, Inhaltsfeld 3: Das Leib-Seele-Problem unter Berücksichtigung der NeurowissenschaftenKMK EPA Philosophie, Problembereich: Philosophische Anthropologie
15–30 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Fishbowl-Diskussion20 Min. · Partnerarbeit

Fishbowl-Diskussion: Leib-Seele-Problem

Paare analysieren ein Libet-Experiment und diskutieren, ob es die Willensfreiheit widerlegt. Sie notieren Pro- und Contra-Argumente. Abschließend teilen sie Ergebnisse im Plenum.

Analysiere, inwiefern neurowissenschaftliche Befunde das Leib-Seele-Problem beeinflussen.

ModerationstippStellen Sie während des Rollenspiels 'Emergenz vs. Reduktionismus' gezielt provokante Thesen vor, um die Argumentation der Schülerinnen und Schüler zu vertiefen.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülerinnen und Schülern folgende Frage: 'Wenn das Libet-Experiment zeigt, dass Gehirnaktivität einer Handlung vorausgeht, bevor wir uns bewusst entscheiden, diese auszuführen, was bedeutet das für unsere Vorstellung von freiem Willen?' Fordern Sie sie auf, mindestens zwei verschiedene Interpretationsmöglichkeiten zu diskutieren.

AnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Rollenspiel30 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Emergenz vs. Reduktionismus

In kleinen Gruppen verkörpern Schülerinnen und Schüler Neurologen, Philosophen und Dualisten in einer Debatte. Jede Position wird mit Belegen untermauert. Die Klasse bewertet die stärksten Argumente.

Erkläre die Konzepte der Emergenz und Supervenienz im Kontext des Bewusstseins.

ModerationstippLassen Sie die Analyse des Supervenienz-Modells in Kleingruppen durchführen, aber fordern Sie eine gemeinsame Definition im Plenum, um Missverständnisse auszuräumen.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schülerinnen und Schüler, auf einer Karte eine der beiden Kernbegriffe (Emergenz oder Supervenienz) zu wählen und in eigenen Worten zu erklären, wie dieser Begriff das Verhältnis von Gehirn und Bewusstsein beschreiben könnte. Geben Sie ein kurzes Beispiel.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Fallstudienanalyse15 Min. · Einzelarbeit

Fallstudienanalyse: Supervenienz-Modell

Individuell zeichnen Schülerinnen und Schüler ein Diagramm zur Supervenienz des Geistes auf dem Gehirn. Sie ergänzen Beispiele und diskutieren in Kleingruppen Abweichungen.

Beurteile die Aussage, dass der Geist nur ein Produkt des Gehirns ist.

ModerationstippBeobachten Sie bei der Plenum-Debatte 'Geist als Gehirnprodukt' genau, ob die Lernenden empirische Daten von philosophischen Argumenten trennen können, und greifen Sie bei Bedarf ein.

Worauf zu achten istErstellen Sie eine Tabelle mit zwei Spalten: 'Argument für Reduktionismus' und 'Argument gegen Reduktionismus'. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler jeweils zwei Stichpunkte eintragen, die ihre Einschätzung der These 'Geist ist nur ein Produkt des Gehirns' stützen oder widerlegen.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 04

Debatte25 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Geist als Gehirnprodukt

Die ganze Klasse debattiert die zentrale These. Moderatoren wechseln sich ab, Zuhörer notieren und stimmen ab.

Analysiere, inwiefern neurowissenschaftliche Befunde das Leib-Seele-Problem beeinflussen.

ModerationstippNutzen Sie die Diskussion zum Leib-Seele-Problem, um gezielt die Unterschiede zwischen Korrelation und Kausalität herauszuarbeiten.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülerinnen und Schülern folgende Frage: 'Wenn das Libet-Experiment zeigt, dass Gehirnaktivität einer Handlung vorausgeht, bevor wir uns bewusst entscheiden, diese auszuführen, was bedeutet das für unsere Vorstellung von freiem Willen?' Fordern Sie sie auf, mindestens zwei verschiedene Interpretationsmöglichkeiten zu diskutieren.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Unterrichten Sie dieses Thema handlungsorientiert und verknüpfen Sie wissenschaftliche Daten mit philosophischen Fragestellungen. Vermeiden Sie es, die Debatte auf eine rein naturwissenschaftliche oder rein philosophische Perspektive zu reduzieren. Nutzen Sie aktuelle Studien wie die Libet-Experimente, um zu zeigen, wie empirische Befunde philosophische Diskussionen anregen. Achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler verstehen, dass neurobiologische Daten zwar Korrelationen zeigen, aber keine vollständigen Erklärungen für Bewusstsein liefern.

Am Ende können die Lernenden die Grundfragen des Leib-Seele-Problems benennen, die Konzepte Emergenz und Supervenienz an Beispielen erläutern und die These vom Geist als Gehirnprodukt differenziert beurteilen. Sie erkennen die Grenzen empirischer Daten für philosophische Fragestellungen und können wissenschaftliche mit philosophischen Perspektiven verknüpfen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Diskussion zum Leib-Seele-Problem hören Sie häufig die Aussage: 'Neurobiologie löst das Leib-Seele-Problem vollständig.'

    Nutzen Sie die Diskussion, um die Grenzen neurobiologischer Erklärungen aufzuzeigen: Zeigen Sie auf, dass Emergenz und Supervenienz Abhängigkeiten beschreiben, aber nicht erklären, wie subjektive Erfahrung entsteht (Hard Problem). Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, konkrete Beispiele für die 'Erklärungslücke' zu nennen.

  • Während der Analyse des Supervenienz-Modells kommt die Aussage: 'Bewusstsein ist identisch mit Gehirnaktivität.'

    Lenken Sie die Aufmerksamkeit auf die Arbeitsdefinition des Supervenienz-Modells im Material: Betonen Sie, dass Bewusstsein zwar auf Gehirnprozessen superveniert, aber nicht darauf reduzierbar ist. Verweisen Sie auf die Qualia-Problematik und fordern Sie die Lernenden auf, eigene Beispiele für nicht-reduzierbare Eigenschaften zu finden.

  • Während des Rollenspiels 'Emergenz vs. Reduktionismus' wird behauptet: 'Libet-Experimente beweisen fehlende Willensfreiheit.'

    Verwenden Sie die Ergebnisse des Rollenspiels, um die Aussage zu relativieren: Erinnern Sie an die unterschiedlichen Positionen der Rollenspieler und fragen Sie nach Alternativinterpretationen der Libet-Daten. Betonen Sie, dass die Experimente unbewusste Vorbereitungen zeigen, aber keine Freiheit in der Handlungsentscheidung widerlegen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden