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Philosophie · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Freiheit und Determination: Existenzialistische Freiheit

Aktive Lernformen eignen sich besonders für dieses Thema, weil Sartres Konzept der ‚Verdammnis zur Freiheit‘ existenzielle Betroffenheit auslöst. Schüler müssen Freiheit nicht nur theoretisch verstehen, sondern in Entscheidungen und Rollen emotional erleben, um die Tragweite zu begreifen.

KMK BildungsstandardsNRW Kernlehrplan Philosophie Sek II, Inhaltsfeld 3: Der Mensch als freies und selbstbestimmtes WesenKMK EPA Philosophie, Problembereich: Philosophische Anthropologie
30–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Debatte45 Min. · Kleingruppen

Debatte: Freiheit vs. Determination

Teilen Sie die Klasse in zwei Gruppen: Pro-Existenzialismus und Contra. Jede Gruppe bereitet Argumente vor, z. B. zu Sartres Verdammnis. Nach 10 Minuten Präsentation folgt eine offene Diskussion mit Moderator. Schüler notieren Gegenargumente.

Differentiere zwischen Willensfreiheit und Handlungsfreiheit.

ModerationstippLeiten Sie die Debatte 'Freiheit vs. Determination' mit einer klaren Struktur ein, indem Sie zunächst Sartres These vorstellen und dann deterministische Gegenargumente sammeln.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wenn der Mensch zur Freiheit verdammt ist, was bedeutet das für die Schuldfrage bei einer Straftat?' Lassen Sie die Schüler Argumente für und gegen eine vollständige individuelle Verantwortung austauschen, basierend auf Sartres Ideen und möglichen deterministischen Einflüssen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel30 Min. · Partnerarbeit

Rollenspiel: Entscheidungsszenarien

Schüler erhalten Karten mit existentiellem Dilemma, z. B. Berufswahl trotz familiärem Druck. In Paaren spielen sie Szenarien nach, begründen Entscheidungen sartresch und reflektieren Verantwortung. Abschließende Plenumrunde.

Erkläre Sartres Konzept der 'Verdammnis zur Freiheit'.

ModerationstippIm Rollenspiel zu Entscheidungsszenarien geben Sie den Schülern konkrete Rollenkarten mit Dilemmata und begrenzen die Entscheidungszeit, um den Druck der Freiheit zu simulieren.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, eine kurze schriftliche Antwort auf die Frage zu geben: 'Welche zwei konkreten Konsequenzen hat die Erkenntnis, dass Sie für jede Ihrer Entscheidungen absolut verantwortlich sind?'

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Fishbowl-Diskussion40 Min. · Ganze Klasse

Fishbowl-Diskussion: Last der Freiheit

Innere Gruppe (5-6 Schüler) diskutiert die Bürde absoluter Freiheit anhand von Sartre-Zitaten. Äußere beobachten, notieren und rotieren nach 10 Minuten. Jeder äußert eine Erkenntnis.

Beurteile die Last der absoluten Freiheit und Verantwortung.

ModerationstippFühren Sie die Fishbowl-Diskussion ein, indem Sie zwei Schüler als Kernteilnehmer benennen und die anderen als Beobachter instruieren, deren Notizen später für die Reflexion genutzt werden.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülern drei kurze Szenarien (z.B. eine berufliche Entscheidung, eine moralische Dilemma-Situation, eine persönliche Beziehungstat). Bitten Sie sie, für jedes Szenario kurz zu notieren, ob hier primär Willensfreiheit oder Handlungsfreiheit im Vordergrund steht und warum.

AnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 04

Sokratisches Seminar35 Min. · Kleingruppen

Konzeptkarte: Willens- vs. Handlungsfreiheit

Individuell zeichnen Schüler Karten mit Definitionen, Beispielen und Gegenüberstellungen. In Kleingruppen vergleichen und erweitern sie gegenseitig. Gemeinsame Präsentation der Karten.

Differentiere zwischen Willensfreiheit und Handlungsfreiheit.

ModerationstippFordern Sie bei der Konzeptkarte zu Willens- vs. Handlungsfreiheit eine visuelle Trennung der Begriffe und die Angabe je eines Sartre-Zitats als Beispiel.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wenn der Mensch zur Freiheit verdammt ist, was bedeutet das für die Schuldfrage bei einer Straftat?' Lassen Sie die Schüler Argumente für und gegen eine vollständige individuelle Verantwortung austauschen, basierend auf Sartres Ideen und möglichen deterministischen Einflüssen.

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte betonen, dass Sartres Freiheit erst durch Kontrastierung greifbar wird – etwa durch Determinismus-Vergleiche. Vermeiden Sie reine Theorievermittlung, da die emotionale Auseinandersetzung zentral ist. Nutzen Sie Alltagsbeispiele, um die Abstraktion zu überwinden, und achten Sie darauf, dass Schüler die ‚Last der Freiheit‘ nicht nur intellektuell, sondern auch existenziell reflektieren.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schüler Sartres Freiheit nicht nur definieren, sondern in Debatten und Rollenspielen als Verantwortungslast reflektieren. Sie unterscheiden klar zwischen Willens- und Handlungsfreiheit und beurteilen die ethischen Konsequenzen dieser Freiheit.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Rollenspiels zu Entscheidungsszenarien könnte geäußert werden: 'Freiheit bedeutet totale Beliebigkeit ohne Konsequenzen.'

    Nach dem Rollenspiel fragen Sie die Schüler, welche Rolle die Verantwortung für ihre simulierten Entscheidungen gespielt hat. Lassen Sie sie konkret benennen, wie ihre Wahl ihr ‚Selbst‘ in der Rolle verändert hat und Peer-Feedback einholen.

  • Im Rahmen der Debatte 'Freiheit vs. Determination' könnte geäußert werden: 'Sartre leugnet alle Formen von Determination.'

    Nutzen Sie die Debatte, um deterministische Argumente gezielt zu sammeln und dann mit Sartres Begriff der ‚Faktizität‘ zu kontrastieren. Fordern Sie Schüler auf, Beispiele aus der Debatte zu nennen, in denen Faktizität die Freiheit einschränkt, ohne sie aufzuheben.

  • In der Fishbowl-Diskussion zur Last der Freiheit könnte die Aussage fallen: 'Die Verdammnis zur Freiheit ist eine positive Erlösung.'

    Beobachter in der Fishbowl-Diskussion notieren emotionale Reaktionen der Kernteilnehmer und stellen diese im Anschluss zur Diskussion. Fragen Sie gezielt nach, ob die Freiheit als Befreiung oder als Bürde erlebt wird und lassen Sie die Gruppe die Ambivalenz herausarbeiten.


In dieser Übersicht verwendete Methoden