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Philosophie · Klasse 11

Ideen für aktives Lernen

Existenzialismus: Freiheit und Verantwortung bei Sartre

Aktives Lernen eignet sich besonders für Sartres Existenzialismus, weil die Themen Freiheit und Verantwortung durch eigene Erfahrung greifbar werden. Schülerinnen und Schüler begreifen radikale Freiheit und deren Konsequenzen erst, wenn sie in konkreten Situationen handeln und reflektieren. Die Abstraktion der Philosophie wird so durch Handlung und Dialog lebendig.

KMK BildungsstandardsReflexion anthropologischer GrundfragenEthisch-praktische Urteilsbildung
25–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Sokratisches Seminar30 Min. · Partnerarbeit

Paardiskussion: Sartre-Zitate deuten

Teilen Sie Sartre-Zitate wie ‚Die Existenz geht der Essenz voraus‘ aus. Paare diskutieren 10 Minuten die Bedeutung für Freiheit und Verantwortung, notieren Argumente. Im Plenum teilen Paare Erkenntnisse.

Erklären Sie Sartres These 'Die Existenz geht der Essenz voraus' und ihre Bedeutung für die menschliche Freiheit.

ModerationstippBei der Paardiskussion zu Sartre-Zitaten achten Sie darauf, dass die Schüler nicht nur zitieren, sondern die Zitate mit eigenen Worten umschreiben und auf heutige Situationen beziehen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wenn die Existenz der Essenz vorausgeht, wie können wir dann noch von Schuld oder Verantwortung sprechen, wenn es keine vorgegebene Moral gibt?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen diskutieren und ihre Argumente anschließend im Plenum vorstellen.

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel45 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Entscheidung unter Angst

Gruppen erhalten Szenarien mit moralischen Dilemmata, z. B. eine Lüge zur Rettung eines Freundes. Schüler verkörpern Rollen, treffen Entscheidungen und reflektieren Sartres Freiheitskonzept danach gemeinsam.

Analysieren Sie das Konzept der 'Angst' und 'Verlassenheit' im Existenzialismus.

ModerationstippIm Rollenspiel ‚Entscheidung unter Angst‘ geben Sie den Schülerinnen und Schülern gezielte Impulse, um die Angst als Antrieb für Verantwortung erlebbar zu machen.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, auf einer Karte eine Situation aus ihrem eigenen Leben zu beschreiben, in der sie sich frei gefühlt haben. Anschließend sollen sie eine Zeile hinzufügen, die erklärt, welche Verantwortung sie aus dieser Freiheit ableiteten.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Debatte50 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Freiheit vs. Determinismus

Teilen Sie die Klasse in zwei Gruppen: Für und gegen absolute Freiheit. Jede Gruppe bereitet 5-Minuten-Argumente vor, moderiert durch den Lehrer. Abschließende Reflexion zu moralischen Implikationen.

Beurteilen Sie, welche moralischen Implikationen aus der Annahme einer absoluten Freiheit resultieren.

ModerationstippIn der Debattenrunde zu Freiheit vs. Determinismus strukturieren Sie die Argumente der Schüler nach Pro und Contra, um klare Konturen in der Diskussion zu schaffen.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülern drei kurze Zitate von Sartre (oder fiktive Zitate im Stil Sartres). Bitten Sie sie, zu jedem Zitat kurz zu notieren, ob es die Idee der 'radikalen Freiheit', der 'Angst' oder der 'Verantwortung' thematisiert und warum.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Sokratisches Seminar25 Min. · Einzelarbeit

Tagebuchreflexion: Eigene Verantwortung

Schüler schreiben individuell über eine persönliche Entscheidung unter Berücksichtigung von Sartre. Danach teilen sie in kleinen Gruppen aus und vergleichen Implikationen.

Erklären Sie Sartres These 'Die Existenz geht der Essenz voraus' und ihre Bedeutung für die menschliche Freiheit.

ModerationstippBei der Tagebuchreflexion ‚Eigene Verantwortung‘ fordern Sie die Schüler auf, konkrete Beispiele zu nennen und die Verantwortung nicht abstrakt zu beschreiben.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wenn die Existenz der Essenz vorausgeht, wie können wir dann noch von Schuld oder Verantwortung sprechen, wenn es keine vorgegebene Moral gibt?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen diskutieren und ihre Argumente anschließend im Plenum vorstellen.

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte wissen, dass Sartres Existenzialismus bei Schülerinnen und Schülern oft zunächst auf Skepsis oder Unverständnis stößt, weil die radikale Freiheit als bedrohlich wahrgenommen wird. Erfolgreich ist der Ansatz, die Themen schrittweise durch Alltagsbeispiele zu erschließen. Vermeiden Sie es, die Philosophie zu sehr zu vereinfachen, sondern lassen Sie die Schüler selbst die Spannung zwischen Freiheit und Verantwortung entdecken. Forschung zeigt, dass emotionale Involvierung – etwa durch Rollenspiele – das Verständnis vertieft und die Reflexionsfähigkeit stärkt.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler Sartres Kernideen nicht nur wiedergeben, sondern in Diskussionen, Rollenspielen und Reflexionen anwenden können. Sie erkennen die Verbindung zwischen Freiheit und Verantwortung und übertragen diese auf eigene Lebenssituationen. Die Fähigkeit, eigene Entscheidungen und die anderer zu hinterfragen, wird sichtbar.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Paardiskussion zu Sartre-Zitaten hören Sie möglicherweise den Einwand: 'Freiheit bedeutet, dass man tun kann, was man will, ohne Konsequenzen'.

    Leiten Sie die Schüler an, in der Diskussion zu erkennen, dass Sartre betont, wie jede Wahl die eigene Essenz formt und Auswirkungen auf andere hat. Nutzen Sie ein konkretes Zitat wie 'Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt', um zu zeigen, dass Freiheit immer Verantwortung mit sich bringt.

  • In der Debattenrunde zu Freiheit vs. Determinismus könnte ein Schüler behaupten: 'Existenzialismus führt zu Egoismus, weil Gott fehlt'.

    Nutzen Sie die Debatte, um Sartres Humanismus zu betonen: Freiheit verpflichtet zur Verantwortung für alle Menschen. Fragen Sie die Schüler, wie ihre Entscheidungen andere beeinflussen, und lassen Sie sie Beispiele aus ihrem Umfeld nennen.

  • Während des Rollenspiels ‚Entscheidung unter Angst‘ könnte ein Schüler sagen: 'Angst ist einfach Schwäche, keine philosophische Kategorie'.

    Verweisen Sie auf Sartres Idee der 'Verlassenheit' und zeigen Sie, wie Angst die Freiheitserkenntnis signalisiert. Bitten Sie die Schüler, im Rollenspiel zu beschreiben, wie ihre Figur mit dieser Angst umgeht und welche Verantwortung daraus entsteht.


In dieser Übersicht verwendete Methoden