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Naturwissenschaften · Klasse 2 · Tiere in unserer Nachbarschaft · 2. Halbjahr

Überwinterungsstrategien der Tiere

Vergleich von Winterschlaf, Winterruhe und Winterstarre bei lokalen Tierarten.

KMK BildungsstandardsKMK: Grundschule - Natur und LebenKMK: Grundschule - Bewertung

Über dieses Thema

Wie überleben Tiere den kalten deutschen Winter, wenn es kaum Nahrung gibt? In der zweiten Klasse differenzieren die Schüler zwischen Winterschlaf (Igel), Winterruhe (Eichhörnchen) und Winterstarre (Frosch). Sie lernen die biologischen Anpassungen wie das Absenken der Körpertemperatur oder das Anlegen von Vorräten kennen. Dies entspricht den KMK-Standards im Bereich Natur und Leben und fördert die Bewertungskompetenz in Bezug auf Tierschutz.

Die Kinder untersuchen auch die Strategien von Vögeln (Zugvögel vs. Standvögel). Das Thema bietet eine hervorragende Gelegenheit, Empathie für Wildtiere zu entwickeln und praktisches Handeln, wie die richtige Winterfütterung, zu besprechen. Es verknüpft biologisches Wissen mit jahreszeitlichen Rhythmen.

Schüler verstehen die Unterschiede dieser Strategien besonders gut, wenn sie in Rollenspielen oder Simulationen die körperlichen Zustände und Verhaltensweisen der Tiere nachempfinden.

Leitfragen

  1. Welche Tiere schlafen im Winter und welche nicht?
  2. Warum schlafen manche Tiere im Winter?
  3. Erkläre, wie ein Igel den Winter überlebt.

Lernziele

  • Vergleichen Sie die Überwinterungsstrategien Winterschlaf, Winterruhe und Winterstarre bei heimischen Tierarten.
  • Erklären Sie die physiologischen Anpassungen (z. B. Körpertemperatur, Stoffwechsel), die Tiere für die jeweilige Überwinterungsstrategie benötigen.
  • Identifizieren Sie mindestens drei heimische Tierarten und ordnen Sie sie einer spezifischen Überwinterungsstrategie zu.
  • Beschreiben Sie die Rolle von Nahrungsvorräten und Energieeinsparung für das Überleben von Tieren im Winter.

Bevor es losgeht

Jahreszeiten und ihre Merkmale

Warum: Grundkenntnisse über die Veränderungen der Natur im Winter (Kälte, Schnee, weniger Pflanzenwachstum) sind notwendig, um die Notwendigkeit von Überwinterungsstrategien zu verstehen.

Grundlegende Tierbedürfnisse (Nahrung, Schutz)

Warum: Schüler müssen wissen, dass Tiere Nahrung und Schutz zum Überleben brauchen, um die Herausforderungen des Winters nachvollziehen zu können.

Schlüsselvokabular

WinterschlafEin tiefer Schlafzustand bei Tieren, bei dem Körpertemperatur, Herzschlag und Atmung stark reduziert sind, um Energie zu sparen. Beispiele sind Igel und Fledermäuse.
WinterruheEin Zustand reduzierter Aktivität im Winter, bei dem Tiere zwar schlafen, aber ihre Körpertemperatur nicht so stark absenken und bei Bedarf aufwachen können. Beispiele sind Eichhörnchen und Bären.
WinterstarreEin Zustand, bei dem wechselwarme Tiere wie Frösche oder Insekten ihre Körpertemperatur an die Umgebung anpassen und fast bewegungslos werden. Sie sind dann kaum zu wecken.
StoffwechselDie Gesamtheit der chemischen Prozesse im Körper eines Lebewesens, die für das Leben notwendig sind. Im Winter wird der Stoffwechsel bei vielen Tieren stark verlangsamt.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungAlle Tiere schlafen im Winter einfach tief und fest.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Kinder verallgemeinern oft den Begriff 'Winterschlaf'. Ein Vergleich zwischen dem tief schlafenden Igel und dem oft aufwachenden Eichhörnchen (Winterruhe) klärt die wichtigen Unterschiede im Energieverbrauch.

Häufige FehlvorstellungTiere in Winterstarre sind erfroren und tot.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Da Frösche oder Insekten sich nicht bewegen, wirken sie leblos. Durch Erklärungen zur Körpertemperaturregelung lernen Kinder, dass dies ein Schutzmechanismus ist, aus dem die Tiere wieder 'erwachen'.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Tierärzte und Wildtierpfleger in Wildparks oder Auffangstationen müssen die unterschiedlichen Überwinterungsbedürfnisse von Tieren wie Igeln oder Eichhörnchen kennen, um ihnen im Notfall richtig helfen zu können.
  • Gartenbesitzer können durch das Anlegen von Unterschlüpfen (z. B. Reisighaufen) oder das Anbieten von Futterstellen aktiv zum Überleben von Tieren wie Igeln oder Vögeln im Winter beitragen.
  • Biologen in Forschungseinrichtungen untersuchen das Verhalten und die physiologischen Veränderungen von Tieren während der Überwinterung, um besser zu verstehen, wie sie extreme Bedingungen überstehen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schüler erhalten eine Karte mit dem Bild eines Tieres (z. B. Igel, Eichhörnchen, Frosch). Sie schreiben auf die Rückseite, welche Überwinterungsstrategie das Tier verfolgt und nennen eine wichtige Anpassung, die ihm dabei hilft.

Kurze Überprüfung

Der Lehrer zeigt Bilder von verschiedenen Tieren und fragt: 'Schläft dieses Tier im Winter oder ist es wach? Wie nennt man seine Strategie?' Die Schüler antworten mit Handzeichen oder kurzen Rufen.

Diskussionsfrage

Lehrerfrage: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Tier, das den Winter überstehen muss. Welche Strategie würden Sie wählen und warum? Welche Schwierigkeiten könnten dabei auftreten?' Die Schüler diskutieren in Kleingruppen und stellen ihre Ergebnisse vor.

Häufig gestellte Fragen

Warum fliegen nicht alle Vögel in den Süden?
Manche Vögel (Standvögel wie Meisen) finden auch hier genug Nahrung (Samen, Beeren). Sie sparen sich die gefährliche Reise, müssen aber gut gegen Kälte geschützt sein.
Darf man schlafende Tiere im Wald stören?
Nein, das ist lebensgefährlich für sie. Das Aufwachen verbraucht so viel Energie, dass die Fettreserven dann oft nicht bis zum Frühling reichen.
Was fressen Eichhörnchen im Winter?
Sie fressen ihre versteckten Vorräte wie Nüsse und Eicheln. Da sie keinen echten Winterschlaf halten, müssen sie regelmäßig fressen, um ihre Körperwärme zu halten.
Wie hilft ein Rollenspiel, die Winterstrategien zu unterscheiden?
Im Rollenspiel müssen Kinder die Perspektive des Tieres einnehmen. Wenn sie 'vorgeben' zu schlafen oder Vorräte zu suchen, verinnerlichen sie die spezifischen Merkmale der Strategien. Diese aktive Verkörperung hilft, die Begriffe Winterschlaf, Winterruhe und Winterstarre präzise voneinander abzugrenzen, da sie mit unterschiedlichen Handlungen verknüpft werden.

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