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Mathematik · Klasse 8

Ideen für aktives Lernen

Erwartungswert bei Zufallsexperimenten

Aktive Experimente zeigen Schülerinnen und Schülern, wie sich der Erwartungswert aus vielen Wiederholungen ergibt, nicht aus einer Einzelbeobachtung. Durch das konkrete Ausprobieren von Würfelspielen oder Glücksrädern wird der abstrakte Begriff greifbar und die Bedeutung des langfristigen Durchschnitts sichtbar.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - Daten und ZufallKMK: Sekundarstufe I - Mathematisch modellieren
30–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Planspiel45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Erwartungswert-Spiele

Richten Sie vier Stationen ein: Münzwurf-Gewinnspiel, Würfel-Lotterie, Kartenziehen mit Punkten und ein Investitionsmodell. Gruppen spielen 20 Runden pro Station, notieren Ergebnisse und berechnen den empirischen Erwartungswert. Abschließend vergleichen sie mit dem theoretischen Wert.

Erkläre die Bedeutung des Erwartungswertes für die Bewertung von Spielen oder Investitionen.

ModerationstippLegen Sie bei der Stationenrotation Wert auf schriftliche Reflexionsfragen nach jedem Spiel, um die Verbindung zwischen Berechnung und langfristigem Ergebnis zu festigen.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern ein Arbeitsblatt mit zwei einfachen Glücksspielen (z.B. Würfelspiel mit unterschiedlichen Gewinnen). Sie sollen für jedes Spiel den Erwartungswert berechnen und angeben, welches Spiel sie als fair bezeichnen würden und warum.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Planspiel30 Min. · Partnerarbeit

Würfelrennen: Fairness testen

Paare entwerfen zwei Würfelspiele, eines fair und eines unfair. Sie simulieren 50 Würfe, berechnen Erwartungswerte und präsentieren, warum eines fair ist. Die Klasse bewertet gegenseitig.

Analysiere, wann ein Spiel als 'fair' bezeichnet werden kann, basierend auf dem Erwartungswert.

ModerationstippFühren Sie beim Würfelrennen eine kurze Diskussion ein, warum sich die Ergebnisse erst nach vielen Versuchen dem Erwartungswert annähern.

Worauf zu achten istStellen Sie eine Frage wie: 'Ein Glücksrad hat 4 Felder: 10€ Gewinn mit 25% Wahrscheinlichkeit, 5€ Gewinn mit 50% Wahrscheinlichkeit, 0€ Gewinn mit 25% Wahrscheinlichkeit. Was ist der Erwartungswert?' Die Schülerinnen und Schüler notieren ihre Antwort auf einem kleinen Zettel und zeigen ihn dem Lehrer.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Planspiel35 Min. · Einzelarbeit

Lotterie-Design: Eigener Erwartungswert

Individuen planen eine Klasslotterie mit Tickets und Preisen, berechnen den Erwartungswert pro Ticket. Im Plenum diskutieren sie faire Preise und langfristige Effekte für den Veranstalter.

Beurteile die langfristigen Auswirkungen eines negativen Erwartungswertes in Glücksspielen.

ModerationstippFordern Sie beim Lotterie-Design die Schüler auf, ihre Spiele vorzustellen und die Erwartungswerte wechselseitig zu überprüfen.

Worauf zu achten istDiskutieren Sie im Plenum: 'Ist ein Spiel mit einem negativen Erwartungswert immer schlecht? Nennen Sie Beispiele, bei denen man trotzdem teilnehmen würde und begründen Sie Ihre Antwort.' Lenken Sie die Diskussion auf Situationen, in denen der Unterhaltungswert oder die Chance auf einen großen Gewinn wichtiger sind als die reine mathematische Fairness.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Planspiel40 Min. · Kleingruppen

Investitionsentscheidung: Gruppenvergleich

Gruppen erhalten Szenarien mit unterschiedlichen Investitionen und Wahrscheinlichkeiten. Sie berechnen Erwartungswerte, wählen die beste Option und begründen mit Diagrammen.

Erkläre die Bedeutung des Erwartungswertes für die Bewertung von Spielen oder Investitionen.

ModerationstippGeben Sie bei der Investitionsentscheidung klare Kriterien vor und lassen Sie Gruppen ihre Argumente strukturiert präsentieren.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern ein Arbeitsblatt mit zwei einfachen Glücksspielen (z.B. Würfelspiel mit unterschiedlichen Gewinnen). Sie sollen für jedes Spiel den Erwartungswert berechnen und angeben, welches Spiel sie als fair bezeichnen würden und warum.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Beginne mit einfachen, repetitiven Experimenten wie Münzwürfen, um die Grundidee des Erwartungswerts als langfristigen Durchschnitt zu verankern. Vermeide zu frühe formale Definitionen, stattdessen sollte die Erkenntnis aus dem Tun entstehen. Nutze Fehlvorstellungen gezielt als Anlass für vertiefende Experimente, etwa durch gezielte Gegenbeispiele bei den Stationen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler den Erwartungswert als gewichteten Durchschnitt erklären und nicht mit der häufigsten Ausprägung verwechseln. Sie sollten zudem faire von unfairen Spielen unterscheiden und den Erwartungswert auf Alltagssituationen anwenden können.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Stationenrotation achten Sie darauf, dass Schüler den Erwartungswert nicht mit dem häufigsten Ergebnis verwechseln.

    Nach dem Durchlaufen der Stationen lassen Sie die Schüler in Partnerarbeit 50 Würfe eines Würfels simulieren und den Mittelwert berechnen. Sie erkennen dann, dass der Erwartungswert (3,5) nicht zwingend auftritt, der Mittelwert sich aber diesem Wert nähert.

  • Während des Würfelrennens beobachten Sie, ob Schüler Fairness allein an der Gewinnwahrscheinlichkeit festmachen.

    Fordern Sie die Schüler auf, die Regeln ihres Rennens so anzupassen, dass der Erwartungswert null wird. Sie überprüfen dies durch Auswertung der Ergebnisse nach 100 Läufen und passen die Regeln bei Bedarf an.

  • Während der Investitionsentscheidung hören Sie Äußerungen, dass ein negatives Ergebnis sofortige Verluste bedeutet.

    Lassen Sie die Gruppen ihre Ergebnisse über 50 Versuche hinweg tabellarisch festhalten. Die Schüler sehen dann, dass trotz negativem Erwartungswert einzelne Gewinne möglich sind und Verluste erst über viele Versuche sichtbar werden.


In dieser Übersicht verwendete Methoden