Skip to content
Kunst · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Kubismus: Multiple Perspektiven

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil Schülerinnen und Schüler durch eigenes Handeln begreifen, wie der Kubismus traditionelle Darstellungsformen hinterfragt. Die Kombination aus Analyse und praktischer Umsetzung macht die Bruchstelle zwischen Realität und künstlerischer Neuerung greifbar und nachvollziehbar.

KMK BildungsstandardsKunstgeschichtliche EpochenBildnerische Gestaltung
30–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Kubismus-Elemente

Richten Sie vier Stationen ein: 1. Beobachten Sie ein Objekt aus verschiedenen Winkeln und skizzieren Sie es. 2. Zerlegen Sie Fotos in geometrische Formen. 3. Setzen Sie Formen zu einem kubistischen Bild zusammen. 4. Vergleichen Sie mit Originalwerken. Gruppen rotieren alle 10 Minuten und notieren Beobachtungen.

Wie zerlegt der Kubismus Objekte und setzt sie neu zusammen?

ModerationstippLassen Sie die Schülerinnen und Schüler beim Stationenlernen zunächst nur die geometrischen Formen benennen, bevor sie über deren Bedeutung nachdenken, um eine systematische Herangehensweise zu fördern.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern eine Postkarte mit einem einfachen Objekt (z.B. eine Tasse). Bitten Sie sie, das Objekt aus zwei verschiedenen Blickwinkeln zu skizzieren und kurz zu beschreiben, wie sie die Perspektiven kombiniert haben, um die Form darzustellen.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 02

Museumsgang50 Min. · Partnerarbeit

Pinselübung: Kubistisches Porträt

Wählen Sie ein Modell. Zeichnen Sie es zuerst realistisch, dann aus drei Perspektiven gleichzeitig. Überlagern Sie Formen mit Bleistift und färben Sie mit Acryl. Diskutieren Sie in Paaren Veränderungen der Wahrnehmung.

Analysieren Sie, wie die multiple Perspektive die Wahrnehmung von Raum und Zeit verändert.

ModerationstippFordern Sie beim kubistischen Porträt die Lernenden auf, vor dem Zeichnen eine Skizze der Formen mit Bleistift zu erstellen, um die logische Struktur sichtbar zu machen.

Worauf zu achten istZeigen Sie ein kubistisches Werk (z.B. von Picasso oder Braque) und fragen Sie: 'Welche einzelnen Formen erkennen Sie, die ursprünglich ein Ganzes bildeten? Wie unterscheidet sich die Darstellung des Raumes hier von einem Foto?'

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 03

Museumsgang60 Min. · Kleingruppen

Gruppenprojekt: Synthetisches Stillleben

Sammeln Sie Haushaltsobjekte. Zerlegen Sie sie fotografisch oder per Zeichnung. Erstellen Sie kollativ ein großes kubistisches Werk mit Zeitungspapier und Farbe. Präsentieren Sie die Prozessschritte.

Gestalten Sie ein kubistisches Stillleben, das ein Objekt aus verschiedenen Ansichten zeigt.

ModerationstippBeobachten Sie beim synthetischen Stillleben, ob die Gruppen bewusst Farben wählen, die die Formen hervorheben, und nutzen Sie dies für eine kurze Reflexion.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schülerinnen und Schüler, in Kleingruppen ein Alltagsgegenstand (z.B. eine Frucht) zu betrachten und sich vorzustellen, wie sie diesen in kubistische Formen zerlegen würden. Jede Gruppe nennt drei geometrische Formen, die sie verwenden würden, um das Objekt darzustellen.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 04

Museumsgang30 Min. · Ganze Klasse

Ganzklasse-Diskussion: Raumwahrnehmung

Zeigen Sie kubistische Bilder vor. Lassen Sie Schüler Markierungen an multiplen Perspektiven machen. Diskutieren Sie gemeinsam, wie Zeit und Bewegung entstehen. Notieren Sie Erkenntnisse an der Tafel.

Wie zerlegt der Kubismus Objekte und setzt sie neu zusammen?

ModerationstippFühren Sie die Diskussion zur Raumwahrnehmung erst an, nachdem die Schülerinnen und Schüler selbst mit Perspektiven experimentiert haben.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern eine Postkarte mit einem einfachen Objekt (z.B. eine Tasse). Bitten Sie sie, das Objekt aus zwei verschiedenen Blickwinkeln zu skizzieren und kurz zu beschreiben, wie sie die Perspektiven kombiniert haben, um die Form darzustellen.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Lehrkräfte sollten zunächst die Systematik des Kubismus betonen, indem sie auf die analytische Phase verweisen, in der Objekte systematisch zerlegt werden. Vermeiden Sie es, den Kubismus als bloße Zerstörung darzustellen, sondern zeigen Sie die konstruktive Neuerfindung. Nutzen Sie den analytischen und synthetischen Kubismus als zwei Phasen, die gemeinsam den Stil prägen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler geometrische Strukturen in kubistischen Werken erkennen und selbst anwenden können. Sie begründen ihre Entscheidungen für Formen und Perspektiven und setzen diese in eigenen Arbeiten um.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Stationenarbeit zum Kubismus-Elemente halten einige Schülerinnen und Schüler den Kubismus für reine Zerstückelung ohne Sinn.

    Fordern Sie die Lernenden auf, jedes geometrische Fragment zu benennen und zu beschreiben, aus welcher Perspektive es stammt, um die systematische Dekonstruktion sichtbar zu machen.

  • Während der Pinselübung zu kubistischen Porträts deuten manche Schülerinnen und Schüler die multiplen Perspektiven als Fehler oder Ungenauigkeit.

    Lassen Sie die Lernenden ihre Skizzen mit Lineal und Geodreieck messen und vergleichen Sie diese mit realen Winkeln, um die bewusste Abweichung von der Perspektive zu verdeutlichen.

  • Während des Gruppenprojekts zum synthetischen Stillleben glauben einige, der Kubismus zeige keine realen Objekte.

    Verlangen Sie von den Gruppen, dass sie ein Foto des Originalobjekts neben ihre kubistische Version legen und Gemeinsamkeiten sowie Veränderungen benennen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden