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Kunst · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Renaissance: Mensch im Mittelpunkt

Aktive Methoden helfen Schülerinnen und Schülern, die komplexen Ideen der Renaissance nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern durch eigene Beobachtung, Analyse und Gestaltung zu verinnerlichen. Indem sie Schlüsselwerke selbst untersuchen und Perspektive praktisch anwenden, erleben sie, wie humanistische Ideale in Kunst sichtbar werden.

KMK BildungsstandardsKunstgeschichtliche EpochenBildnerische Rezeption
20–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Museumsgang45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Renaissance-Schlüsselwerke

Richten Sie vier Stationen mit Reproduktionen ein: Humanismus (David), Antike-Inspiration (Vitruvianischer Mensch), Körperdarstellung (Vergleich Mittelalter-Renaissance), Zentralperspektive (Schule von Athen). Gruppen rotieren alle 10 Minuten, notieren Beobachtungen und diskutieren in Plenum.

Wie spiegeln sich die Ideale des Humanismus in der Kunst der Renaissance wider?

ModerationstippStellen Sie bei der Stationenrotation sicher, dass jede Station eine klare Leitfrage hat, die zum Werk führt, z.B. 'Wie zeigt dieses Bild die Würde des Menschen?'.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern ein Bild eines Renaissance-Gemäldes. Bitten Sie sie, zwei Sätze zu schreiben, die erklären, wie das Werk den Fokus auf den Menschen legt, und einen Satz, der die Verwendung der Zentralperspektive beschreibt.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 02

Museumsgang30 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Perspektive modellieren

Paare erhalten Pappkarton und Bleistift. Sie zeichnen eine Zentralperspektive mit Fluchtpunkt nach Vorgabe und vergleichen mit Renaissance-Beispielen. Abschließend erklären sie den Effekt.

Vergleichen Sie die Darstellung des menschlichen Körpers in der Renaissance mit früheren Epochen.

ModerationstippBei der Paararbeit zur Perspektive achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Skizzen mit Lineal und Winkelmesser anfertigen, um präzise Ergebnisse zu erzielen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wie unterscheidet sich die Betonung des Individuums in der Renaissance von der kollektiven oder religiösen Fokussierung des Mittelalters, und wie zeigt sich dieser Wandel in der Kunst?' Leiten Sie eine Diskussion, in der Schülerinnen und Schüler Beispiele aus den besprochenen Werken anführen.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 03

Museumsgang20 Min. · Ganze Klasse

Ganzklasse: Epochenvergleich

Projektieren Sie Bilder mittelalterlicher und renaissancezeitlicher Werke. Die Klasse brainstormt Unterschiede in Plenum, notiert an Tafel und fasst in Mindmap zusammen.

Erklären Sie die Bedeutung der Zentralperspektive für die Kunst der Renaissance.

ModerationstippBeim Epochenvergleich führen Sie die Klasse durch einen strukturierten Vergleich, indem Sie zunächst Gemeinsamkeiten und dann Unterschiede herausarbeiten lassen.

Worauf zu achten istZeigen Sie eine Abbildung des menschlichen Körpers aus einer mittelalterlichen Darstellung und eine aus einem Renaissance-Werk. Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, auf einem Blatt Papier drei Unterschiede in der Darstellung der Anatomie und Körperhaltung zu notieren.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 04

Museumsgang25 Min. · Einzelarbeit

Individuell: Werkanalyse

Jede Schülerin und jeder Schüler wählt ein Werk, beschreibt Humanismus-Elemente und erstellt Skizze. Ergebnisse werden in Galerie-Präsentation geteilt.

Wie spiegeln sich die Ideale des Humanismus in der Kunst der Renaissance wider?

ModerationstippBei der individuellen Werkanalyse geben Sie den Schülerinnen und Schülern eine Analyseraster mit den Kategorien 'Thema', 'Form' und 'Bedeutung', um ihre Beobachtungen zu lenken.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern ein Bild eines Renaissance-Gemäldes. Bitten Sie sie, zwei Sätze zu schreiben, die erklären, wie das Werk den Fokus auf den Menschen legt, und einen Satz, der die Verwendung der Zentralperspektive beschreibt.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte betonen, dass die Renaissance nicht als bloße Abfolge von Stilepochen unterrichtet werden sollte, sondern als kulturelle Bewegung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Vermeiden Sie es, die Renaissance als 'Renaissance der Antike' zu vereinfachen – vielmehr geht es um die kreative Neudeutung antiker Vorbilder im Geiste des Humanismus. Nutzen Sie Bildvergleiche zwischen mittelalterlicher und renaissancezeitlicher Kunst, um den Wandel in der Darstellung des Menschen bewusst zu machen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler humanistische Prinzipien in Kunstwerken erkennen, Zentralperspektive als gestalterisches Mittel begreifen und Unterschiede zur mittelalterlichen Kunst begründet benennen können. Sie wenden ihr Wissen aktiv an, etwa durch Zeichnungen oder Diskussionen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Stationenrotation zur Renaissance-Schlüsselwerke kommt es vor, dass Schülerinnen und Schüler annehmen, die Künstler hätten antike Vorbilder einfach kopiert.

    Nutzen Sie die Stationen, um gezielt nach Unterschieden zwischen antiken Originalen und Renaissance-Interpretationen zu fragen. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in Partnerarbeit überlegen, welche humanistischen Ideen in den Werken stecken.

  • Während der Paararbeit zur Perspektive modellieren halten einige Schülerinnen und Schüler die Zentralperspektive für eine reine technische Spielerei.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, ihre Zeichnungen mit einem kurzen Text zu erklären, wie die Perspektive den Betrachter in den Raum einbezieht. Diskutieren Sie gemeinsam, warum diese 'Illusion' auch eine ideologische Aussage hat.

  • Bei der individuellen Werkanalyse wird oft angenommen, die Renaissance-Kunst zeige den Menschen perfekt realistisch.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, ihre Analyse mit einem Foto eines lebenden Menschen zu vergleichen. Lassen Sie sie Unterschiede in Proportionen und Idealisierung benennen, um ein differenziertes Bild zu entwickeln.


In dieser Übersicht verwendete Methoden