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Kunst · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Das Porträt als Spiegel der Seele

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil Schülerinnen und Schüler durch eigenes Gestalten und Experimentieren mit grafischen Mitteln sofort sehen, wie Linien, Schatten und Farben Emotionen und Persönlichkeit ausdrücken. Das direkte Erleben von Proportionen und Mimik beim Modellzeichnen oder das Ausprobieren von Lichtverhältnissen macht abstrakte Konzepte wie Chiaroscuro greifbar und nachvollziehbar.

KMK BildungsstandardsBildnerische ProduktionBildnerische Mittel
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Museumsgang35 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Gegenseitiges Modellzeichnen

Schüler zeichnen sich in Paaren mit einem Spiegel als Modell, fokussieren Proportionen und Mimik. Sie notieren drei grafische Mittel für Charakterisierung und tauschen Skizzen aus. Abschließende Diskussion über Unterschiede zwischen Abbild und Studie.

Was unterscheidet ein bloßes Abbild von einer Charakterstudie?

ModerationstippFordern Sie bei der Paararbeit die Schüler auf, vor dem Zeichnen gemeinsam über die auffälligsten Charakterzüge ihres Modells zu sprechen, um gezielt nach grafischen Mitteln zu suchen.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler ein kurzes Porträt (Gesicht oder Oberkörper) einer bekannten Persönlichkeit skizzieren. Auf der Rückseite sollen sie zwei grafische Mittel benennen, die sie bewusst eingesetzt haben, um einen bestimmten Charakterzug hervorzuheben, und kurz erklären, warum.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 02

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Licht- und Schatteneffekte

Vier Stationen mit Lampen in verschiedenen Winkeln, Modellen und Materialien wie Kohle oder Pastell. Gruppen testen Effekte auf Emotionen, fotografieren Ergebnisse und präsentieren einen Favoriten. Rotation alle 10 Minuten.

Wie setzen Künstler Licht und Schatten ein, um Emotionen zu verstärken?

ModerationstippStellen Sie bei den Stationen unterschiedliche Lampen und Materialien bereit, damit Schülerinnen und Schüler schnell verschiedene Licht- und Schatteneffekte ausprobieren und vergleichen können.

Worauf zu achten istDie Schüler tauschen ihre Skizzen von Modellstudien aus. Jeder Schüler erhält eine Checkliste mit Fragen wie: 'Sind die Proportionen erkennbar?', 'Wird durch Licht und Schatten Volumen angedeutet?', 'Wirkt die Pose ausdrucksstark?'. Die Schüler geben sich gegenseitig konstruktives Feedback auf Basis der Checkliste.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 03

Museumsgang50 Min. · Ganze Klasse

Whole Class: Künstler-Porträt-Analyse

Klasse analysiert gemeinsam drei Porträts (z.B. Rembrandt, Schiele). Jeder notiert Lichtnutzung und Emotion, dann Plenum-Diskussion. Schüler skizzieren eine eigene Variante basierend auf Erkenntnissen.

Inwieweit ist jedes Porträt auch ein Selbstporträt des Künstlers?

ModerationstippWählen Sie für die Künstler-Porträt-Analyse Werke aus, die sich stark in Stil oder Ausdruck unterscheiden, um den Vergleich von Techniken und Wirkungen zu erleichtern.

Worauf zu achten istZeigen Sie zwei Porträts nebeneinander, die sich in der Darstellung von Licht und Schatten stark unterscheiden. Stellen Sie die Frage: 'Welches Porträt wirkt durch den Einsatz von Chiaroscuro dramatischer und warum?'. Sammeln Sie kurze schriftliche Antworten oder diskutieren Sie im Plenum.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 04

Museumsgang40 Min. · Einzelarbeit

Individual: Selbstporträt-Reflexion

Schüler gestalten ein Selbstporträt mit ungewöhnlicher Perspektive, reflektieren in einem Journal, wie es ihr Inneres spiegelt. Materialien frei wählen, Präsentation optional.

Was unterscheidet ein bloßes Abbild von einer Charakterstudie?

ModerationstippBitten Sie bei der Selbstporträt-Reflexion die Schüler, eine kurze schriftliche Begründung zu formulieren, warum sie bestimmte grafische Mittel gewählt haben.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler ein kurzes Porträt (Gesicht oder Oberkörper) einer bekannten Persönlichkeit skizzieren. Auf der Rückseite sollen sie zwei grafische Mittel benennen, die sie bewusst eingesetzt haben, um einen bestimmten Charakterzug hervorzuheben, und kurz erklären, warum.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit einfachen Übungen, wie dem Skizzieren von Gesichtsproportionen, bevor sie zu komplexen Techniken übergehen. Sie vermeiden es, Realismus als einziges Ziel vorzugeben, sondern betonen die Ausdruckskraft durch bewusste Verzerrungen oder symbolische Farben. Wichtig ist, dass Schülerinnen und Schüler regelmäßig Gelegenheit haben, ihre Arbeiten zu erklären und Feedback zu geben, um ihr eigenes künstlerisches Verständnis zu vertiefen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler grafische Mittel gezielt einsetzen, um Charakterzüge oder Stimmungen widerzuspiegeln. Sie erkennen, dass Porträts nicht nur Abbilder sind, sondern durch bewusste Verzerrungen oder Lichtführung subjektive Sichtweisen transportieren. Ihre Reflexionen und Feedbacks werden präzise und inhaltlich fundiert.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Paararbeit mit gegenseitigem Modellzeichnen achten Sie darauf, dass Schüler nicht nur fotorealistisch zeichnen, sondern gezielt nach grafischen Mitteln suchen, die den Charakter des Modells einfangen.

    Fordern Sie die Schüler auf, vor dem Zeichnen gemeinsam zu überlegen, welche grafischen Mittel (z.B. scharfe Linien, fließende Schatten) den Charakter des Modells am besten ausdrücken. Besprechen Sie im Anschluss, welche Verzerrungen oder Vereinfachungen sie bewusst eingesetzt haben.

  • Während der Stationenarbeit zu Licht- und Schatteneffekten gehen einige davon aus, dass diese nur technische Hilfsmittel sind.

    Lassen Sie die Schüler in Gruppen experimentieren, wie unterschiedliche Lichtquellen und Schatten die Stimmung des Porträts verändern. Diskutieren Sie anschließend gemeinsam, wie Licht und Schatten Emotionen verstärken oder abschwächen.

  • Während der Selbstporträt-Reflexion nehmen manche an, ihr Porträt sei neutral und objektiv.

    Bitten Sie die Schüler, ihr Selbstporträt mit einer kurzen schriftlichen Reflexion zu begleiten, in der sie erklären, welche grafischen Mittel sie bewusst eingesetzt haben, um ihre eigene Persönlichkeit oder Stimmung widerzuspiegeln.


In dieser Übersicht verwendete Methoden