Das Selbstporträt als IdentitätssucheAktivitäten & Unterrichtsstrategien
Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil die Schülerinnen und Schüler ihre eigene Identität greifbar und sichtbar machen. Durch das Experimentieren mit Materialien und Techniken wird der abstrakte Begriff der Identität konkret und persönlich erfahrbar.
Lernziele
- 1Schülerinnen und Schüler analysieren die bewusste Auswahl von künstlerischen Materialien und Techniken zur Darstellung spezifischer Identitätsmerkmale in ihren Selbstporträts.
- 2Schülerinnen und Schüler vergleichen die Darstellung von Identität in ihren eigenen Selbstporträts mit historischen und zeitgenössischen Beispielen.
- 3Schülerinnen und Schüler entwerfen ein Selbstporträt, das mindestens drei verschiedene Aspekte ihrer persönlichen Identität (z.B. Emotionen, Interessen, kultureller Hintergrund) visuell integriert.
- 4Schülerinnen und Schüler erklären die Verbindung zwischen ihrer persönlichen Identitätssuche und den gewählten künstlerischen Ausdrucksformen in ihrem Selbstporträt.
- 5Schülerinnen und Schüler bewerten die Wirksamkeit ihrer künstlerischen Entscheidungen bei der Vermittlung ihrer Identität an einen Betrachter.
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Lernen an Stationen: Material-Exploration
Richten Sie fünf Stationen ein: Aquarell für Emotionen, Collagen für Hobbys, Bleistift für Porträtzeichnung, Mixed Media für Kulturerbe, Digital-Tools für Zukunftsvisionen. Gruppen rotieren alle 10 Minuten, testen Materialien und notieren passende Identitätsaspekte. Abschließend wählen sie eines für ihr Porträt aus.
Vorbereitung & Details
Wie können Sie Ihre Persönlichkeit durch künstlerische Mittel im Selbstporträt ausdrücken?
Moderationstipp: Während der Stationen zur Material-Exploration die Schülerinnen und Schüler gezielt auffordern, mindestens drei verschiedene Techniken auszuprobieren und ihre Eindrücke kurz schriftlich festzuhalten.
Setup: Im Raum verteilte Tische/Stationen
Materials: Stationskarten mit Arbeitsanweisungen, Unterschiedliche Materialien je Station, Timer für die Rotation
Peer-Feedback-Karussell
Schüler präsentieren Entwürfe in einem Karussell: Jede Gruppe gibt 2 Minuten Feedback zu Stärken und Verbesserungsvorschlägen. Rotieren Sie die Bilder. Schüler notieren Anregungen und passen ihr Porträt an.
Vorbereitung & Details
Analysieren Sie die Herausforderungen und Chancen der Selbstdarstellung in der Kunst.
Moderationstipp: Beim Peer-Feedback-Karussell die Schülerinnen und Schüler anleiten, gezielt nach Identitätsmerkmalen zu fragen, die in den Werken sichtbar werden, nicht nach der technischen Perfektion.
Setup: Flexible Lernumgebung mit Zugang zu Materialien und moderner Technik
Materials: Project Brief mit einer Leitfrage, Planungsvorlage und Zeitplan, Bewertungsraster (Rubric) mit Meilensteinen, Präsentationsmaterialien
Identitäts-Collage in Paaren
In Paaren besprechen Schüler drei Identitätsaspekte, sammeln Materialien und erstellen eine gemeinsame Collage. Tauschen Sie Aspekte aus und integrieren Sie sie. Reflektieren Sie in Plenum über gegenseitige Einflüsse.
Vorbereitung & Details
Begründen Sie die Wahl Ihrer Materialien und Techniken zur Darstellung Ihrer Identität.
Moderationstipp: Bei der Identitäts-Collage in Paaren darauf achten, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Partnerin oder ihren Partner aktiv einbeziehen und ihre eigenen Aspekte erklären.
Setup: Flexible Lernumgebung mit Zugang zu Materialien und moderner Technik
Materials: Project Brief mit einer Leitfrage, Planungsvorlage und Zeitplan, Bewertungsraster (Rubric) mit Meilensteinen, Präsentationsmaterialien
Galerie-Wanderung
Hängen Sie fertige Porträts auf. Schüler wandern individuell, notieren drei Beobachtungen zu Identitätsdarstellungen anderer. Diskutieren Sie in Kleingruppen Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
Vorbereitung & Details
Wie können Sie Ihre Persönlichkeit durch künstlerische Mittel im Selbstporträt ausdrücken?
Moderationstipp: Bei der Galerie-Wanderung die Schülerinnen und Schüler auffordern, ihre Beobachtungen schriftlich zu notieren und dabei auf die Materialwahl und deren Wirkung zu achten.
Setup: Flexible Lernumgebung mit Zugang zu Materialien und moderner Technik
Materials: Project Brief mit einer Leitfrage, Planungsvorlage und Zeitplan, Bewertungsraster (Rubric) mit Meilensteinen, Präsentationsmaterialien
Dieses Thema unterrichten
Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit einer klaren Trennung zwischen Selbstporträt als Kunstwerk und Selbstporträt als Selbstdarstellung. Sie vermeiden es, vorzugeben, was Identität ist, sondern lassen die Schülerinnen und Schüler durch Materialexperimente eigene Zugänge finden. Wichtig ist, Raum für Irrtümer und Experimente zu geben, da gerade diese zu neuen Erkenntnissen führen.
Was Sie erwartet
Erfolg zeigt sich, wenn die Schülerinnen und Schüler nicht nur ein Bild erstellen, sondern ihre Entscheidungen für Materialien und Darstellungsformen begründen können. Ihre Werke sollten innere Werte und nicht nur äußere Merkmale zeigen.
Diese Aktivitäten sind ein Ausgangspunkt. Die vollständige Mission ist das Erlebnis.
- Vollständiges Moderationsskript mit Lehrkraft-Dialogen
- Druckfertige Schülermaterialien, bereit für den Unterricht
- Differenzierungsstrategien für jeden Lerntyp
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungWährend der Stationen: Material-Exploration, beobachten viele Schülerinnen und Schüler, dass fotorealistische Darstellungen angestrebt werden.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Führen Sie direkt nach den ersten Versuchen eine kurze Besprechung ein, in der Sie Beispiele abstrakter Selbstporträts zeigen und fragen, welche Identitätsmerkmale darin erkennbar sind. Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, mindestens eine nicht-fotorealistische Technik auszuprobieren.
Häufige FehlvorstellungWährend der Identitäts-Collage in Paaren wird Identität oft nur auf das Gesicht reduziert.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, ihre Collagen um Aspekte wie Kultur, Hobbys oder Träume zu erweitern und gezielt nach Symbolen zu suchen, die über das Gesicht hinausgehen.
Häufige FehlvorstellungWährend des Peer-Feedback-Karussells argumentieren Schülerinnen und Schüler, dass jedes Material gleich gut geeignet sei.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, ihre Materialwahl zu begründen und zu vergleichen, welches Material für welchen Aspekt ihrer Identität am besten passt. Nutzen Sie dazu die Materialien aus der Stationenarbeit.
Ideen zur Lernstandserhebung
Nach dem Peer-Feedback-Karussell tauschen die Schülerinnen und Schüler ihre unfertigen Selbstporträts aus und geben sich gegenseitig Feedback zu zwei Fragen: Welche Identitätsmerkmale sind erkennbar und wie gut werden sie durch Materialien und Techniken dargestellt? Welche alternativen Materialien oder Techniken könnten die Darstellung verstärken?
Nach der Galerie-Wanderung erhält jede Schülerin und jeder Schüler eine Karte mit der Frage: Welchen Aspekt Ihrer Identität wollten Sie in Ihrem Selbstporträt am stärksten hervorheben und warum haben Sie sich für dieses Material/diese Technik entschieden? Die Antworten werden eingesammelt und zeigen die Reflexion über Materialwahl und Identitätsdarstellung.
Nach der Galerie-Wanderung präsentiert die Lehrkraft zwei verschiedene Selbstporträts (eines historisch, eines zeitgenössisch) und fragt: Wie unterscheiden sich die Strategien der Selbstdarstellung in diesen beiden Werken? Welche Rolle spielen dabei die historischen und kulturellen Kontexte? Dies regt die vergleichende Analyse an.
Erweiterungen & Unterstützung
- Schülerinnen und Schüler, die früh fertig sind, können ein zweites Selbstporträt erstellen, das einen anderen Aspekt ihrer Identität in einer ungewöhnlichen Technik darstellt.
- Schülerinnen und Schüler, die unsicher sind, erhalten eine Liste mit Symbolen oder Farben, die sie als Anregung nutzen können, um ihre Identität darzustellen.
- Für vertiefende Auseinandersetzung können die Schülerinnen und Schüler ein kurzes Künstlerstatement verfassen, das ihre Materialwahl und ihre Intention erklärt.
Schlüsselvokabular
| Identität | Die Gesamtheit der Merkmale, die eine Person einzigartig machen und ihr Selbstverständnis prägen, einschließlich persönlicher Eigenschaften, sozialer Rollen und kultureller Zugehörigkeiten. |
| Selbstdarstellung | Die bewusste oder unbewusste Art und Weise, wie eine Person sich anderen präsentiert, oft durch visuelle oder verbale Mittel, um bestimmte Aspekte ihrer Identität hervorzuheben. |
| Bildnerische Mittel | Die Elemente und Prinzipien der Gestaltung, wie Farbe, Form, Linie, Textur und Komposition, die Künstler verwenden, um ihre Ideen und Gefühle auszudrücken. |
| Materialität | Die Eigenschaften der verwendeten Materialien (z.B. Aquarellfarbe, Collageelemente, digitale Werkzeuge) und wie diese die Aussage und Wirkung eines Kunstwerks beeinflussen. |
| Kontextualisierung | Die Einbettung eines Kunstwerks in einen größeren Zusammenhang, z.B. durch Verweise auf historische Werke, persönliche Erfahrungen oder gesellschaftliche Strömungen, um seine Bedeutung zu vertiefen. |
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