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Kunst · Klasse 5

Ideen für aktives Lernen

Die Bedeutung des Negativraums

Aktiver Negativraum fördert die visuelle Wahrnehmung und zeichnerische Präzision, weil Schüler lernen, durch das bewusste Gestalten des Umraums Objekte klarer zu definieren. Diese haptische und visuelle Auseinandersetzung stärkt ihre Fähigkeit, Proportionen und Formen zu erkennen, bevor sie sie zeichnen.

KMK BildungsstandardsKMK Bildungsstandards Kunst: Kompetenzbereich Gestalten, Bildnerische Mittel und Verfahren anwenden (Linie)LehrplanPLUS Bayern Kunst Gymnasium 5: Lernbereich 1, Gestaltungselement Linie zur Darstellung von Ausdruck und BewegungKernlehrplan NRW Kunst Sek I: Inhaltsfeld Bildgestaltung, Grafische Gestaltungsmittel erproben und gezielt einsetzen
25–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Erfahrungsorientiertes Lernen30 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Negativraum-Umrandung

Schüler wählen ein einfaches Objekt wie eine Flasche aus und zeichnen zunächst nur den Negativraum um es herum. Sie tauschen die Zeichnungen und rekonstruieren das Objekt aus dem Negativraum. Abschließend besprechen sie in Paaren die Genauigkeit.

Analysieren Sie, wie die Form des Negativraums die Form des Positivraums definiert.

ModerationstippStellen Sie während der Paararbeit mit Negativraum-Umrandungen sicher, dass beide Schüler ihre Zeichnungen gegenseitig vergleichen und die entstandenen Formen beschreiben.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler ein Blatt mit zwei einfachen Zeichnungen von Objekten. Bitten Sie die Schüler, auf der linken Seite den Negativraum zu schraffieren und auf der rechten Seite das Objekt selbst. Notieren Sie eine Beobachtung, wie sich die Wahrnehmung des Objekts durch die unterschiedliche Betonung verändert.

AnwendenAnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSelbststeuerungSozialbewusstsein
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Aktivität 02

Erfahrungsorientiertes Lernen45 Min. · Kleingruppen

Gruppenrotation: Silhouetten-Stationen

Richten Sie Stationen ein: Schneiden von Silhouetten aus Papier, Zeichnen des umliegenden Raums, Vergleichen von Positiv- und Negativformen. Gruppen rotieren alle 10 Minuten und notieren Beobachtungen.

Erklären Sie, wie das bewusste Zeichnen des Negativraums die Genauigkeit der Darstellung verbessert.

ModerationstippAn den Silhouetten-Stationen legen Sie Wert darauf, dass die Schüler die Umrisse der Objekte nicht nachzeichnen, sondern den Negativraum dazwischen bewusst gestalten.

Worauf zu achten istZeigen Sie eine Collage aus verschiedenen Bildern (z.B. Logos, Fotografien, abstrakte Kunst). Stellen Sie die Frage: 'Wo seht ihr hier besonders interessanten oder wichtigen Negativraum?'. Lassen Sie die Schüler mit den Fingern auf den Bildschirm zeigen oder kurz mündlich antworten.

AnwendenAnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSelbststeuerungSozialbewusstsein
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Aktivität 03

Erfahrungsorientiertes Lernen50 Min. · Ganze Klasse

Klassenprojekt: Negativraum-Komposition

Die Klasse gestaltet gemeinsam ein großes Bild, bei dem der Negativraum dominiert. Jeder trägt Teile bei, die Klasse diskutiert den Gesamteffekt und passt an.

Gestalten Sie eine Zeichnung, bei der der Negativraum die Hauptrolle spielt.

ModerationstippBeim Klassenprojekt zur Negativraum-Komposition achten Sie auf eine klare Trennung zwischen Positiv- und Negativraum, um die Wirkung zu verdeutlichen.

Worauf zu achten istDie Schüler zeichnen eine einfache Form (z.B. eine Tasse) und lassen ihren Sitznachbarn den Negativraum um die Tasse herum zeichnen. Anschließend vergleichen sie ihre Zeichnungen und besprechen, wie gut der Negativraum die Form des Positivraums definiert hat.

AnwendenAnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSelbststeuerungSozialbewusstsein
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Aktivität 04

Erfahrungsorientiertes Lernen25 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Übung: Freie Negativraum-Zeichnung

Schüler zeichnen ein Motiv, bei dem der Negativraum farbig gestaltet wird. Sie reflektieren, wie dies die Objekte verändert.

Analysieren Sie, wie die Form des Negativraums die Form des Positivraums definiert.

ModerationstippBei der freien Negativraum-Zeichnung fordern Sie die Schüler auf, den Negativraum farbig zu markieren, um die Wichtigkeit sichtbar zu machen.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler ein Blatt mit zwei einfachen Zeichnungen von Objekten. Bitten Sie die Schüler, auf der linken Seite den Negativraum zu schraffieren und auf der rechten Seite das Objekt selbst. Notieren Sie eine Beobachtung, wie sich die Wahrnehmung des Objekts durch die unterschiedliche Betonung verändert.

AnwendenAnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSelbststeuerungSozialbewusstsein
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Lehren Sie Negativraum durch haptische und visuelle Methoden, die den Fokus vom Objekt weg auf den umliegenden Raum lenken. Vermeiden Sie es, den Negativraum als nachträgliches Füllen zu behandeln. Stattdessen sollten Schüler durch Schneiden, Umranden und Beschreiben lernen, dass der Negativraum die Form des Objekts aktiv definiert. Forschung zeigt, dass diese bewusste Wahrnehmung die Zeichengenauigkeit deutlich verbessert.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schüler den Negativraum nicht als leeren Raum, sondern als aktiven Gestalter der Objektform begreifen. Sie nutzen Umrandungen und Silhouetten, um Objekte präzise darzustellen, und erkennen in Diskussionen die Bedeutung des Negativraums für ihre Zeichnungen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Der Negativraum ist leer und unwichtig.

    Während der Paararbeit zur Negativraum-Umrandung beobachten Sie, wie Schüler durch das Schneiden und Beschreiben der Umrisse erkennen, dass der Negativraum die Form des Objekts aktiv definiert. Lenken Sie ihre Aufmerksamkeit gezielt auf die entstandenen Linien und Flächen.

  • Man zeichnet zuerst das Objekt und füllt den Raum später aus.

    Bei der freien Negativraum-Zeichnung fordern Sie die Schüler auf, zunächst den Negativraum zu skizzieren. Beobachten Sie, wie sich die Proportionen des Objekts durch diese Herangehensweise verändern und korrigieren Sie gezielt falsche Annahmen.

  • Negativraum wirkt nur bei abstrakter Kunst.

    Während der Silhouetten-Stationen analysieren Sie gemeinsam mit den Schülern Alltagsgegenstände wie Tassen oder Schuhe. Zeigen Sie, wie der Negativraum auch hier die Form definiert, und übertragen Sie diese Erkenntnis auf konkrete Zeichnungen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden