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Kunst · Klasse 4 · Punkt, Linie, Struktur: Grafisches Gestalten · 1. Halbjahr

Druckwerkstatt: Hochdruck mit Linol/Styropor

Die Schülerinnen und Schüler stellen Druckstöcke aus Linoleum oder Styropor her, um eigene Motive zu vervielfältigen und die Technik des Hochdrucks zu verstehen.

KMK BildungsstandardsKMK: Grundschule - DruckgrafikKMK: Grundschule - Werkzeuge und Materialien

Über dieses Thema

In der Druckwerkstatt mit Linol oder Styropor gestalten Schülerinnen und Schüler eigene Druckstöcke und vervielfältigen Motive durch Hochdruckverfahren. Sie ritzen Strukturen in das weiche Material, bestreichen es mit Farbe und drücken es auf Papier. Dabei lernen sie die Seitenrichtigkeit: Das Motiv erscheint spiegelverkehrt, da der Druck von der erhabenen Rückseite erfolgt. Sie beobachten den Unterschied zwischen einer gezeichneten, glatten Fläche und der strukturierten, reliefartigen gedruckten Oberfläche. Experimente mit Überdrucken verschiedener Farben erzeugen neue Effekte wie Überlagerungen oder Moirémuster.

Dieses Thema entspricht den KMK-Standards für Druckgrafik in der Grundschule und dem Umgang mit Werkzeugen und Materialien. Es verbindet grafisches Gestalten mit der Unit 'Punkt, Linie, Struktur' und fördert Feinmotorik, Planungsfähigkeiten sowie künstlerisches Experimentieren. Die Key Questions zu Seitenrichtigkeit, Flächendifferenz und Farbeffekten vertiefen das Verständnis für grafische Prozesse.

Aktives Lernen ist besonders wirksam, weil Schüler durch eigenes Ritzen, Färben und Drucken kausale Zusammenhänge direkt erleben. Solche hands-on-Aktivitäten machen abstrakte Prinzipien greifbar, steigern Motivation und ermöglichen differenziertes Experimentieren in der Klasse.

Leitfragen

  1. Erkläre, was beim Drucken mit der Seitenrichtigkeit des Motivs passiert und warum.
  2. Beschreibe den Unterschied zwischen einer gedruckten und einer gezeichneten Fläche.
  3. Erkläre, welche Effekte entstehen, wenn du verschiedene Farben übereinander druckst.

Lernziele

  • Erklären, wie die Seitenverkehrtheit beim Hochdruck entsteht und warum das Motiv spiegelverkehrt auf dem Papier erscheint.
  • Vergleichen die visuelle Erscheinung einer flächig gezeichneten Oberfläche mit einer strukturierten, durch Druck erzeugten Fläche.
  • Entwerfen und drucken ein eigenes Motiv unter Anwendung der Hochdrucktechnik mit Linol oder Styropor.
  • Analysieren die Effekte, die durch das Überdrucken verschiedener Farben entstehen, und beschreiben die neuen Farbmischungen und Muster.

Bevor es losgeht

Grundlagen des Zeichnens: Linie und Fläche

Warum: Schülerinnen und Schüler müssen grundlegende Kenntnisse über Linienführung und die Gestaltung von Flächen haben, um diese in den Druckstock zu übertragen.

Umgang mit einfachen Werkzeugen und Materialien

Warum: Die sichere Handhabung von Ritzwerkzeugen und das Verständnis für das Auftragen von Farbe sind essenziell für die praktische Durchführung.

Schlüsselvokabular

HochdruckEin Druckverfahren, bei dem die druckenden Elemente erhaben sind und die nicht druckenden Teile tiefer liegen. Die Farbe wird nur auf die erhabenen Teile aufgetragen.
DruckstockDas Werkzeug oder Material (hier Linol oder Styropor), in das das Motiv eingeritzt wird und von dem der Druck ausgeht.
SeitenverkehrtheitDas Spiegelbild des Motivs, das auf dem Druckträger erscheint, weil der Druckvorgang das Motiv umkehrt.
DruckfarbeEine spezielle, oft pastöse Farbe, die auf den Druckstock aufgetragen wird, um das Motiv auf das Papier zu übertragen.
StrukturDie Oberflächenbeschaffenheit, die durch Linien, Punkte oder Flächen im Druckstock entsteht und sich im Druckbild zeigt.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDas Motiv beim Drucken bleibt in der Originalrichtung.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Das Motiv spiegelt sich, weil nur die erhabenen Teile Farbe aufnehmen und umkehren. Praktisches Testen mit einfachen Formen wie Buchstaben klärt dies schnell. Peer-Diskussionen nach dem ersten Druck helfen, eigene Modelle zu korrigieren.

Häufige FehlvorstellungEine gedruckte Fläche sieht aus wie eine gezeichnete.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Druckflächen sind reliefartig und unregelmäßig durch Farbverteilung. Schüler vergleichen eigene Drucke mit Zeichnungen und spüren die Struktur mit den Fingern. Solche sensorischen Experimente festigen den Unterschied.

Häufige FehlvorstellungÜberdrucken verschiedener Farben ergibt immer Dunkelbraun.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Je nach Farben entstehen neue Töne oder Muster. Experimente mit Primärfarben zeigen additive Effekte. Gruppenarbeit beim Überdrucken fördert Beobachtung und Hypothesenbildung.

Ideen für aktives Lernen

Alle Aktivitäten ansehen

Bezüge zur Lebenswelt

  • Buchdrucker nutzten im Mittelalter und der frühen Neuzeit Holzstöcke für den Hochdruck, um Texte und Bilder schnell und in großer Auflage zu vervielfältigen. Diese Technik war grundlegend für die Verbreitung von Wissen.
  • Künstler wie M.C. Escher nutzten Drucktechniken, um komplexe visuelle Effekte und Illusionen zu erzeugen. Seine Arbeiten zeigen, wie durch bewusste Umkehrung und Spiegelung faszinierende Darstellungen entstehen.
  • Moderne Verpackungsdesigner verwenden manchmal Hochdruckverfahren für spezielle Effekte auf Kartons oder Tüten, um eine haptisch interessante und auffällige Oberfläche zu gestalten.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schülerinnen und Schüler erhalten ein Blatt mit zwei Feldern. In Feld 1 zeichnen sie ein einfaches Symbol und daneben, wie es spiegelverkehrt aussehen würde. In Feld 2 beschreiben sie kurz, warum das passiert. Dies prüft das Verständnis der Seitenverkehrtheit.

Kurze Überprüfung

Lehrerin oder Lehrer hält ein fertiges Druckblatt und einen nicht bearbeiteten Druckstock hoch. Frage: 'Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Oberflächen und wie ist er entstanden?' Schüler antworten mündlich oder schreiben Stichpunkte auf. Dies überprüft das Verständnis von Fläche und Struktur.

Gegenseitige Bewertung

Zwei Schüler tauschen ihre Drucke aus, die mit zwei Farben erstellt wurden. Sie bewerten gegenseitig: 'Welche Farbe ist zuerst gedruckt worden? Wie gut sind die Farben ineinander übergegangen? Gibt es interessante neue Farbtöne?' Sie geben sich gegenseitig ein positives Feedback und einen Verbesserungsvorschlag.

Häufig gestellte Fragen

Wie erkläre ich Schülern die Seitenrichtigkeit beim Hochdruck?
Zeigen Sie mit einem Buchstaben wie 'A': Gespiegelt ritzen, drucken, vergleichen. Erklären Sie, dass erhabene Linien Farbe nehmen und umkehren. Lassen Sie Schüler es selbst ausprobieren: Das Spiegelbild wird sofort sichtbar und bleibt durch Wiederholung im Gedächtnis. Ergänzen Sie mit Vorher-Nachher-Fotos für Reflexion. (62 Wörter)
Welche Materialien brauche ich für eine Druckwerkstatt mit Styropor?
Styroporplatten, Druckfarbe oder Tempera, Walzen, Löffel zum Ritzen, Papier und Feuchttücher. Für Linol: Schnittmesser und stabilere Platten. Bereiten Sie Vorlagen vor, um Zeit zu sparen. Testen Sie Materialien vorher auf Alterssicherheit. So läuft die Stunde reibungslos und kreativ. (58 Wörter)
Wie fördere ich aktives Lernen in der Druckwerkstatt?
Setzen Sie auf Stationenrotationen, bei denen Schüler ritzen, drucken und überdrucken. Paararbeit beim Motiventwurf und Reflexionsrunden vertiefen Verständnis. Jede Schülerin und jeder Schüler experimentiert selbst, dokumentiert Effekte und präsentiert. Das macht Prinzipien wie Seitenrichtigkeit greifbar und motiviert durch Erfolge. Differenzieren Sie durch Motivkomplexität. (68 Wörter)
Was sind typische Effekte beim Überdrucken mit Farben?
Überdrucken erzeugt neue Farbtöne, Moirés oder Texturen. Rot über Gelb wird Orange, ungenaue Ausrichtung schafft Muster. Schüler testen mit Primärfarben und notieren Ergebnisse. Das lehrt Farblehre spielerisch und verbindet Kunst mit Naturwissenschaften. Fördern Sie Variationen für individuelle Entdeckungen. (59 Wörter)