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Kunst · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Post-Impressionismus: Emotion und Symbol

Aktives Lernen eignet sich besonders gut, um die Reduktion der Form als kreativen Prozess erfahrbar zu machen. Schülerinnen und Schüler erleben selbst, wie aus gegenständlicher Abbildung durch gezielte Vereinfachung neue Bedeutungen entstehen, was das Verständnis für moderne Bildsprache vertieft.

KMK BildungsstandardsBildnerische RezeptionBildnerische Produktion
15–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Forschungskreis45 Min. · Kleingruppen

Forschungskreis: Der Abstraktionspfad

In Kleingruppen erhalten Schueler Fotos von Alltagsgegenstaenden. Sie muessen in fuenf aufeinanderfolgenden Zeichnungen das Objekt so weit reduzieren, dass es im letzten Schritt nur noch aus drei geometrischen Formen besteht, und dokumentieren den Entscheidungsprozess.

Analysieren Sie, wie Künstler wie Van Gogh oder Gauguin Emotionen durch Farbe und Form ausdrücken.

ModerationstippErklären Sie bei 'Der Abstraktionspfad' den Unterschied zwischen vereinfachender Abstraktion und reiner Willkür, indem Sie ein konkretes Beispiel aus Cézannes Werk vorführen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf und geben Sie jeder Gruppe ein anderes post-impressionistisches Werk (z.B. von Van Gogh, Gauguin, Cézanne). Die Gruppen diskutieren und notieren: Welche Emotionen werden durch Farbe und Form vermittelt? Welche Symbole erkennen wir und was könnten sie bedeuten? Die Ergebnisse werden kurz im Plenum vorgestellt.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): Kompositionsregeln

Schueler betrachten ein Werk von Mondrian oder Kandinsky und identifizieren das visuelle Zentrum. Sie tauschen sich mit einem Partner darueber aus, wie Linienfuehrung und Farbgewichtung den Blick lenken, auch ohne dass ein Gegenstand abgebildet ist.

Differentiieren Sie die Ziele des Post-Impressionismus von denen des Impressionismus.

ModerationstippBei 'Think-Pair-Share: Kompositionsregeln' achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Beobachtungen zu konkreten post-impressionistischen Werken in Beziehung setzen und nicht nur allgemeine Regeln nennen.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler eine kurze Analyse (ca. 100 Wörter) eines post-impressionistischen Werkes verfassen, die sich auf den subjektiven Ausdruck konzentriert. Anschließend tauschen die Schüler ihre Texte aus. Jeder Schüler gibt dem Partner Feedback zu folgenden Fragen: Wurde die Rolle von Farbe und Form für den Ausdruck klar benannt? Wurde mindestens ein Symbol identifiziert und dessen mögliche Bedeutung diskutiert?

VerstehenAnwendenAnalysierenSelbstwahrnehmungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 03

Fallstudienanalyse60 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Format und Dynamik

An Stationen mit unterschiedlichen Papierformaten (Hochformat, Querformat, Quadrat) ordnen Schueler schwarze Papierstreifen an. Sie diskutieren in der Gruppe, wie dasselbe Arrangement je nach Rahmenbegrenzung stabil oder instabil wirkt.

Bewerten Sie die Rolle des Symbols in post-impressionistischen Werken.

ModerationstippWährend der 'Stationenrotation: Format und Dynamik' geben Sie gezielt Feedback zu den Collagen, bevor die Schülerinnen und Schüler zum nächsten Station wechseln.

Worauf zu achten istJeder Schüler erhält ein Blatt mit zwei Fragen: 1. Nennen Sie einen wesentlichen Unterschied zwischen Impressionismus und Post-Impressionismus in Bezug auf die künstlerische Absicht. 2. Beschreiben Sie kurz, wie ein Künstler der Moderne (z.B. Kandinsky) die Ideen des Post-Impressionismus weiterentwickelt haben könnte.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Lehrkräfte sollten den Fokus auf den Prozess der Abstraktion legen, nicht auf das Endergebnis. Vermeiden Sie es, Abstraktion als 'schwer' oder 'nur für Experten' darzustellen. Stattdessen betonen Sie, wie jeder Schritt von der gegenständlichen Darstellung zur geometrischen Vereinfachung führt. Nutzen Sie digitale Tools wie einfache Zeichenprogramme, um Unsicherheiten im Zeichnen abzubauen und den Fokus auf Form und Komposition zu lenken.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler geometrische Grundstrukturen bewusst einsetzen, um Emotionen und Symbolik zu vermitteln. Sie erkennen, wie Komposition, Gleichgewicht und Spannung die Bildwirkung steuern, auch ohne narrative Inhalte.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Think-Pair-Share: Kompositionsregeln beobachten Sie, dass Schülerinnen und Schüler sagen, abstrakte Kunst sei 'einfach wild drauflos gemalt'.

    Nutzen Sie die Gelegenheit, um gemeinsam die Collagen aus dem Abstraktionspfad zu betrachten und zu fragen: 'Welche Regeln wurden hier bewusst gebrochen, welche eingehalten? Wie verändert das die Bildwirkung?'

  • Während der Stationenrotation: Format und Dynamik hören Sie Schülerinnen und Schüler sagen: 'Ich kann das nicht abstrahieren, weil ich nicht gut zeichnen kann.'

    Zeigen Sie ihnen, wie sie mit den bereitgestellten Schablonen oder digitalen Formen direkt mit der Formwirkung experimentieren können, ohne auf Zeichentechnik angewiesen zu sein.


In dieser Übersicht verwendete Methoden