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Geschichte · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Die Goldenen Zwanziger: Kultur und Gesellschaft

Aktives Lernen eignet sich besonders, weil die Goldenen Zwanziger komplexe gesellschaftliche Veränderungen vermitteln, die sich nicht allein durch Texte erschließen. Durch handlungsorientierte Methoden wie Quellenarbeit oder Rollenspiele erkennen Schülerinnen und Schüler die Widersprüche und Nuancen dieser Epoche, die in Lehrbuchdarstellungen oft vereinfacht werden.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G 12.2: Die Weimarer Republik, Die 'Goldenen Zwanziger'?Kernlehrplan NRW S II: Inhaltsfeld 4, Die Weimarer Republik. Gesellschaft und Kultur in den 1920er JahrenKMK EPA Geschichte: Sachgebiet 1, Die Weimarer Republik. Gesellschaftlicher und kultureller Wandel
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Museumsgang45 Min. · Kleingruppen

Quellenstationen: Neue Sachlichkeit

Richten Sie Stationen mit Bildern von Dix, Textauszügen von Döblin und Erklärvideos ein. Gruppen analysieren Merkmale wie Realismus und Kritik, notieren Beobachtungen und präsentieren. Abschließende Plenumdiskussion vergleicht Ergebnisse.

Analysieren Sie die Merkmale der 'Neuen Sachlichkeit' in Kunst und Literatur.

ModerationstippBei den Quellenstationen zur Neuen Sachlichkeit sorgen Sie dafür, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Kunstwerke betrachten, sondern gezielt nach sozialen und politischen Aussagen suchen.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten ein Zitat eines Künstlers oder Schriftstellers der Neuen Sachlichkeit. Sie sollen in zwei Sätzen erklären, wie das Zitat die Prinzipien dieser Stilrichtung widerspiegelt, und ein Beispiel für ein Werk nennen, das dies veranschaulicht.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Geschlechterrollen

Schülerinnen und Schüler verkörpern Figuren wie Flapper, Hausfrau oder Intellektuellen. Sie agieren Szenen aus Alltag und Diskussionen, reflektieren Veränderungen danach in Partnergesprächen. Plenum fasst Wandlungen zusammen.

Erklären Sie die Veränderungen in den Geschlechterrollen und im Alltagsleben.

ModerationstippIm Rollenspiel zu Geschlechterrollen geben Sie den Schülerinnen und Schülern klare Rollenkarten mit widersprüchlichen Positionen, um die Ambivalenz der Epoche erfahrbar zu machen.

Worauf zu achten istStellen Sie folgende Frage in Kleingruppen: 'Inwiefern waren die 'Goldenen Zwanziger' wirklich golden für alle Gesellschaftsschichten?' Die Gruppen sammeln Argumente für und gegen die These einer breiten gesellschaftlichen Entwicklung und präsentieren ihre Ergebnisse kurz im Plenum.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Debatte40 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Goldene Zwanziger für alle?

Teilen Sie die Klasse in Für- und Gegenpositionen. Jede Seite sammelt Argumente aus Quellen zu sozialer Breite. Moderierte Debatte mit Abstimmung schließt ab.

Bewerten Sie, inwiefern die 'Goldenen Zwanziger' eine breite gesellschaftliche Entwicklung darstellten.

ModerationstippIn der Debatte zur Frage 'Goldene Zwanziger für alle?' achten Sie darauf, dass die Gruppen nicht nur Pro- und Contra-Argumente sammeln, sondern konkrete historische Beispiele einbeziehen.

Worauf zu achten istLegen Sie drei Bilder vor: ein Gemälde der Neuen Sachlichkeit, ein Modefoto einer 'Neuen Frau' und eine Werbeanzeige aus den 1920ern. Die Schülerinnen und Schüler identifizieren zu jedem Bild die Epoche und benennen ein Merkmal, das sie mit den 'Goldenen Zwanzigern' verbinden.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Zeitstrahl-Challenge30 Min. · Partnerarbeit

Zeitstrahl-Challenge: Modernisierung

Individuell erstellen Schüler einen Zeitstrahl mit Events zu Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft. In Paaren ergänzen und präsentieren sie gegenseitig.

Analysieren Sie die Merkmale der 'Neuen Sachlichkeit' in Kunst und Literatur.

ModerationstippBeim Zeitstrahl zur Modernisierung lassen Sie die Schülerinnen und Schüler nicht nur Daten eintragen, sondern auch regionale Unterschiede und soziale Ungleichheiten thematisieren.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten ein Zitat eines Künstlers oder Schriftstellers der Neuen Sachlichkeit. Sie sollen in zwei Sätzen erklären, wie das Zitat die Prinzipien dieser Stilrichtung widerspiegelt, und ein Beispiel für ein Werk nennen, das dies veranschaulicht.

ErinnernVerstehenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte betonen, dass die Goldenen Zwanziger nicht als lineare Erfolgsgeschichte dargestellt werden dürfen. Vermeiden Sie es, die Epoche als rein positiv zu rahmen, und nutzen Sie stattdessen Widersprüche als Ausgangspunkt für Diskussionen. Besonders wirksam ist die Verbindung von Kunst, Alltagsgeschichte und politischen Rahmenbedingungen, um ein ganzheitliches Bild zu vermitteln. Studien zeigen, dass Schülerinnen und Schüler historische Zusammenhänge besser verstehen, wenn sie diese selbst in Handlungen oder Debatten anwenden müssen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler die Ambivalenz der Epoche verstehen und nicht nur oberflächliche Klischees reproduzieren. Sie sollen Quellen kritisch einordnen, historische Zusammenhänge herstellen und eigene Positionen begründet vertreten können.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Quellenstationen zur Neuen Sachlichkeit könnte die Annahme entstehen, die Goldenen Zwanziger seien durchgehend prosperierend und modern gewesen.

    Lenken Sie die Aufmerksamkeit im Gespräch nach der Station auf regionale Unterschiede und soziale Ungleichheiten, indem Sie gezielt Quellen zur Hyperinflation oder Arbeitslosigkeit einbeziehen.

  • Während der Quellenstationen zur Neuen Sachlichkeit könnte die Annahme entstehen, die Neue Sachlichkeit sei rein ästhetisch, ohne gesellschaftliche Kritik.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, in den Kunstwerken nach sozialen Motiven wie Armut oder Entfremdung zu suchen und diese mit historischen Kontexten zu verknüpfen.

  • Während des Rollenspiels zu Geschlechterrollen könnte die Annahme entstehen, Geschlechterrollen hätten sich vollständig und unwiderruflich geändert.

    Nutzen Sie die Auswertung des Rollenspiels, um auf die Brüchigkeit dieser Fortschritte hinzuweisen und die spätere Rücknahme dieser Veränderungen zu thematisieren.


In dieser Übersicht verwendete Methoden