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Geschichte · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Das Ende der Weimarer Republik: Scheitern der Demokratie

Aktive Lernformen passen besonders gut zu diesem Thema, weil Schülerinnen und Schüler die Komplexität der Endphase der Weimarer Republik durch eigene Handlungen und Rollen erleben. Die Polarisierung und die verfassungsrechtlichen Grauzonen werden greifbar, wenn sie nicht nur gehört, sondern selbst diskutiert und entschieden werden. So verknüpfen sie historische Fakten mit politischer Verantwortung.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G 12.2: Die Weimarer Republik, Zerstörung der DemokratieKernlehrplan NRW S II: Inhaltsfeld 4, Die Weimarer Republik. Zerstörung der DemokratieKMK EPA Geschichte: Sachgebiet 1, Die Weimarer Republik. Scheitern der Republik
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Philosophische Stühle45 Min. · Kleingruppen

Quellenstationen: Polarisierung und Gewalt

Richten Sie fünf Stationen ein: Zeitungsartikel zu Straßenkämpfen, SA-Propaganda, SPD-Reden, Karikaturen und Polizeiberichte. Gruppen analysieren pro Station eine Quelle, notieren Argumente und präsentieren. Abschlussrunde diskutiert Parallelen.

Analysieren Sie die Rolle der politischen Polarisierung und der Gewalt auf der Straße.

ModerationstippBei den Quellenstationen sorgen Sie für eine klare Struktur: Jede Station sollte maximal 10 Minuten dauern, damit die Schüler genug Zeit zum Lesen, Notieren und Diskutieren haben.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe eine der Kernfragen. Lassen Sie sie Argumente sammeln, die für und gegen eine bestimmte Antwort sprechen, und bereiten Sie eine kurze Präsentation vor, die ihre Diskussionsergebnisse zusammenfasst. Fragen Sie: 'Inwieweit waren die Entscheidungen der politischen Akteure in den Jahren 1930-1933 ausschlaggebend für das Ende der Republik?'

AnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSozialbewusstsein
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Aktivität 02

Debatte50 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Artikel 48

Eine Innenszirkel-Gruppe debattiert als Politiker die Notwendigkeit von Notverordnungen, der Außenzirkel notiert Argumente und wechselt nach 10 Minuten. Moderation mit Key Questions leitet zu Bewertung.

Erklären Sie die Bedeutung des Artikels 48 der Weimarer Verfassung für die Präsidialkabinette.

ModerationstippBei der Fishbowl-Debatte legen Sie vorab fest, wer zunächst im inneren Kreis sitzt, und wechseln die Rollen nach 10 Minuten, um allen die Teilnahme zu ermöglichen.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, auf einer Karteikarte zwei Sätze zu schreiben: Der erste Satz soll erklären, wie Artikel 48 die parlamentarische Demokratie schwächte. Der zweite Satz soll die Rolle der Weltwirtschaftskrise bei der Radikalisierung der politischen Ränder beschreiben.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Rollenspiel40 Min. · Partnerarbeit

Rollenspiel: Präsidialkabinette

Paare verkörpern Figuren wie Hindenburg, Brüning oder Papen und bauen eine interaktive Timeline mit Ereigniskarten. Sie erläutern Entscheidungen und diskutieren Alternativen in Plenum.

Bewerten Sie, ob das Scheitern der Weimarer Republik unvermeidlich war.

ModerationstippBeim Timeline-Rollenspiel geben Sie den Schülerinnen und Schülern konkrete Rollenkarten mit Zielen, aber ohne fertige Reden, damit sie spontan argumentieren müssen.

Worauf zu achten istStellen Sie eine Liste von Begriffen bereit (z.B. Präsidialkabinett, SA, Artikel 48, Weltwirtschaftskrise). Bitten Sie die Schüler, jedem Begriff eine kurze, prägnante Erklärung zuzuordnen, die seine Bedeutung für das Ende der Weimarer Republik verdeutlicht.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 04

Philosophische Stühle35 Min. · Kleingruppen

Was-wäre-wenn-Simulation

Gruppen erhalten Szenarien ohne Weltwirtschaftskrise oder mit starker Mitte, modellieren Verfassungskrisen mit Karten und Stimmen. Präsentation bewertet Unvermeidbarkeit des Scheiterns.

Analysieren Sie die Rolle der politischen Polarisierung und der Gewalt auf der Straße.

ModerationstippIn der Was-wäre-wenn-Simulation achten Sie darauf, dass die Gruppen ihre Entscheidungen schriftlich festhalten, damit sie später ihre Alternativen bewerten können.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe eine der Kernfragen. Lassen Sie sie Argumente sammeln, die für und gegen eine bestimmte Antwort sprechen, und bereiten Sie eine kurze Präsentation vor, die ihre Diskussionsergebnisse zusammenfasst. Fragen Sie: 'Inwieweit waren die Entscheidungen der politischen Akteure in den Jahren 1930-1933 ausschlaggebend für das Ende der Republik?'

AnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSozialbewusstsein
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen hier auf Quellenarbeit mit klarem Fokus auf Perspektivwechsel, weil die Weimarer Republik zeigt, wie schnell Demokratien durch Gewalt und Notverordnungen ausgehebelt werden. Vermeiden Sie es, den Versailler Vertrag als alleinigen Grund für das Scheitern darzustellen, sondern arbeiten Sie heraus, wie innere Akteure die Krise verschärften. Nutzen Sie Rollenspiele, um zu verdeutlichen, dass historische Entwicklungen auch von konkreten Entscheidungen abhängen und nicht unvermeidbar waren.

Am Ende der Einheit sollen die Lernenden nicht nur Fakten wiedergeben, sondern Zusammenhänge erklären und historische Alternativen abwägen können. Sie erkennen, dass das Scheitern kein Schicksal war, sondern Ergebnis konkreter Entscheidungen. Ihre Argumente stützen sie auf Quellen und sachliche Analyse.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Quellenstationen Polarisierung und Gewalt beobachten Sie, dass Schülerinnen und Schüler den Versailler Vertrag als Hauptgrund für das Scheitern nennen. Lenken Sie ihre Aufmerksamkeit auf die Quellenausschnitte zu Artikel 48 und Präsidialkabinetten, um die innere Dynamik zu verdeutlichen.

    Zeigen Sie im Fishbowl zu Artikel 48, wie Präsidialkabinette die Verfassung systematisch umgingen und die Mitte ausschalteten, statt nur auf äußere Faktoren zu verweisen.

  • Während der Fishbowl-Debatte Artikel 48 hören Sie einseitige Schuldzuweisungen an die SA. Fordern Sie die Schüler auf, Quellen zum Rotfrontkämpferbund und Reichsbanner zu vergleichen, um die Gewalt von links und rechts sichtbar zu machen.

    Lassen Sie in den Quellenstationen zu politischer Gewalt gezielt nach Belegen für Gewalt von links suchen und diskutieren Sie im Plenum, wie beide Extreme die Demokratie schwächten.

  • Während des Timeline-Rollenspiels Präsidialkabinette äußern Schüler, das Scheitern sei unvermeidbar gewesen. Nutzen Sie die Was-wäre-wenn-Simulation, um zu zeigen, dass alternative Koalitionen möglich gewesen wären.

    Fragen Sie die Schüler nach dem Rollenspiel, welche konkreten Entscheidungen Brüning oder Papen hätten treffen können, um die Republik zu stabilisieren.


In dieser Übersicht verwendete Methoden