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Geographie · Klasse 13 · Disparitäten und Entwicklungszusammenarbeit · 2. Halbjahr

Ziele der Entwicklungszusammenarbeit

Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten die Ziele und Prinzipien der Entwicklungszusammenarbeit.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - EntwicklungszusammenarbeitKMK: Sekundarstufe II - Globales Lernen

Über dieses Thema

Die Ziele der Entwicklungszusammenarbeit basieren auf den Millenniums-Entwicklungs目標en und den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Schülerinnen und Schüler der Klasse 13 erarbeiten diese Ziele, analysieren Formen der Zusammenarbeit wie bilaterale, multilaterale Ansätze und die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und bewerten Prinzipien wie 'Hilfe zur Selbsthilfe'. Dies verbindet sich direkt mit den KMK-Standards für Sekundarstufe II im Bereich Entwicklungszusammenarbeit und Globales Lernen.

Im Kontext der Einheit 'Disparitäten und Entwicklungszusammenarbeit' fördert das Thema systemisches Denken und die Fähigkeit, globale Ungleichheiten kritisch zu bewerten. Schülerinnen und Schüler lernen, dass Entwicklungszusammenarbeit nicht nur finanzielle Transfers umfasst, sondern nachhaltige Strukturen aufbaut, um Armut zu bekämpfen, Bildung zu sichern und Umweltschutz zu gewährleisten. Solche Inhalte stärken Kompetenzen in Analyse und Argumentation, die für Abiturprüfungen essenziell sind.

Aktives Lernen eignet sich hervorragend für dieses Thema, da abstrakte Ziele durch Diskussionen, Rollenspiele und Projekte konkret werden. Wenn Schülerinnen und Schüler eigene Kampagnen zu SDGs entwickeln oder Debatten zu 'Hilfe zur Selbsthilfe' führen, internalisieren sie Prinzipien nachhaltig und üben demokratische Prozesse.

Leitfragen

  1. Erklären Sie die Millenniums- und Sustainable Development Goals (SDGs) der UN.
  2. Analysieren Sie die verschiedenen Formen der Entwicklungszusammenarbeit (bilateral, multilateral, NGO).
  3. Bewerten Sie die Bedeutung von 'Hilfe zur Selbsthilfe' als Leitprinzip.

Lernziele

  • Erklären Sie die Entstehungsgeschichte und die Kernziele der Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs) und der Sustainable Development Goals (SDGs).
  • Analysieren Sie die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen bilateraler, multilateraler und NGO-basierter Entwicklungszusammenarbeit anhand konkreter Beispiele.
  • Bewerten Sie die Effektivität des Prinzips 'Hilfe zur Selbsthilfe' in verschiedenen Kontexten der globalen Entwicklung.
  • Vergleichen Sie die Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit vor und nach der Einführung der SDGs.
  • Entwerfen Sie ein Pilotprojekt für eine spezifische SDG-Initiative, das die Prinzipien der Nachhaltigkeit und lokalen Partizipation berücksichtigt.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Globalisierung

Warum: Ein grundlegendes Verständnis von globalen Verflechtungen ist notwendig, um die Notwendigkeit und die Mechanismen der Entwicklungszusammenarbeit zu erfassen.

Wirtschaftliche und soziale Ungleichheit

Warum: Die Analyse von Disparitäten bildet die Basis für das Verständnis der Ziele und Herausforderungen der Entwicklungszusammenarbeit.

Schlüsselvokabular

Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs)Acht von den Vereinten Nationen im Jahr 2000 gesetzte Ziele zur Bekämpfung von Armut und Hunger sowie zur Verbesserung von Gesundheit, Bildung und Umwelt weltweit bis 2015.
Sustainable Development Goals (SDGs)Siebzehn globale Ziele, die von den Vereinten Nationen 2015 verabschiedet wurden und bis 2030 Armut beenden, den Planeten schützen und Wohlstand für alle fördern sollen.
Entwicklungszusammenarbeit (EZ)Die Gesamtheit der Maßnahmen und Programme, die darauf abzielen, die wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung von Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu unterstützen.
Bilaterale EZEntwicklungszusammenarbeit, die direkt zwischen zwei Staaten stattfindet, oft in Form von finanziellen Hilfen, technischer Unterstützung oder Projekten.
Multilaterale EZEntwicklungszusammenarbeit, die über internationale Organisationen wie die Weltbank, den IWF oder UN-Sonderorganisationen abgewickelt wird.
Hilfe zur SelbsthilfeEin Leitprinzip der EZ, das darauf abzielt, die Kapazitäten und Ressourcen von Entwicklungsländern zu stärken, damit diese ihre Probleme eigenständig lösen können.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungEntwicklungshilfe besteht nur aus Geldtransfers.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Entwicklungszusammenarbeit zielt auf langfristige Strukturreformen ab, wie Bildung und Infrastruktur. Aktive Ansätze wie Fallstudien-Analysen in Gruppen helfen Schülerinnen und Schülern, die Vielfalt der Maßnahmen zu erkennen und Vorurteile durch evidenzbasierte Diskussionen abzubauen.

Häufige FehlvorstellungSDGs gelten nur für Entwicklungsländer.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Die SDGs sind universell und fordern alle Länder auf, Armut, Klimawandel und Ungleichheit global anzugehen. Rollenspiele mit lokalen Beispielen zeigen dies und fördern durch Peer-Feedback ein nuanciertes Verständnis.

Häufige Fehlvorstellung'Hilfe zur Selbsthilfe' bedeutet Passivität der Geber.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Das Prinzip betont Eigeninitiative der Empfänger mit gezielter Unterstützung. Debatten in Kleingruppen klären dies, indem Schülerinnen und Schüler reale Projekte bewerten und Abhängigkeiten diskutieren.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) setzt in vielen afrikanischen Ländern Projekte um, die auf die Förderung erneuerbarer Energien und nachhaltiger Landwirtschaft abzielen, um die Ernährungssicherheit zu verbessern und lokale Arbeitsplätze zu schaffen.
  • Die Vereinten Nationen koordinieren über ihre verschiedenen Unterorganisationen wie UNICEF und das Welternährungsprogramm (WFP) Hilfslieferungen und Entwicklungsprojekte in Krisenregionen wie Syrien oder dem Südsudan, um humanitäre Hilfe zu leisten und langfristige Perspektiven zu entwickeln.
  • Lokale Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie Oxfam oder medico international führen Kampagnen durch und initiieren Projekte zur Armutsbekämpfung und zum Schutz der Menschenrechte in globalen Süden, oft in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Diskussionsfrage

Teilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe ein anderes SDG (z.B. SDG 1: Keine Armut, SDG 4: Hochwertige Bildung). Lassen Sie die Gruppen diskutieren: Welche konkreten Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit sind am wirksamsten, um dieses Ziel zu erreichen? Welche Herausforderungen gibt es dabei? Jede Gruppe präsentiert ihre Ergebnisse kurz.

Lernstandskontrolle

Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, auf einem Zettel zwei Formen der Entwicklungszusammenarbeit (z.B. bilateral, NGO) zu nennen und jeweils ein Beispiel für eine typische Aktivität zu geben. Zusätzlich sollen sie eine kurze Einschätzung abgeben, warum 'Hilfe zur Selbsthilfe' ein wichtiges Prinzip ist.

Kurze Überprüfung

Stellen Sie eine Liste mit verschiedenen Aussagen zur Entwicklungszusammenarbeit (z.B. 'Die MDGs waren erfolgreicher als die SDGs', 'NGOs sind immer effektiver als bilaterale Hilfe'). Die Schülerinnen und Schüler markieren jede Aussage als 'richtig' oder 'falsch' und begründen ihre Wahl kurz mit einem Satz.

Häufig gestellte Fragen

Was sind die Sustainable Development Goals (SDGs)?
Die SDGs sind 17 Ziele der UN, die bis 2030 globale Herausforderungen wie Armut, Hunger, Gesundheit und Klimaschutz lösen sollen. Sie bauen auf den Millenniumszielen auf und sind universell gültig. In der Oberstufe eignen sich SDGs für Analysen, da sie messbare Indikatoren haben und mit deutscher Politik verknüpft werden können. Schülerinnen und Schüler lernen so, Ziele mit realen Disparitäten zu verknüpfen.
Unterschied zwischen bilateraler und multilateraler Entwicklungszusammenarbeit?
Bilaterale Zusammenarbeit erfolgt direkt zwischen zwei Staaten, wie Deutschland und Partnerländern, und erlaubt gezielte Kontrolle. Multilaterale läuft über Organisationen wie die UN oder Weltbank mit breiterer Beteiligung. NGOs ergänzen beide durch flexible Projekte. Im Unterricht vergleichen Gruppen Vor- und Nachteile anhand von Beispielen, um Effizienz zu bewerten.
Warum ist 'Hilfe zur Selbsthilfe' ein Leitprinzip?
'Hilfe zur Selbsthilfe' fördert Nachhaltigkeit, indem Empfänger Eigenverantwortung übernehmen und Abhängigkeiten vermieden werden. Es basiert auf Partnerschaft statt Bevormundung. Schülerinnen und Schüler bewerten dies durch Fallstudien, etwa Mikrokredite, und erkennen, dass kurzfristige Hilfe langfristig scheitert. Dies stärkt kritisches Denken zu globaler Gerechtigkeit.
Wie kann aktives Lernen die Ziele der Entwicklungszusammenarbeit vermitteln?
Aktives Lernen macht abstrakte Ziele greifbar: Durch Stationen zu Formen der Zusammenarbeit, Rollenspiele zu SDG-Verhandlungen oder Kampagnenprojekte internalisieren Schülerinnen und Schüler Prinzipien wie 'Hilfe zur Selbsthilfe'. Gruppenarbeit fördert Argumentation, Peer-Feedback vertieft Verständnis und lokale Bezüge motivieren. Solche Methoden passen zu KMK-Standards und bereiten auf Abiturthemen vor, mit Dauer von 30-60 Minuten pro Aktivität.