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Deutsch · Klasse 6 · Sprachliche Vielfalt und Dialekte · 2. Halbjahr

Sprache im Wandel

Untersuchung, wie sich Sprache im Laufe der Zeit verändert und neue Wörter entstehen.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - Sprache und Sprachgebrauch untersuchenKMK: Sekundarstufe I - Mit Texten und Medien umgehen

Über dieses Thema

Das Thema 'Sprache im Wandel' untersucht, wie sich die deutsche Sprache über die Zeit verändert und neue Wörter entstehen. Schüler analysieren Faktoren wie Technologie, Migration und kulturelle Einflüsse, die Neologismen fördern. Sie vergleichen Wortschatz aus älteren Texten, etwa aus Grimms Märchen oder Goethes Werken, mit heutigem Sprachgebrauch in Zeitungen, Werbung oder Social Media. Anglizismen wie 'Handy', 'Selfie' oder 'Chillen' dienen als Beispiele für den Einfluss des Englischen auf die deutsche Sprache.

Im KMK-Lehrplan Sekundarstufe I stärkt dies die Kompetenzen, Sprache und Sprachgebrauch zu untersuchen sowie mit Texten und Medien umzugehen. Schüler erkennen Sprachveränderung als natürlichen, dynamischen Prozess, der Kommunikation anpasst und bereichert. Sie lernen, Vorurteile gegenüber Neuerungen abzubauen und die Vielfalt der Sprache zu schätzen.

Aktive Lernformen passen hervorragend zu diesem Thema, weil abstrakte Veränderungsprozesse durch praktische Übungen wie das Erfinden eigener Wörter oder das Sammeln regionaler Ausdrücke konkret werden. Solche Ansätze fördern Kreativität, Diskussion und eigenständiges Forschen, was das Verständnis vertieft und langfristig festhält.

Leitfragen

  1. Analysieren Sie, welche Faktoren zur Entstehung neuer Wörter in der deutschen Sprache beitragen.
  2. Vergleichen Sie den Wortschatz älterer Texte mit dem heutigen Sprachgebrauch.
  3. Erklären Sie, wie Anglizismen die deutsche Sprache beeinflussen.

Lernziele

  • Analysieren Sie die Faktoren, die zur Entstehung neuer Wörter (Neologismen) in der deutschen Sprache beitragen.
  • Vergleichen Sie den Wortschatz von Texten aus dem 19. Jahrhundert mit dem heutigen Sprachgebrauch in Medien.
  • Erklären Sie die Auswirkungen von Anglizismen auf die deutsche Lexik und Grammatik.
  • Identifizieren Sie Beispiele für Sprachwandel in verschiedenen Textsorten, von Literatur bis zu Social Media.
  • Bewerten Sie die Notwendigkeit und Akzeptanz von Sprachneuerungen in der Gesellschaft.

Bevor es losgeht

Grundlagen der deutschen Grammatik und Rechtschreibung

Warum: Ein solides Verständnis der grundlegenden Regeln ist notwendig, um Veränderungen und Abweichungen im Sprachwandel erkennen und analysieren zu können.

Textsorten und ihre Merkmale

Warum: Schüler müssen verschiedene Textsorten unterscheiden können, um den Einfluss von Sprachwandel in unterschiedlichen Kontexten (Literatur, Medien, Alltagssprache) zu vergleichen.

Schlüsselvokabular

NeologismusEin neu geschaffenes Wort oder eine neue Wortbedeutung, die in die Sprache aufgenommen wird. Beispiele sind 'googeln' oder 'influencer'.
AnglizismusEin aus dem Englischen übernommenes Wort, das in die deutsche Sprache integriert wird. Beispiele sind 'Meeting', 'downloaden' oder 'cool'.
SprachwandelDie Veränderung der Sprache über die Zeit hinweg in Bezug auf Wortschatz, Grammatik und Aussprache. Dies ist ein natürlicher Prozess.
EtymologieDie Lehre von der Herkunft und Entwicklung der Wörter. Sie hilft zu verstehen, wie Wörter entstanden sind und sich verändert haben.
LehnwortEin Wort, das aus einer anderen Sprache übernommen und an die lautlichen und grammatischen Regeln der aufnehmenden Sprache angepasst wurde. Anglizismen sind eine Form von Lehnwörtern.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDie Sprache ändert sich nicht, sie bleibt immer gleich.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Viele Schüler glauben, Wörter seien ewig gültig. Durch Vergleiche alter und neuer Texte in Gruppenarbeit erkennen sie Veränderungen. Aktive Diskussionen helfen, eigene Erfahrungen einzubringen und den Wandel nachzuvollziehen.

Häufige FehlvorstellungAnglizismen zerstören die deutsche Sprache.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Schüler sehen Fremdwörter oft als Bedrohung. Analysen zeigen, dass sie die Sprache bereichern, wie 'Handy' aus dem Englischen. Peer-Diskussionen in Stationen klären, dass Integration normal ist und Kreativität fördert.

Häufige FehlvorstellungNeue Wörter entstehen nur durch Erfinder.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Manche denken, Wörter kämen von Experten. Gemeinsames Erfinden in der Klasse zeigt, dass Alltag und Gesellschaft sie formen. Praktische Übungen machen den demokratischen Prozess greifbar.

Ideen für aktives Lernen

Alle Aktivitäten ansehen

Bezüge zur Lebenswelt

  • Journalisten und Redakteure bei großen Zeitungen wie der 'Süddeutschen Zeitung' oder dem 'Spiegel' müssen entscheiden, ob sie neue Wörter oder Anglizismen verwenden, um aktuell und verständlich zu berichten.
  • Marketingexperten und Werbetexter nutzen bewusst Sprachwandel und neue Begriffe, um Produkte und Marken für junge Zielgruppen attraktiv zu machen, z.B. in Social-Media-Kampagnen für Mode oder Technologie.
  • Übersetzer bei internationalen Unternehmen müssen die Nuancen von Sprachwandel und kulturellen Einflüssen verstehen, um Texte korrekt und zielgruppengerecht zu übertragen, beispielsweise bei der Lokalisierung von Software oder Filmen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Lassen Sie die Schüler auf einer Karteikarte drei Wörter notieren, die sie in den letzten Wochen neu gelernt haben. Bitten Sie sie, für jedes Wort anzugeben, ob es ein Neologismus oder ein Anglizismus ist und warum es ihrer Meinung nach in die Sprache aufgenommen wurde.

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'Welche Rolle spielen soziale Medien wie TikTok oder Instagram bei der Entstehung und Verbreitung neuer Wörter?' Lassen Sie die Schüler Beispiele nennen und diskutieren Sie gemeinsam, welche dieser Wörter wahrscheinlich dauerhaft Teil der deutschen Sprache werden.

Kurze Überprüfung

Zeigen Sie kurze Textausschnitte aus verschiedenen Epochen (z.B. ein Gedicht von Goethe, eine Zeitungsannonce von 1950, einen Tweet). Bitten Sie die Schüler, jeweils ein Wort zu identifizieren, das sich im Sprachgebrauch stark verändert hat oder heute ungewöhnlich klingt, und kurz zu begründen, warum.

Häufig gestellte Fragen

Wie entstehen neue Wörter in der deutschen Sprache?
Neue Wörter entstehen durch Komposition (z. B. 'Handy' aus Hand + Telefon), Ableitung (z. B. 'googeln') oder Lehnwortübernahme, oft aus Englisch. Faktoren wie Technikfortschritt, Globalisierung und Jugendsprache treiben dies voran. Schüler können dies durch Beobachtung aktueller Medien und Experimente mit eigenen Neologismen verstehen, was den Prozess lebendig macht.
Was sind Beispiele für Anglizismen im Deutschen?
Anglizismen wie 'Smartphone', 'Fitnessstudio', 'Download' oder 'Hashtag' haben sich etabliert. Manche werden angepasst, z. B. 'Handy' statt 'Handyphone'. Im Unterricht hilft es, sie in Kontexten wie Werbung oder Musik zu sammeln, um ihren natürlichen Einfluss zu zeigen und Ängste abzubauen.
Wie vergleiche ich Wortschatz aus alten Texten mit heute?
Lesen Sie Auszüge aus Grimms Märchen oder Luther-Bibel und markieren Sie veraltete Wörter wie 'Knecht' oder 'Ross'. Vergleichen Sie mit modernen Texten aus Instagram oder Nachrichten. Tabellen oder Mindmaps visualisieren Unterschiede und fördern das Verständnis für Evolution.
Wie hilft aktives Lernen beim Thema Sprache im Wandel?
Aktives Lernen macht abstrakte Veränderungen konkret: Schüler erfinden Wörter, jagen Anglizismen oder vergleichen Texte in Gruppen. Das regt Diskussionen an, verbindet Theorie mit Alltag und steigert Motivation. Hands-on-Aktivitäten wie Stationenrotationen sorgen für tieferes Verständnis und besseres Behalten, da Schüler selbst Entdecker sind.

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