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Psychologie · Klasse 11

Ideen für aktives Lernen

Psychosoziale Entwicklung nach Erik Erikson

Entdecken Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern die lebenslange Reise der Identitätsentwicklung. Eriksons Stufenmodell bietet eine faszinierende Landkarte der psychosozialen Herausforderungen, die uns alle prägen.

KMK BildungsstandardsBayern LehrplanPLUS: Psy 11.5 Entwicklungspsychologie
45–90 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Rollenspiel90 Min. · Partnerarbeit

Analyse einer Filmfigur

Die Schülerinnen und Schüler wählen eine Hauptfigur aus einem Film oder einer Serie und analysieren deren Lebenslauf anhand von Eriksons acht Stufen. Sie identifizieren die Krisen, die die Figur durchlebt, und bewerten deren Bewältigung.

Erkläre das epigenetische Prinzip als Grundlage von Eriksons Stufenmodell.

ModerationstippStellen Sie eine Liste mit geeigneten Filmen zur Verfügung, die komplexe Charakterentwicklungen zeigen (z.B. 'Good Will Hunting', 'Die Verurteilten').

Worauf zu achten istEin 'Exit-Ticket', auf dem die Schülerinnen und Schüler in drei Sätzen die zentrale Krise einer vorgegebenen Stufe erklären und ein Beispiel nennen.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Rollenspiel45 Min. · Kleingruppen

Krisen-Rollenspiel

In Kleingruppen wird eine spezifische psychosoziale Krise (z.B. Autonomie vs. Scham und Zweifel) als kurze Szene dargestellt. Die Gruppe zeigt sowohl eine positive als auch eine negative Bewältigung des Konflikts.

Analysiere die zentrale Entwicklungskrise des Jugendalters: Identität versus Identitätsdiffusion.

ModerationstippGeben Sie den Gruppen klare Szenariokarten, um den Fokus auf die Kernkonflikte der jeweiligen Stufe zu lenken.

Worauf zu achten istEine Klausuraufgabe, in der ein Fallbeispiel eines Jugendlichen analysiert und unter Einbezug der Krise 'Identität vs. Identitätsdiffusion' gedeutet werden muss.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 03

Debatte45 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Erikson vs. Freud

Die Klasse wird in zwei Lager geteilt, die die Theorien von Erikson und Freud vertreten. In einer strukturierten Debatte werden die Stärken und Schwächen beider Modelle im Hinblick auf die Erklärung der menschlichen Entwicklung diskutiert.

Vergleiche Eriksons psychosozialen Ansatz mit Freuds psychosexueller Entwicklungstheorie.

ModerationstippWeisen Sie den Gruppen im Vorfeld spezifische Aspekte zu, wie die Rolle der Gesellschaft oder die Bedeutung der Kindheit, um die Debatte zu strukturieren.

Worauf zu achten istDie Lernenden schätzen anhand einer Checkliste ein, wie sicher sie sich bei der Erklärung der einzelnen Stufen und der zentralen Begriffe fühlen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Beginnen Sie mit dem epigenetischen Prinzip als Grundidee des Modells. Arbeiten Sie sich dann chronologisch durch die Stufen und nutzen Sie dabei Beispiele, die an die Lebenswelt der Lernenden anknüpfen. Legen Sie einen besonderen Fokus auf die fünfte Stufe (Identität vs. Identitätsdiffusion), da diese für die Schülerinnen und Schüler am relevantesten ist und zur Selbstreflexion anregt. Der Vergleich mit Freud am Ende der Einheit festigt das Verständnis und fördert kritisches Denken.

Nach dieser Einheit können Ihre Schülerinnen und Schüler die zentralen Konflikte jeder Lebensphase analysieren und die Bedeutung der Jugend für die Ausbildung einer stabilen Identität begründen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Man muss eine Krise 'gewinnen', um zur nächsten Stufe zu gelangen.

    Erikson beschreibt die Bewältigung einer Krise nicht als Sieg oder Niederlage. Es geht darum, eine gesunde Balance zu finden, bei der die positive Eigenschaft (z.B. Vertrauen) die negative (z.B. Misstrauen) überwiegt. Nicht vollständig gelöste Konflikte können zudem in späteren Lebensphasen erneut aufgegriffen werden.

  • Die Stufen sind starre, festgelegte Altersabschnitte, die jeder Mensch gleich durchläuft.

    Die Altersangaben sind Richtwerte und können kulturell sowie individuell variieren. Das Modell ist ein idealtypischer Rahmen, keine exakte Beschreibung jedes einzelnen Lebenslaufs. Die Reihenfolge der Krisen ist jedoch nach dem epigenetischen Prinzip festgelegt.

  • Wenn eine Stufe 'misslingt', ist die Entwicklung dauerhaft gestört.

    Eine negative Bewältigung einer Krise erhöht die Anfälligkeit für Probleme, ist aber nicht unumkehrbar. Positive Erfahrungen in späteren Phasen können helfen, frühere Defizite auszugleichen und die Ich-Identität zu stärken.


In dieser Übersicht verwendete Methoden