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Politik · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Entwicklungspolitik und globale Gerechtigkeit

Aktives Lernen eignet sich besonders für dieses Thema, weil es Schülerinnen und Schülern ermöglicht, komplexe Zusammenhänge wie globale Ungleichheit selbst zu erkunden und zu hinterfragen. Durch Rollenspiele, Debatten und Recherche gewinnen sie nicht nur Faktenwissen, sondern entwickeln auch ein Gespür für die Perspektiven anderer und die Verantwortung der Industrieländer.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - Ethische UrteilsbildungKMK: Sekundarstufe I - Nachhaltigkeitskompetenz
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Debatte45 Min. · Kleingruppen

Debatte: Fairer Handel vs. Direkte Hilfe

Teilen Sie die Klasse in zwei Gruppen: Für fairen Handel und für direkte Hilfen. Jede Gruppe bereitet Argumente mit Daten vor, debattiert 20 Minuten und stimmt anonym ab. Abschließend reflektieren alle in einem Plenum die Stärken beider Ansätze.

Erklären Sie die Ursachen globaler Ungleichheit und Armut.

ModerationstippLegen Sie für die Debatte 'Fairer Handel vs. Direkte Hilfe' klare Kriterien für faire Argumente fest, um sachliche Diskussionen zu fördern.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche drei Hauptursachen für globale Ungleichheit sind Ihrer Meinung nach am gravierendsten und warum?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler zunächst einzeln aufschreiben, dann in Kleingruppen diskutieren und schließlich die wichtigsten Argumente im Plenum vorstellen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: G20-Gipfel zu Armut

Schüler verkörpern Vertreter von Industrieländern, Entwicklungsländern und NGOs. Sie verhandeln Maßnahmen gegen Armut, notieren Kompromisse und präsentieren ein gemeinsames Papier. Nutzen Sie Karten mit Länderdaten für Authentizität.

Bewerten Sie die Effektivität verschiedener Ansätze der Entwicklungspolitik.

ModerationstippFühren Sie beim Rollenspiel zum G20-Gipfel eine kurze Einweisung in die Rollen ein, damit alle Schülerinnen und Schüler die Positionen klar vertreten können.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schülerinnen und Schüler, auf einer Karteikarte eine konkrete Maßnahme der Entwicklungspolitik zu nennen und kurz zu bewerten, ob diese eher zur globalen Gerechtigkeit beiträgt oder nicht. Begründen Sie Ihre Einschätzung mit einem Satz.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Philosophische Stühle40 Min. · Partnerarbeit

Recherche-Stationen: Ursachen Armut

Richten Sie Stationen zu Kolonialismus, Handel und Klima ein. Paare sammeln Fakten aus Quellen, erstellen Infografiken und präsentieren. Wechseln Sie alle 10 Minuten für breite Perspektiven.

Diskutieren Sie die Verantwortung der Industrieländer für globale Gerechtigkeit.

ModerationstippBereiten Sie bei den Recherche-Stationen gezielte Leitfragen vor, die über reine Faktenrecherche hinausgehen und zur Reflexion anregen.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern kurze Fallbeispiele (z.B. ein fairer Handelsprodukt, eine bilaterale Hilfsmaßnahme) und lassen Sie sie in Stichpunkten die potenziellen positiven und negativen Auswirkungen auf globale Gerechtigkeit notieren.

AnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSozialbewusstsein
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Aktivität 04

Philosophische Stühle35 Min. · Kleingruppen

Kampagnen-Design: Globale Gerechtigkeit

Gruppen entwerfen Plakate oder Social-Media-Posts zu einem Hilfsprojekt. Sie recherchieren reale Initiativen, argumentieren für Wirksamkeit und pitchen vor der Klasse.

Erklären Sie die Ursachen globaler Ungleichheit und Armut.

ModerationstippGeben Sie beim Kampagnen-Design konkrete Beispiele für erfolgreiche Kampagnen vor, damit die Schülerinnen und Schüler sich daran orientieren können.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche drei Hauptursachen für globale Ungleichheit sind Ihrer Meinung nach am gravierendsten und warum?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler zunächst einzeln aufschreiben, dann in Kleingruppen diskutieren und schließlich die wichtigsten Argumente im Plenum vorstellen.

AnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSozialbewusstsein
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Vorlagen

Vorlagen, die zu diesen Politik-Aktivitäten passen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte wissen, dass dieses Thema besonders von multiperspektivischen Zugängen und der Verknüpfung von Theorie mit Praxis profitiert. Vermeiden Sie es, Armut als rein moralisches Problem darzustellen – stattdessen sollten Schülerinnen und Schüler die Verantwortung von Strukturen verstehen. Nutzen Sie lokale Bezüge, um globale Zusammenhänge greifbar zu machen, und fördern Sie durch gezielte Fragen die kritische Reflexion statt einfacher Lösungsvorschläge.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler strukturelle Ursachen von Armut benennen, verschiedene Entwicklungspolitiken kritisch vergleichen und ihre eigene Haltung zu globaler Gerechtigkeit begründen können. Sie wenden dabei Analysemethoden auf reale Beispiele an und argumentieren sachlich sowie empathisch.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Debatte 'Fairer Handel vs. Direkte Hilfe' hören wir oft, dass Armut hauptsächlich durch mangelnde Eigeninitiative entsteht.

    Nutzen Sie die Debatte, um die Schülerinnen und Schüler mit konkreten Beispielen aus den Recherche-Stationen zu konfrontieren und lassen Sie sie die Argumente mit den strukturellen Ursachen wie ungerechten Handelsregeln und historischer Ausbeutung vergleichen.

  • Während der Recherche-Stationen wird oft angenommen, dass Entwicklungshilfe immer schnell und nachhaltig wirkt.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, in ihren Gruppen die Ergebnisse der Stationen zu vergleichen und zu diskutieren, warum manche Hilfsmaßnahmen nur kurzfristig wirken und welche Faktoren nachhaltige Veränderungen ermöglichen.

  • Während des Rollenspiels zum G20-Gipfel wird von einigen die Meinung vertreten, dass Industrieländer keine Verantwortung für globale Armut tragen.

    Lenken Sie die Diskussion im Plenum darauf, dass die Schülerinnen und Schüler historische Politiken und aktuelle Handelsungerechtigkeiten als Gründe benennen und die Verantwortung Deutschlands konkret an Beispielen aus der Kampagnen-Design-Phase festmachen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden