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Physik · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Kältemaschinen und Wärmepumpen

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil die Schülerinnen und Schüler komplexe thermodynamische Prozesse durch eigenes Handeln begreifen können. Beim Bauen und Experimentieren mit Modellen wird der abstrakte Kreislauf von Kältemaschinen und Wärmepumpen greifbar und die Grundlagen der Thermodynamik werden durch direkte Beobachtung verständlich.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - Bewertung technischer AnwendungenKMK: Sekundarstufe I - Energieerhaltung
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Fallstudienanalyse45 Min. · Kleingruppen

Modellbau: Einfache Kältemaschine

Schüler bauen mit einem Peltier-Element, Kühlrippe und Ventilator eine Mini-Kältemaschine. Sie messen Temperaturunterschiede vor und nach dem Betrieb und berechnen den COP. Abschließend diskutieren sie den Energieeintrag.

Wie nutzen Kältemaschinen den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, um Wärme von einem kälteren zu einem wärmeren Ort zu transportieren?

ModerationstippBeim Modellbau darauf achten, dass die Schülerinnen und Schüler zunächst eine klare Skizze des Kreislaufs anfertigen, bevor sie mit dem Aufbau beginnen.

Worauf zu achten istJeder Schüler erhält eine Karte mit einer der vier Hauptkomponenten eines Kältekreislaufs (Verdampfer, Kompressor, Kondensator, Drosselventil). Die Schüler schreiben auf die Rückseite: 1. Wo im Kreislauf befindet sich diese Komponente? 2. Welche Hauptfunktion erfüllt sie für den Wärmetransport?

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 02

Fallstudienanalyse50 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Wärmepumpenzyklus

Richten Sie vier Stationen ein: Verdampfung (Wasser mit Trockeneis), Kompression (Handpumpe mit Gasballon), Kondensation (kaltes Wasserbad) und Expansion (Drossel mit Spritze). Gruppen rotieren, protokollieren Beobachtungen und zeichnen den p-V-Diagramm.

Vergleichen Sie den Wirkungsgrad einer Wärmepumpe mit dem einer herkömmlichen Heizung.

ModerationstippBei der Stationenrotation die Reihenfolge der Stationen variieren, damit die Schülerinnen und Schüler den Prozess aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten.

Worauf zu achten istZeigen Sie eine einfache schematische Darstellung einer Wärmepumpe mit Beschriftungen für die vier Hauptkomponenten. Stellen Sie folgende Fragen: 'Was passiert mit dem Kältemittel im Kompressor?' und 'Welche Energieform muss zugeführt werden, damit die Wärmepumpe funktioniert und warum?'

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 03

Fallstudienanalyse30 Min. · Partnerarbeit

Vergleichsrechnung: Wirkungsgrade

Paare erhalten Daten zu Wärmepumpen, Elektroheizungen und Gasheizungen. Sie berechnen COP-Werte, Jahresverbräuche und Kosten. Eine Plakatvorstellung fasst ökonomische und ökologische Vor- und Nachteile zusammen.

Bewerten Sie die ökologische und ökonomische Bedeutung von Wärmepumpen für die zukünftige Energieversorgung.

ModerationstippBei der Vergleichsrechnung die Werte in Kleingruppen diskutieren lassen, um Rechenfehler früh zu erkennen und zu korrigieren.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen ein. Geben Sie jeder Gruppe die Aufgabe, die Vor- und Nachteile einer Wärmepumpe im Vergleich zu einer Gasheizung für ein Einfamilienhaus zu diskutieren. Fordern Sie sie auf, dabei mindestens einen technischen (z.B. COP) und einen ökologischen Aspekt (z.B. CO2-Emissionen) zu nennen.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 04

Rollenspiel40 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Energieberatung

Die Klasse simuliert eine Beratung für ein Einfamilienhaus. Gruppen vertreten Wärmepumpe, Ölheizung und Solar. Sie präsentieren Argumente basierend auf berechneten Wirkungsgraden und diskutieren im Plenum.

Wie nutzen Kältemaschinen den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, um Wärme von einem kälteren zu einem wärmeren Ort zu transportieren?

ModerationstippBeim Rollenspiel als Lehrkraft nur moderieren und bei Bedarf Fachbegriffe einwerfen, um die Diskussion nicht zu unterbrechen.

Worauf zu achten istJeder Schüler erhält eine Karte mit einer der vier Hauptkomponenten eines Kältekreislaufs (Verdampfer, Kompressor, Kondensator, Drosselventil). Die Schüler schreiben auf die Rückseite: 1. Wo im Kreislauf befindet sich diese Komponente? 2. Welche Hauptfunktion erfüllt sie für den Wärmetransport?

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrungsgemäß gelingt die Vermittlung dieses Themas am besten durch eine Kombination aus Modellbau, Experimenten und anwendungsorientierten Berechnungen. Vermeiden Sie reine Frontalphasen, da die Prozesse zu abstrakt sind. Nutzen Sie stattdessen die Neugierde der Schülerinnen und Schüler durch offene Fragestellungen und lassen Sie sie Hypothesen aufstellen, die sie im Experiment überprüfen. Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik sollte durch konkrete Daten und Messergebnisse erfahrbar gemacht werden, nicht durch abstrakte Formeln.

Am Ende sollen die Lernenden den Kältekreislauf schematisch skizzieren, die Funktion jeder Komponente erklären und die Energiebilanz mit dem ersten Hauptsatz korrekt anwenden können. Zudem müssen sie den COP berechnen und die ökologischen Vorteile gegenüber herkömmlichen Heizungen begründen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Modellbaus achten Sie darauf, dass Schülerinnen und Schüler nicht davon ausgehen, dass Wärmepumpen Wärme 'erzeugen'.

    Fordern Sie die Gruppen auf, den Wärmefluss im Modell zu verfolgen und die Energiebilanz zu dokumentieren: Sie werden sehen, dass die zugeführte elektrische Energie nur den Transport der vorhandenen Umweltwärme ermöglicht.

  • Während der Stationenrotation zur Wärmepumpenzyklusanalyse könnte der Eindruck entstehen, dass Kältemaschinen den zweiten Hauptsatz verletzen.

    Nutzen Sie die Station mit der Energiebilanz, um gemeinsam die Entropieänderung zu berechnen: Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass die Entropie des Gesamtsystems durch den Arbeitsaufwand zunimmt.

  • Während der Vergleichsrechnung könnte die Annahme entstehen, dass Wärmepumpen immer effizienter sind als andere Heizsysteme.

    Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in den Rechenaufgaben verschiedene Szenarien (z.B. Außentemperaturen von -5°C und 10°C) durchspielen und die Ergebnisse vergleichen. Diskutieren Sie gemeinsam, warum der COP von der Temperaturdifferenz abhängt.


In dieser Übersicht verwendete Methoden