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Philosophie · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Einführung in die Rechts- und Staatsphilosophie

Aktive Lernformen passen perfekt zu diesem Thema, weil sie abstrakte Begriffe wie Gerechtigkeit und Staat für Jugendliche greifbar machen. Durch Diskussionen und Rollenspiele erkennen Schülerinnen und Schüler die Relevanz dieser Konzepte für ihr eigenes Leben und die Gesellschaft.

KMK BildungsstandardsRecht und GerechtigkeitZusammenleben in Gemeinschaften
20–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Concept-Mapping30 Min. · Partnerarbeit

Pärchenarbeit: Begriffsdefinitionen

Teilen Sie die Klasse in Paare ein. Jede Person definiert Gerechtigkeit, Recht und Staat auf einer Karteikarte. Die Paare vergleichen Definitionen, ergänzen sich gegenseitig und präsentieren eine gemeinsame Version. Schließen Sie mit einer Plenumdiskussion ab.

Differentiere zwischen Gerechtigkeit als Tugend und Gerechtigkeit als Prinzip der Gesellschaftsordnung.

ModerationstippBei der Pärchenarbeit darauf achten, dass die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Formulierungen finden und nicht einfach Definitionen aus dem Buch abschreiben.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit der Frage: 'Nenne eine Situation aus deinem Alltag, in der du eine Regel als ungerecht empfindest. Erkläre kurz, warum sie deiner Meinung nach ungerecht ist und welche Funktion sie eigentlich erfüllen sollte.' Die Antworten werden eingesammelt und geben Aufschluss über das Verständnis von Gerechtigkeit und Regeln.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Aktivität 02

Concept-Mapping45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Funktionen des Staates

Richten Sie vier Stationen ein: Schutzfunktion, Rechtsdurchsetzung, Wohlfahrtsfunktion, Bildungsförderung. Gruppen notieren Beispiele und diskutieren Vor- und Nachteile. Nach 10 Minuten pro Station folgt ein Gruppenplakat.

Analysiere die Notwendigkeit von Regeln und Gesetzen für das Zusammenleben.

ModerationstippWährend der Stationenrotation kurze Impulsfragen an den Stationen stellen, um die Schülerinnen und Schüler zum Weiterdenken anzuregen.

Worauf zu achten istLehrkraft stellt die Frage: 'Stellt euch vor, es gäbe keine Gesetze und keinen Staat. Welche drei Regeln würdet ihr sofort einführen, um ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen? Begründet eure Wahl.' Die Antworten werden im Plenum gesammelt und verglichen, um die Notwendigkeit von Gesetzen zu diskutieren.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Aktivität 03

Concept-Mapping40 Min. · Ganze Klasse

Klassenrunde: Regel-Debatte

Stellen Sie Alltagsszenarien vor, z. B. Schulregeln. Die Klasse diskutiert in der Runde, warum Regeln notwendig sind und wie sie Gerechtigkeit schaffen. Jede Schülerin und jeder Schüler trägt eine Meinung bei.

Erkläre, welche Rolle der Staat in einer gerechten Gesellschaft spielen sollte.

ModerationstippIn der Klassenrunde klare Gesprächsregeln einführen, damit auch zurückhaltende Schülerinnen und Schüler sich einbringen können.

Worauf zu achten istDie Lehrkraft präsentiert drei kurze Fallbeispiele (z.B. Diebstahl eines Pausenbrots, Streit um die Verteilung von Spielzeug, Ungleichheit bei der Vergabe von Schulpreisen). Die Schülerinnen und Schüler ordnen jedem Fall zu, ob es primär um Gerechtigkeit als Tugend, als Ordnungsprinzip oder um die Rolle des Staates geht und begründen kurz.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Aktivität 04

Concept-Mapping20 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Reflexion: Gerechtigkeitsprinzip

Schülerinnen und Schüler schreiben eine kurze Notiz: Was bedeutet Gerechtigkeit als Gesellschaftsprinzip für mich? Sammeln und anonym teilen Sie aus, um Gemeinsamkeiten zu finden.

Differentiere zwischen Gerechtigkeit als Tugend und Gerechtigkeit als Prinzip der Gesellschaftsordnung.

ModerationstippDie individuelle Reflexion als schriftliche Aufgabe stellen, um die Gedanken zu strukturieren und die Vergleichbarkeit zu erhöhen.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit der Frage: 'Nenne eine Situation aus deinem Alltag, in der du eine Regel als ungerecht empfindest. Erkläre kurz, warum sie deiner Meinung nach ungerecht ist und welche Funktion sie eigentlich erfüllen sollte.' Die Antworten werden eingesammelt und geben Aufschluss über das Verständnis von Gerechtigkeit und Regeln.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte betonen die Bedeutung von Alltagsbezügen, um die abstrakten Begriffe zu veranschaulichen. Wichtig ist, die Schülerinnen und Schüler schrittweise an die Komplexität der Themen heranzuführen. Fehlerhafte Vorstellungen werden gezielt aufgegriffen und in Diskussionen korrigiert, um nachhaltiges Lernen zu fördern. Vermeiden Sie es, die Themen zu sehr zu vereinfachen oder zu moralisieren.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich daran, dass die Schülerinnen und Schüler die Unterschiede zwischen Gerechtigkeit als Tugend und Prinzip erklären können. Sie erkennen die Funktionen des Staates und die Notwendigkeit von Regeln für ein friedliches Zusammenleben und können diese Überlegungen auf Alltagssituationen übertragen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Pärchenarbeit zu Begriffsdefinitionen beobachten Sie, ob Schülerinnen und Schüler Gerechtigkeit ausschließlich mit Fairness im Sport verbinden.

    Nutzen Sie die entstandenen Definitionen, um gemeinsam mit der Klasse zu vergleichen, wo Gerechtigkeit als persönliche Haltung und wo als gesellschaftliches Prinzip verstanden wird. Führen Sie konkrete Beispiele aus dem Schulalltag an.

  • Während der Stationenrotation zu Funktionen des Staates achten Sie auf Äußerungen, die den Staat nur als Unterdrückungsinstrument darstellen.

    Nutzen Sie die Stationenmaterialien, um an jeder Station eine konkrete positive Funktion des Staates zu thematisieren, z.B. Schutz von Grundrechten oder Bereitstellung öffentlicher Güter, und lassen Sie die Schülerinnen und Schüler diese mit eigenen Beispielen füllen.

  • Während der Klassenrunde zur Regel-Debatte hören Sie Kommentare, die Regeln als überflüssig oder nur für Kinder notwendig darstellen.

    Greifen Sie diese Äußerungen auf und fragen Sie die Klasse, welche Regeln sie in ihrem eigenen Leben als Jugendliche bereits als sinnvoll oder unsinnig empfunden haben. Diskutieren Sie gemeinsam, welche Funktionen diese Regeln eigentlich erfüllen sollten.


In dieser Übersicht verwendete Methoden