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Philosophie · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Erkenntnis und Sprache: Wittgenstein

Sprachphilosophie wie die Wittgensteins lebt davon, dass Schülerinnen und Schüler Bedeutung nicht nur hören, sondern handelnd erfahren. Durch aktives Ausprobieren von Sprachspielen und Lebensformen wird die These 'Die Grenzen unserer Sprache sind die Grenzen unserer Welt' greifbar. Theorie wird zur Praxis, und philosophische Konzepte werden durch konkrete Anwendung verständlich.

KMK BildungsstandardsNRW Kernlehrplan Philosophie: Inhaltsfeld 3, Sprache und DenkenBayern LehrplanPLUS Philosophie 13: Ph 13.1, Sprache als Medium und Grenze der ErkenntnisKMK Bildungsstandards Philosophie: Inhaltsfeld 3, Sprache, Denken und Wirklichkeit
40–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Concept-Mapping45 Min. · Kleingruppen

Diskussionsrunde: Sprachspiele

Teilen Sie die Klasse in Gruppen ein, jede Gruppe erhält ein alltägliches Sprachspiel wie 'Bestellen im Restaurant' oder 'Fußballregeln erklären'. Die Gruppen diskutieren Regeln und Bedeutungen, dann präsentieren sie. Abschließend vergleichen alle mit Wittgensteins Konzept.

Analysieren Sie Wittgensteins These, dass die Grenzen unserer Sprache die Grenzen unserer Welt bedeuten.

ModerationstippLegen Sie für das Rollenspiel 'Lebensformen' klare Rollenkarten mit vorgegebenen Sprachregeln vor, damit die Schüler die Bedeutungskonstruktion durch Handlung direkt erleben.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wittgenstein sagt, die Grenzen unserer Sprache sind die Grenzen unserer Welt. Geben Sie ein Beispiel aus Ihrem Alltag, wo Sie an diese Grenzen stoßen. Wie könnte ein 'Sprachspiel' helfen, diese Grenze zu überwinden oder besser zu verstehen?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen diskutieren und die Ergebnisse im Plenum vorstellen.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Partnerarbeit

Rollenspiel: Lebensformen

Schüler verkörpern verschiedene Lebensformen, z. B. Wissenschaftler, Dichter oder Sportler, und beschreiben dasselbe Objekt in ihrer Sprache. In Paaren reflektieren sie, wie Kontext die Bedeutung verändert. Plenum diskutiert Wittgensteins These.

Erklären Sie, wie Sprachspiele und Lebensformen unser Verständnis von Realität und Wissen beeinflussen.

ModerationstippHalten Sie während der Zitat-Analyse des Tractatus kurze Denkpausen ein, in denen die Schüler in Partnerarbeit versuchen, den Satz in eigene Worte zu fassen, bevor sie ihn im Plenum diskutieren.

Worauf zu achten istTeilen Sie Zettel mit kurzen Sätzen aus, die entweder sinnvolle Aussagen im Sinne Wittgensteins oder philosophische 'Unsinnigkeiten' darstellen. Die Schüler sollen für jeden Satz begründen, ob er 'gesagt' oder nur 'gezeigt' werden kann und warum er im Rahmen eines Sprachspiels Sinn ergibt oder nicht.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Concept-Mapping40 Min. · Kleingruppen

Zitat-Analyse: Tractatus

Verteilen Sie Tractatus-Zitate wie 5.6. Gruppen rekonstruieren die Argumentation grafisch, erklären sie in eigenen Worten und kritisieren. Jede Gruppe hält eine 3-Minuten-Präsentation.

Beurteilen Sie, inwiefern philosophische Probleme als Missverständnisse der Sprachlogik interpretiert werden können.

ModerationstippBeobachten Sie in der Debattenrunde, ob die Schüler philosophische Probleme tatsächlich auf Sprachmissverständnisse zurückführen oder ob sie weiterhin metaphysische Rätsel formulieren – das ist ein direkter Indikator für ihr Verständnis.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, auf einem Zettel zu notieren: 1. Eine zentrale These Wittgensteins über Sprache und Erkenntnis in eigenen Worten. 2. Ein Beispiel für ein 'Sprachspiel', das sie im Unterricht oder im Alltag beobachtet haben.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Aktivität 04

Debatte60 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Philosophische Probleme

Formulieren Sie Streitfragen wie 'Sind philosophische Probleme Sprachfehler?'. Zwei Teams pro Thema debattieren mit Wittgensteins Argumenten, Zuhörer notieren Stärken. Abschließende Reflexion im Plenum.

Analysieren Sie Wittgensteins These, dass die Grenzen unserer Sprache die Grenzen unserer Welt bedeuten.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wittgenstein sagt, die Grenzen unserer Sprache sind die Grenzen unserer Welt. Geben Sie ein Beispiel aus Ihrem Alltag, wo Sie an diese Grenzen stoßen. Wie könnte ein 'Sprachspiel' helfen, diese Grenze zu überwinden oder besser zu verstehen?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen diskutieren und die Ergebnisse im Plenum vorstellen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Wittgensteins Philosophie lebt von der Dialektik zwischen Abstraktion und Anwendung. Vermeiden Sie es, die Theorie zu früh zu vertiefen, bevor die Schüler sie nicht handelnd erprobt haben. Nutzen Sie den Tractatus als Ausgangspunkt, aber lassen Sie den Übergang zum Spätwerk bewusst über die Aktivitäten entstehen. Die Schüler sollen selbst merken, warum die Bildtheorie nicht ausreicht, wenn sie Sprachspiele in verschiedenen Kontexten ausprobieren. Feedback sollte immer an konkrete Beispiele aus den Aktivitäten anknüpfen, nicht an abstrakte Begriffe.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler Wittgensteins Kernideen nicht nur wiederholen, sondern in Alltagssituationen wiedererkennen und kritisch reflektieren. Sie sollen Sprachspiele als Werkzeuge der Erkenntnis verstehen und philosophische Probleme als Sprachmissverständnisse deuten können. Am Ende geht es darum, dass sie selbstständig Verbindungen zwischen Theorie und Praxis herstellen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Rollenspiels 'Lebensformen' beobachten Sie...

    viele Schüler, die Sprache immer noch als statisches Abbild der Welt behandeln. Unterbrechen Sie das Spiel kurz und fragen Sie: 'Wie würde ein Schüler aus einer anderen Kultur diesen Satz verstehen?' – das lenkt den Blick auf die Bedeutungskonstruktion durch Gebrauch.

  • In der Diskussionsrunde 'Sprachspiele' achten Sie auf...

    Äußerungen wie 'Philosophische Probleme sind unlösbar'. Fordern Sie die Gruppe auf, das Problem in ein konkretes Sprachspiel zu übersetzen und nach Regeln zu fragen, die es auflösen könnten. Oft merken die Schüler dann selbst, dass das Problem nur ein Missverständnis ist.

  • Beim Rollenspiel 'Lebensformen' hören Sie...

    Schüler, die Sprachspiele als willkürlich abtun. Fragen Sie gezielt: 'Warum gibt es in diesem Spiel keine Frage nach der Farbe des Balls?' – das macht die impliziten Regeln sichtbar und zeigt, dass Spiele durch Praxis Bedeutung gewinnen, nicht durch Willkür.


In dieser Übersicht verwendete Methoden