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Philosophie · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Hume: Skepsis und Kausalität

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil Humes Skeptizismus über Kausalität nicht nur theoretisch bleibt, sondern durch Beobachtung und Reflexion erfahrbar wird. Die Schülerinnen und Schüler können Hume nicht verstehen, ohne selbst zu experimentieren oder zu diskutieren, wie wir Alltagsphänomene deuten.

KMK BildungsstandardsNRW Kernlehrplan Philosophie: Inhaltsfeld 3, Positionen der ErkenntnistheorieBayern LehrplanPLUS Philosophie 13: Ph 13.1, EmpirismusKMK Bildungsstandards Philosophie: Inhaltsfeld 3, Grenzen der Erkenntnis
25–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Debatte30 Min. · Partnerarbeit

Beobachtungsexperiment: Billardkugeln

Schüler beobachten aufeinanderfolgende Stöße von Billardkugeln und notieren Erwartungen. In Paaren diskutieren sie, ob ein notwendiger Zusammenhang sichtbar ist oder nur Gewohnheit. Abschließend protokollieren sie humesche Einwände.

Analysieren Sie Humes Argumentation gegen die Notwendigkeit von Kausalzusammenhängen.

ModerationstippLassen Sie die Schüler beim Beobachtungsexperiment mit Billardkugeln zunächst frei notieren, welche Erwartungen sie an den Zusammenstoß haben, bevor sie Humes Perspektive einführen.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten die Aufgabe, eine kurze Definition von 'Kausalität' aus Humes Perspektive zu formulieren und ein Beispiel zu nennen, bei dem wir fälschlicherweise einen notwendigen Zusammenhang annehmen. Sie sollen zusätzlich eine sentence schreiben, warum dies problematisch ist.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Debatte45 Min. · Kleingruppen

Debatte: Kausalität notwendig?

Teilen Sie die Klasse in Pro- und Contra-Gruppen. Jede Gruppe bereitet Argumente vor, Hume zitiert. Moderierte Runde mit Wechselreden, abschließende Abstimmung und Reflexion.

Erklären Sie, wie Humes Skepsis die Möglichkeit objektiver Erkenntnis in Frage stellt.

ModerationstippFühren Sie die Debatte zur Notwendigkeit von Kausalität erst nach dem Gewohnheitsprotokoll durch, damit die Schüler eigene Erfahrungen als Ausgangspunkt nutzen können.

Worauf zu achten istLehrerfrage: 'Hume argumentiert, dass wir Kausalität nicht direkt wahrnehmen können, sondern nur eine Abfolge von Ereignissen, aus der wir Gewohnheiten bilden. Wie beeinflusst diese Erkenntnis die Art und Weise, wie wir wissenschaftliche Experimente interpretieren sollten, und welche Rolle spielt dabei die Wahrscheinlichkeit?'

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Debatte25 Min. · Kleingruppen

Gewohnheitsprotokoll: Tägliche Routinen

Individuell listen Schüler kausale Gewohnheiten auf, z. B. Sonne geht auf. In Kleingruppen prüfen sie humesche Kritik und teilen Ergebnisse plenum.

Bewerten Sie die Auswirkungen von Humes Erkenntnistheorie auf die Wissenschaft und die Philosophie.

ModerationstippBeobachten Sie beim Rollenspiel Hume vs. Newton gezielt, ob die Schüler Humes empiristische Grundhaltung erkennen oder ob sie in platonische oder rationalistische Positionen zurückfallen.

Worauf zu achten istDie Lehrkraft präsentiert zwei einfache Szenarien (z.B. 'Jedes Mal, wenn ich den Lichtschalter betätige, geht das Licht an.' und 'Immer wenn ich eine rote Ampel sehe, halte ich an.'). Die Schüler sollen für jedes Szenario kurz begründen, ob Hume hier von einer notwendigen Verbindung oder einer Gewohnheit sprechen würde.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Rollenspiel35 Min. · Partnerarbeit

Rollenspiel: Hume vs. Newton

Paare verkörpern Hume und Newton in einem Dialog über Gravitation. Andere Klasse beobachtet und notiert Skepsisargumente. Plenumdebriefing.

Analysieren Sie Humes Argumentation gegen die Notwendigkeit von Kausalzusammenhängen.

ModerationstippVerwenden Sie beim Billardkugeln-Experiment eine Stoppuhr oder Videoaufnahmen, damit die Schüler die zeitliche Abfolge der Ereignisse präzise analysieren können.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten die Aufgabe, eine kurze Definition von 'Kausalität' aus Humes Perspektive zu formulieren und ein Beispiel zu nennen, bei dem wir fälschlicherweise einen notwendigen Zusammenhang annehmen. Sie sollen zusätzlich eine sentence schreiben, warum dies problematisch ist.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Unterrichten Sie Hume nicht als abstrakte Philosophie, sondern als Werkzeug, um Alltagsbeobachtungen zu hinterfragen. Vermeiden Sie es, Humes Skeptizismus als bloße Kritik darzustellen – zeigen Sie stattdessen, wie seine Argumente unsere Gewissheit in Wissenschaft und Technik relativieren. Nutzen Sie Alltagsbeispiele, um die Distanz zwischen Theorie und Praxis zu verringern und die Schüler zum Mitdenken zu motivieren.

Am Ende der Einheit erkennen die Schülerinnen und Schüler, dass Kausalität bei Hume als Gewohnheit verstanden wird und nicht als logische Notwendigkeit. Sie können Humes Argumente gegen Induktion nachvollziehen und an Beispielen anwenden, etwa bei der Interpretation von Naturgesetzen oder Alltagsroutinen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Debatte 'Kausalität notwendig?' hören einige Schüler den Einwand, Hume leugne Kausalität vollständig.

    Nutzen Sie die Debatte, um Humes Position klar zu machen: Wiederholen Sie die Frage 'Gibt es notwendige Zusammenhänge?' und lassen die Schüler mit Zitaten aus dem Experiment mit Billardkugeln antworten, die zeigen, dass Ereignisse zwar aufeinanderfolgen, aber keine Notwendigkeit besteht.

  • Während des Rollenspiels 'Hume vs. Newton' vermuten einige, Humes Skepsis führe zu totalem Relativismus.

    Beziehen Sie sich im Rollenspiel auf das Gewohnheitsprotokoll: Lassen Sie die Schüler beschreiben, wie sie trotz Humes Zweifeln im Alltag handeln, und fragen Sie nach der Rolle von Gewohnheit und Vertrauen in Routinen.

  • Im Experiment mit Billardkugeln glauben einige, Hume ignoriere die Vernunft vollständig.

    Beziehen Sie sich auf die Diskussion im Rollenspiel: Zeigen Sie, wie Hume Vernunft als Werkzeug nutzt, um Erfahrungen zu analysieren, aber keine neuen Ideen schafft – etwa indem Sie fragen, warum die Schüler erwarten, dass die Billardkugel in eine bestimmte Richtung rollt.


In dieser Übersicht verwendete Methoden