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Philosophie · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Kultur als zweite Natur des Menschen

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil Kultur und Sprache nicht nur theoretisch verstanden, sondern als lebendige Werkzeuge erfahrbar werden müssen. Durch konkrete Handlungen wie Debatten und Symbolanalysen wird die abstrakte These 'Kultur als zweite Natur' für die Schüler greifbar und nachvollziehbar.

KMK BildungsstandardsNRW Kernlehrplan Philosophie Sek II, Inhaltsfeld 3: Die Sonderstellung des MenschenKMK EPA Philosophie, Problembereich: Philosophische Anthropologie
25–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Debatte45 Min. · Kleingruppen

Debatte: Mensch ohne Kultur

Teilen Sie die Klasse in Pro- und Contra-Gruppen auf. Jede Gruppe bereitet Argumente zur These vor, präsentiert sie und reagiert auf Gegenpositionen. Schließen Sie mit einer Klassenabstimmung und Reflexion ab.

Analysiere, inwiefern Kultur die menschliche Natur prägt und ergänzt.

ModerationstippLegen Sie in der Gruppen-Debatte klare Rollen fest (z.B. Pro-Kultur vs. Contra-Kultur), damit alle Schüler aktiv einbezogen werden.

Worauf zu achten istDiskutieren Sie in Kleingruppen: 'Stellen Sie sich vor, ein Mensch wächst ohne jeglichen menschlichen Kontakt auf. Welche grundlegenden Fähigkeiten und Verhaltensweisen würden ihm fehlen, die wir als selbstverständlich ansehen? Begründen Sie Ihre Antworten mit Bezug auf die Rolle von Kultur und Sprache.'

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Concept-Mapping30 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Symbol-Analyse

Paare wählen Alltagssymbole (z. B. Verkehrsschilder, Emojis) und analysieren deren kulturelle Bedeutung. Sie erstellen eine Tabelle mit natürlicher vs. symbolischer Funktion und präsentieren ein Beispiel.

Erkläre die Bedeutung von Sprache und Symbolen für die menschliche Weltaneignung.

ModerationstippFordern Sie in der Paararbeit bei der Symbol-Analyse explizit auf, die gefundenen Symbole mit konkreten Beispielen aus dem Alltag zu verknüpfen.

Worauf zu achten istAuf einem Zettel notieren die Schüler zwei Beispiele für kulturelle Artefakte aus ihrem eigenen Alltag. Für jedes Artefakt schreiben sie eine kurze Erklärung (1-2 Sätze), welche Bedeutung es für sie oder die Gesellschaft hat und wie es zur Weltaneignung beiträgt.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Aktivität 03

Concept-Mapping35 Min. · Ganze Klasse

Klassen-Mindmap: Kultur vs. Natur

Erstellen Sie gemeinsam eine Mindmap am Whiteboard. Schüler nennen Beispiele für natürliche Instinkte und kulturelle Ergänzungen, verbinden sie mit Linien und diskutieren Überschneidungen.

Beurteile die These, dass der Mensch ohne Kultur nicht existieren kann.

ModerationstippNutzen Sie die Klassen-Mindmap, um gezielt die Unterschiede zwischen Natur und Kultur herauszuarbeiten und durch Visualisierung zu verankern.

Worauf zu achten istStellen Sie die These auf: 'Der Mensch ist ein Wesen, das Kultur braucht, um zu sein.' Bitten Sie die Schüler, mit einer Handbewegung (z.B. Daumen hoch/runter) oder einer kurzen schriftlichen Begründung (ein Satz) Stellung zu beziehen und ein Schlüsselwort aus der heutigen Stunde zu nennen, das ihre Position stützt.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Aktivität 04

Concept-Mapping25 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Reflexion: Meine zweite Natur

Schüler notieren in 10 Minuten persönliche kulturelle Prägungen (Sprache, Rituale). Im Plenum teilen ausgewählte Beispiele und verknüpfen sie mit Gehlens Mangelkompensation.

Analysiere, inwiefern Kultur die menschliche Natur prägt und ergänzt.

ModerationstippBei der individuellen Reflexion 'Meine zweite Natur' geben Sie den Schülern Zeit, ihre Antworten mit persönlichen Beispielen zu untermauern.

Worauf zu achten istDiskutieren Sie in Kleingruppen: 'Stellen Sie sich vor, ein Mensch wächst ohne jeglichen menschlichen Kontakt auf. Welche grundlegenden Fähigkeiten und Verhaltensweisen würden ihm fehlen, die wir als selbstverständlich ansehen? Begründen Sie Ihre Antworten mit Bezug auf die Rolle von Kultur und Sprache.'

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte betonen hier den Wert von Gegenwartsbezügen und Alltagsbeispielen. Vermeiden Sie reine Theorievermittlung, sondern schaffen Sie Situationen, in denen die Schüler selbst erkennen, wie sehr sie in kulturelle Praktiken eingebettet sind. Forschung zeigt, dass die Kombination aus kognitiver Reflexion und emotionaler Betroffenheit (z.B. durch persönliche Reflexion) die tiefste Einsicht ermöglicht.

Erfolgreich ist die Stunde, wenn die Schüler Kultur nicht mehr als bloße Ergänzung, sondern als grundlegende Voraussetzung für menschliches Handeln begreifen. Sie sollen in der Lage sein, zwischen biologischen Antrieben und kulturellen Prägungen zu unterscheiden und die Notwendigkeit kultureller Formen für Überleben und Identität zu begründen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Gruppen-Debatte 'Mensch ohne Kultur' könnte die Aussage fallen: 'Kultur ist nur ein oberflächliches Add-on zur biologischen Natur.'

    Greifen Sie diese Aussage auf und fragen Sie nach Gegenbeispielen aus der Debatte, z.B. wie Gehlens These vom Mangelwesen zeigt, dass Kultur grundlegende Überlebensfunktionen erfüllt.

  • Während der Paararbeit 'Symbol-Analyse' könnte die Annahme geäußert werden: 'Sprache dient ausschließlich der Kommunikation, nicht der Weltgestaltung.'

    Lenken Sie die Schüler auf Cassirers Argumentation um und fordern Sie sie auf, Symbole zu finden, die nicht nur Informationen weitergeben, sondern Realität formen (z.B. Flaggen, Geld).

  • Während des Rollenspiels in der Debatte 'Mensch ohne Kultur' könnte die These vertreten werden: 'Menschen könnten ohne Kultur wie Tiere existieren.'

    Nutzen Sie die Gruppendiskussion, um institutionelle Lücken aufzuzeigen und fragen Sie nach konkreten Beispielen, wie Kultur Institutionen wie Familie oder Recht ersetzt.


In dieser Übersicht verwendete Methoden