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Philosophie · Klasse 11

Ideen für aktives Lernen

David Hume und das Problem der Induktion

Aktives Lernen eignet sich besonders hier, weil Hume abstrakte Prinzipien wie Gewohnheit und Konjunktur an konkreten Beispielen aufzeigt. Schülerinnen und Schüler erkennen durch eigene Beobachtung und Diskussion, wie sich unser Alltagsdenken von Humes Argumentation unterscheidet, was nachhaltiges Verständnis fördert.

KMK BildungsstandardsErkenntnistheoretische GrundlagenProblemorientierung
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Forschungskreis45 Min. · Kleingruppen

Gruppenanalyse: Billardexperiment

Teilen Sie die Klasse in Gruppen ein. Lassen Sie sie ein Billardbeispiel mit Kugeln nachstellen und notieren, was sie direkt beobachten. Diskutieren Sie dann Humes Punkt: Woher kommt die Kausalannahme? Führen Sie zu einer Gruppenpräsentation über.

Erklären Sie Humes Argument, dass Kausalität nicht empirisch beweisbar ist.

ModerationstippFordern Sie die Gruppen beim Billardexperiment auf, ihre Beobachtungen wörtlich zu protokollieren und erst danach zu interpretieren, um die Trennung von Beschreibung und Schlussfolgerung zu üben.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülern folgende Frage: 'Wenn Hume Recht hat, dass wir keine notwendige Verbindung zwischen Ursache und Wirkung beobachten können, wie erklären Sie dann, dass wir im Alltag trotzdem erfolgreich handeln können?' Bitten Sie die Schüler, ihre Antworten mit Beispielen aus dem Alltag zu belegen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Debatte50 Min. · Kleingruppen

Debatte: Induktion in der Wissenschaft

Formen Sie Pro- und Contra-Teams. Pro: Induktion ist unentbehrlich für Wissenschaft. Contra: Humes Skepsis macht sie unhaltbar. Jede Seite bereitet Argumente vor, moderiert durch Sie. Schließen mit Abstimmung und Reflexion ab.

Analysieren Sie das Induktionsproblem und seine Herausforderung für die wissenschaftliche Erkenntnis.

ModerationstippLegen Sie in der Debatte klare Zeitlimits für Argumente fest, damit alle Schülerinnen und Schüler aktiv teilnehmen und die Argumente gegenübergestellt werden können.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler ein Blatt mit zwei Szenarien: 1. Ein Ball rollt und stößt einen anderen an, der sich dann bewegt. 2. Ein Arzt verschreibt ein Medikament, das eine Krankheit heilt. Bitten Sie die Schüler, für jedes Szenario zu erklären, wo Hume eine 'bloße Konjunktur' und wo er eine 'Gewohnheit' sehen würde.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Forschungskreis30 Min. · Partnerarbeit

Gedankenexperiment: Morgen sonnt es

Individuell notieren Schüler tägliche Induktionen. In Paaren teilen und Humes Kritik anwenden: Ist die Zukunft wie die Vergangenheit? Gemeinsam Konsequenzen für Vorhersagen diskutieren und auf Plakat zusammenfassen.

Beurteilen Sie die Konsequenzen von Humes Skepsis für unser Alltagsverständnis von Ursache und Wirkung.

ModerationstippGeben Sie den Schülerinnen und Schülern beim Gedankenexperiment 'Morgen sonnt es' konkrete Kriterien an die Hand, um ihre eigenen Generalisierungen zu hinterfragen.

Worauf zu achten istZeigen Sie eine einfache wissenschaftliche Aussage, z.B. 'Wenn Wasser auf 100°C erhitzt wird, verdampft es.' Fragen Sie die Schüler: 'Wie würde Hume dieses Gesetz hinterfragen, und welche Rolle spielt die Gewohnheit in unserer Akzeptanz dieser Aussage?'

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Aktivität 04

Rollenspiel40 Min. · Partnerarbeit

Rollenspiel: Hume vs. Newton

Schüler verkörpern Hume und Newton in einem Dialog. Bereiten Sie Szenarien vor, in denen Kausalität debattiert wird. Die Klasse beobachtet und notiert Stärken/Schwächen beider Positionen, gefolgt von Plenumdiskussion.

Erklären Sie Humes Argument, dass Kausalität nicht empirisch beweisbar ist.

ModerationstippAchten Sie im Rollenspiel darauf, dass die Schülerinnen und Schüler Humes Argumente aus seiner eigenen Perspektive formulieren, nicht aus ihrer eigenen.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülern folgende Frage: 'Wenn Hume Recht hat, dass wir keine notwendige Verbindung zwischen Ursache und Wirkung beobachten können, wie erklären Sie dann, dass wir im Alltag trotzdem erfolgreich handeln können?' Bitten Sie die Schüler, ihre Antworten mit Beispielen aus dem Alltag zu belegen.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen bei diesem Thema auf eine Balance zwischen Hume’s skeptischer Haltung und der praktischen Notwendigkeit von Induktion im Alltag. Vermeiden Sie es, Humes Argumente als reine Kritik zu vermitteln – zeigen Sie stattdessen, wie sie unser Denken schärfen. Nutzen Sie Alltagsbeispiele, um die Distanz zu Humes abstraktem Denken zu verringern und die Schülerinnen und Schüler zur Reflexion anzuregen.

Die Schülerinnen und Schüler können Humes Argumente zur Induktion und Kausalität an Beispielen erklären und zwischen bloßer Konjunktur und notwendiger Verbindung unterscheiden. Sie erkennen die Rolle der Gewohnheit in unserer Erkenntnis und wenden diese Einsicht in Diskussionen und Rollenspielen an.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Billardexperiments beobachten einige Schülerinnen und Schüler nur die Bewegung der Kugeln und gehen davon aus, dass die Ursache-Wirkungs-Beziehung direkt sichtbar ist.

    Lenken Sie die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler während des Experiments darauf, dass sie ihre Beobachtungen zunächst nur beschreiben, ohne Schlüsse zu ziehen. Erst danach fragen Sie, wo sie eine 'notwendige Verbindung' sehen und wo nur eine 'Gewohnheit' der Beschreibung.

  • In der Gruppenanalyse von Alltagsbeispielen zur Induktion gehen einige davon aus, dass induktive Schlüsse logisch zwingend sind.

    Fordern Sie die Gruppen auf, ihre Beispiele systematisch zu hinterfragen: 'Was wäre, wenn das Gegenteil eintritt? Wo setzt die Schlussfolgerung voraus, was sie beweisen soll?' Nutzen Sie die Debatte im Anschluss, um zirkuläres Denken sichtbar zu machen.

  • Während der Debatte 'Induktion in der Wissenschaft' vertreten einige Schülerinnen und Schüler die Ansicht, Humes Skepsis mache Wissenschaft unmöglich.

    Nutzen Sie die Debatte, um die Rolle der Wissenschaft als Prozess zu betonen: 'Wie gehen Wissenschaftler mit Unsicherheit um? Zeigen Sie an konkreten Beispielen, wie Induktion in der Praxis funktioniert, ohne als logisch zwingend zu gelten.'


In dieser Übersicht verwendete Methoden