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Philosophie · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Identität: Was macht mich zu mir?

Aktives Lernen funktioniert besonders gut für dieses Thema, weil Identität ein abstraktes Konzept ist, das durch persönliche Reflexion und Austausch greifbar wird. Die Schülerinnen und Schüler müssen ihre eigenen Erfahrungen und Perspektiven einbringen, um die theoretischen Grundlagen zu verstehen und zu verarbeiten.

KMK BildungsstandardsKMK-DE-PH-3.1KMK-DE-PH-3.2
20–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Concept-Mapping20 Min. · Partnerarbeit

Paardiskussion: Identitätsfaktoren

Paare listen drei Faktoren auf, die ihre Identität prägen, und diskutieren, ob diese stabil oder veränderlich sind. Jede*r notiert Stärken und Schwächen der Argumente des Partners. Abschließend teilen zwei Paare Ergebnisse mit der Klasse.

Analysieren Sie, welche Faktoren unsere personale Identität über die Zeit hinweg konstituieren.

ModerationstippStellen Sie in der Paardiskussion sicher, dass beide Partnerinnen und Partner ihre Antworten auf die Leitfragen formulieren können, bevor sie sich austauschen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wenn Sie morgen früh aufwachen und sich an nichts von gestern erinnern könnten, wären Sie dann noch dieselbe Person?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen diskutieren und ihre Argumente anhand der gelernten Konzepte (Gedächtnis, Bewusstsein) begründen.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Aktivität 02

Concept-Mapping45 Min. · Kleingruppen

Timeline-Aktivität: Meine Identität

Jede*r Schülerin und Schüler erstellt eine Zeitlinie mit Schlüsselmomenten (Kindheit, jetzt, Zukunft) und markiert Einflüsse wie Familie oder Kultur. In Kleingruppen präsentieren sie und bewerten gemeinsame Muster.

Erklären Sie, inwiefern Erinnerungen und Bewusstsein für unsere Identität entscheidend sind.

ModerationstippBei der Timeline-Aktivität achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Ereignisse auflisten, sondern auch deren Bedeutung für ihre Identität reflektieren.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schülerinnen und Schüler, drei Faktoren zu nennen, die ihrer Meinung nach am wichtigsten für ihre eigene Identität sind. Sie sollen für jeden Faktor kurz erklären, warum er für sie persönlich bedeutsam ist, und dabei mindestens einen Fachbegriff aus der Lektion verwenden.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Aktivität 03

Rollenspiel30 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Perspektivenwechsel

Gruppen wählen eine Person (z. B. Auswanderer) und spielen Szenen nach, in denen Identität durch Kontext verändert wird. Die Klasse diskutiert danach: Bleibt das Selbst gleich?

Bewerten Sie die Rolle von sozialen Beziehungen und kulturellem Kontext für die Entwicklung des Selbst.

ModerationstippBeim Rollenspiel sollten Sie die Schülerinnen und Schüler ermutigen, sich in die Rolle hineinzuversetzen und konkrete Handlungen statt allgemeiner Aussagen zu formulieren.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern kurze Fallbeispiele (z.B. eine Person, die ihr Gedächtnis verliert; eine Person, die ihren sozialen Kreis komplett wechselt). Lassen Sie sie schriftlich analysieren, welche Aspekte ihrer Identität wahrscheinlich bestehen bleiben und welche sich verändern würden.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 04

Concept-Mapping25 Min. · Ganze Klasse

Gedankenexperiment: Theseus-Schiff

Die Klasse diskutiert das Schiff-Beispiel in der Ganzenklasse: Ersetzt man alle Teile, ist es noch dasselbe? Jede*r votet und begründet schriftlich.

Analysieren Sie, welche Faktoren unsere personale Identität über die Zeit hinweg konstituieren.

ModerationstippBeim Gedankenexperiment 'Theseus-Schiff' fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, ihre Argumente mit Beispielen aus den vorherigen Aktivitäten zu untermauern.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wenn Sie morgen früh aufwachen und sich an nichts von gestern erinnern könnten, wären Sie dann noch dieselbe Person?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen diskutieren und ihre Argumente anhand der gelernten Konzepte (Gedächtnis, Bewusstsein) begründen.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrungsgemäß gelingt das Thema am besten, wenn die Schülerinnen und Schüler von konkreten Erfahrungen ausgehen und diese systematisch mit theoretischen Konzepten verknüpfen. Vermeiden Sie es, zu schnell in abstrakte philosophische Debatten abzugleiten, ohne dass die Lernenden eine persönliche Bezugsebene haben. Forschung zeigt, dass die Kombination aus individueller Reflexion und sozialem Austausch zu nachhaltigem Lernen führt. Geben Sie den Schülerinnen und Schülern ausreichend Zeit, ihre eigenen Gedanken zu strukturieren, bevor sie in die Diskussion gehen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich, wenn die Schülerinnen und Schüler die Dynamik von Identität erkennen und erklären können, wie biologische, soziale und kulturelle Faktoren zusammenwirken. Sie sollen zudem in der Lage sein, ihre eigene Identität zu analysieren und die erarbeiteten Konzepte auf reale Situationen anzuwenden.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Viele Schülerinnen und Schüler überschätzen biologische Faktoren und ignorieren soziale Einflüsse. Während der Paardiskussion beobachten Sie, ob die Lernenden biologische Merkmale einseitig betonen und leiten sie an, auch soziale und kulturelle Aspekte einzubeziehen.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, in der Paardiskussion konkrete Beispiele aus ihrem eigenen Leben zu nennen, die zeigen, wie soziale Beziehungen oder kulturelle Prägung ihre Identität beeinflusst haben.

  • Schülerinnen und Schüler nehmen an, dass Identität über die Zeit statisch bleibt. Beobachten Sie während der Timeline-Aktivität, ob die Schülerinnen und Schüler Veränderungen in ihrer Identität nur als Ausnahme betrachten und greifen Sie gezielt ein.

    Fragen Sie die Schülerinnen und Schüler explizit, welche Elemente ihrer Timeline sich verändert haben und welche konstant geblieben sind, und lassen Sie sie begründen, warum das so ist.

  • Die Schülerinnen und Schüler glauben, dass Erinnerungen allein Identität definieren. Achten Sie während des Rollenspiels darauf, ob die Lernenden Gedächtnis und Identität gleichsetzen, und lenken Sie ihre Aufmerksamkeit auf andere Faktoren.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler im Rollenspiel auf, zu beschreiben, wie körperliche oder soziale Aspekte ihre Identität prägen, auch wenn Erinnerungen fehlen oder sich ändern.


In dieser Übersicht verwendete Methoden