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Der Mensch: Ein Mängelwesen? (Gehlen, Plessner)Aktivitäten & Unterrichtsstrategien

Die Theorien von Gehlen und Plessner zeigen den Menschen als ein Wesen zwischen biologischer Begrenzung und kultureller Selbstgestaltung. Aktive Lernformate helfen Schülern, diese Spannung zu begreifen, indem sie theoretische Inhalte handelnd erfahrbar machen. Durch Debatten, Vergleiche und Perspektivwechsel wird aus abstrakter Philosophie greifbare Erkenntnis.

Klasse 10Denken und Handeln: Grundlagen der Philosophie4 Aktivitäten30 Min.50 Min.

Lernziele

  1. 1Erklären Sie Gehlens Kernthese vom Menschen als 'Mängelwesen' unter Bezugnahme auf seine biologische Unspezialisiertheit.
  2. 2Differenzieren Sie Plessners Konzept der 'exzentrischen Positionalität' von der instinktiven Gebundenheit tierischer Existenz.
  3. 3Analysieren Sie die kulturellen und sozialen Konsequenzen, die sich aus Gehlens Anthropologie ergeben.
  4. 4Bewerten Sie die biologische 'Unspezialisiertheit' des Menschen als Grundlage für menschliche Freiheit und Kreativität.

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45 Min.·Kleingruppen

Debatte: Pro und Contra Mängelwesen

Teilen Sie die Klasse in zwei Gruppen: Eine verteidigt Gehlens These, die andere widerspricht mit Plessners Ansatz. Jede Gruppe bereitet Argumente vor, debattiert 10 Minuten und reflektiert gemeinsam. Schließen Sie mit einer Abstimmung ab.

Vorbereitung & Details

Erklären Sie Gehlens Konzept des 'Mängelwesens' und seine Implikationen für die Kultur.

Moderationstipp: Bereiten Sie für die Debatte Pro- und Contra-Argumente als Karten vor, die Schüler während der Diskussion ziehen können.

Setup: Zwei sich gegenüberstehende Teams, Sitzplätze für das Publikum

Materials: Thesenkarte für die Debatte, Recherche-Dossier für jede Seite, Bewertungsbogen für das Publikum, Stoppuhr

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
30 Min.·Partnerarbeit

Vergleichstabelle: Gehlen vs. Plessner

Schüler arbeiten in Paaren an einer Tabelle: Spalten für biologische Merkmale, Konsequenzen und Beispiele. Füllen Sie gemeinsam aus, diskutieren Unterschiede und präsentieren ein Beispiel pro Konzept.

Vorbereitung & Details

Differentiieren Sie Plessners 'exzentrische Positionalität' von tierischer Gebundenheit.

Moderationstipp: Geben Sie der Vergleichstabelle klare Kategorien vor, z.B. 'Anthropologische Grundannahme', 'Rolle der Instinkte', 'Bedeutung der Institutionen'.

Setup: Stühle sind in zwei konzentrischen Kreisen angeordnet

Materials: Diskussionsfrage oder Impuls (projiziert), Beobachtungsbogen für den Außenkreis

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
40 Min.·Kleingruppen

Rollenspiel: Tierische vs. menschliche Perspektive

Gruppen verkörpern ein Tier (instinktgebunden) und einen Menschen (exzentrisch). Spielen Sie Szenarien wie Nahrungssuche nach, reflektieren Sie Unterschiede und notieren Implikationen für Kultur.

Vorbereitung & Details

Bewerten Sie, inwiefern die biologische 'Unspezialisiertheit' des Menschen eine Stärke sein kann.

Moderationstipp: Im Rollenspiel achten Sie darauf, dass Schüler die Perspektivenwechsel mit konkreten Handlungen verbinden, z.B. durch Gestik oder Gegenstände.

Setup: Spielfläche oder entsprechend angeordnete Tische für das Szenario

Materials: Rollenkarten mit Hintergrundinfos und Zielen, Szenario-Briefing

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
50 Min.·Kleingruppen

Stationsrotation: Anthropologische Positionen

Vier Stationen: Gehlens Mängel, Plessners Exzentrizität, Stärken der Unspezialisiertheit, Kritik. Gruppen rotieren, sammeln Notizen und erstellen eine Mindmap.

Vorbereitung & Details

Erklären Sie Gehlens Konzept des 'Mängelwesens' und seine Implikationen für die Kultur.

Moderationstipp: Bei der Stationsrotation stellen Sie sicher, dass jede Station nur einen zentralen Aspekt behandelt, um Überforderung zu vermeiden.

Setup: Stühle sind in zwei konzentrischen Kreisen angeordnet

Materials: Diskussionsfrage oder Impuls (projiziert), Beobachtungsbogen für den Außenkreis

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit

Dieses Thema unterrichten

Dieses Thema lebt von der Verbindung zwischen Theorie und Praxis. Vermeiden Sie reine Vorträge, stattdessen sollten Schüler durch Diskussionen und Rollenspiele die Abstraktheit der Philosophen überwinden. Wichtig ist, dass sie erkennen, dass Gehlens und Plessners Thesen nicht nur historische Ideen sind, sondern bis heute in unserer Lebenswelt wirken. Nutzen Sie Beispiele aus Recht, Technik oder Kunst, um die Relevanz zu verdeutlichen.

Was Sie erwartet

Am Ende der Einheit sollen Schüler erklären können, wie Gehlens biologische Unspezialisiertheit kulturelle Kompensation erfordert und wie Plessners exzentrische Positionalität Reflexion ermöglicht. Erfolg zeigt sich, wenn sie konkrete Beispiele aus Alltag oder Wissenschaft nennen und Thesen mit Gegenargumenten abwägen.

Diese Aktivitäten sind ein Ausgangspunkt. Die vollständige Mission ist das Erlebnis.

  • Vollständiges Moderationsskript mit Lehrkraft-Dialogen
  • Druckfertige Schülermaterialien, bereit für den Unterricht
  • Differenzierungsstrategien für jeden Lerntyp
Mission erstellen

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungWährend der Debatte 'Pro und Contra Mängelwesen' hören Schüler oft die Aussage 'Der Mensch ist rein negativ als Mängelwesen zu sehen'.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Greifen Sie diese Äußerung auf und lenken Sie den Fokus auf die Debattenkarten mit Gehlens Argumenten zur kreativen Freiheit. Fordern Sie die Klasse auf, konkrete Beispiele aus der Diskussion zu sammeln, die zeigen, wie Unspezialisiertheit Innovationen ermöglicht.

Häufige FehlvorstellungIm Rollenspiel 'Tierische vs. menschliche Perspektive' wird Plessners Exzentrizität als totale Loslösung vom Körper interpretiert.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Unterbrechen Sie das Spiel und lassen Sie Schüler die Position des 'exzentrischen Wesens' mit einer einfachen Körperhaltung nachstellen: z.B. mit einem Fuß im Kreis (Gebundenheit) und dem anderen außerhalb (Reflexion). Diskutieren Sie dann, wie diese Haltung im Alltag sichtbar wird.

Häufige FehlvorstellungIn der Vergleichstabelle 'Gehlen vs. Plessner' wird die Aussage 'Tierische Instinkte sind immer überlegen' getroffen.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Nutzen Sie die fertig ausgefüllte Tabelle, um die Gegenüberstellung zu konkretisieren. Fordern Sie Schüler auf, ein Tier zu nennen, das durch Instinkt versagt (z.B. Reh im Verkehr) und eine menschliche Institution, die dieses Problem löst (z.B. Verkehrsregeln).

Ideen zur Lernstandserhebung

Diskussionsfrage

Nach der Debatte 'Pro und Contra Mängelwesen' wählen Sie zwei Gruppen aus, die gegensätzliche Positionen vertreten haben. Lassen Sie sie ihre Argumente in einer kurzen Präsentation gegenüberstellen und bewerten Sie, wie überzeugend sie Gehlens und Plessners Thesen mit Beispielen untermauern.

Lernstandskontrolle

Während der Stationsrotation 'Anthropologische Positionen' sammeln Sie die ausgefüllten Vergleichstabellen ein. Bewerten Sie, ob Schüler die Kernthesen von Gehlen und Plessner korrekt zugeordnet und mit eigenen Beispielen illustriert haben.

Kurze Überprüfung

Nach dem Rollenspiel 'Tierische vs. menschliche Perspektive' stellen Sie die These 'Der Mensch ist nur ein Mängelwesen' zur Diskussion. Bitten Sie Schüler, ihre Haltung mit einer kurzen schriftlichen Begründung zu präzisieren, die Sie als formative Rückmeldung nutzen können.

Erweiterungen & Unterstützung

  • Fordern Sie schnelle Schüler auf, ein konkretes Beispiel aus der Tierwelt zu finden und mit menschlichen Lösungen zu vergleichen.
  • Für Schüler mit Schwierigkeiten bieten Sie vorab eine Mindmap mit zentralen Begriffen wie 'Instinkt', 'Kultur' oder 'Reflexion' an.
  • Vertiefen Sie mit einer Rechercheaufgabe: Schüler suchen nach aktuellen Debatten, die Gehlens oder Plessners Theorien aufgreifen, z.B. in der Bioethik oder KI-Forschung.

Schlüsselvokabular

MängelwesenEin philosophisches Konzept, das den Menschen als biologisch unfertig und unspezialisiert beschreibt, im Gegensatz zu instinktiv perfekt angepassten Tieren.
KulturDie Gesamtheit der von Menschen geschaffenen und tradierten materiellen und immateriellen Güter, die als Kompensation für menschliche biologische Defizite dienen.
Exzentrische PositionalitätPlessners Begriff für die Fähigkeit des Menschen, sich selbst von seiner eigenen Position aus zu betrachten und eine Distanz zu sich und seiner Umwelt einzunehmen.
UnspezialisiertheitDie Eigenschaft des Menschen, keine festen, angeborenen Verhaltensweisen für spezifische Umweltbedingungen zu besitzen, was Flexibilität ermöglicht.

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