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Mathematik · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Einführung in den Logarithmus

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil der Logarithmus eine abstrakte Operation ist, die durch konkretes Handeln und visuelle Modelle greifbar wird. Schülerinnen und Schüler erschließen sich die Umkehrfunktion der Potenzrechnung durch eigenständiges Experimentieren und entdecken so die Logik hinter den Regeln selbst.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - Zahlen und OperationenKMK: Sekundarstufe I - Operieren mit Symbolen
15–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Sokratisches Seminar20 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Exponentialrätsel lösen

Paare erhalten Karten mit Exponentialgleichungen wie 5^x = 125. Sie testen ganzzahlige x-Werte tabellarisch, dann definieren log₅(125). Diskutieren sie den Unterschied zur Wurzel. Abschließend notieren sie die Lösung symbolisch.

Welche Frage beantwortet der Logarithmus im Gegensatz zur Wurzel?

ModerationstippLegen Sie für die Paararbeit mit den Exponentialrätseln zwei Sets von Karten bereit: eines mit Gleichungen wie 5^x = 125 und eines mit Lösungen wie x = 3, sodass die Schülerinnen und Schüler durch systematisches Probieren die Lösungen finden.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler eine Karte mit einer Gleichung der Form 3^x = 81. Bitten Sie die Schüler, die Gleichung mithilfe von Logarithmen zu lösen und ihre Lösung auf der Karte zu notieren. Zusätzlich sollen sie eine kurze Erklärung schreiben, welche Frage der Logarithmus hier beantwortet.

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Sokratisches Seminar45 Min. · Kleingruppen

Gruppenexperiment: Zinseszins-Simulation

Gruppen bauen mit Würfeln oder Apps ein Zinseszins-Modell auf, starten mit 100 Einheiten und verdoppeln pro Runde. Sie berechnen mit Logarithmus, nach wie vielen Runden 1000 erreicht sind. Präsentieren Ergebnisse der Klasse.

Warum kann man den Logarithmus von negativen Zahlen nicht bilden?

ModerationstippVerteilen Sie für die Zinseszins-Simulation konkrete Anfangskapitalien und Zinssätze auf Kärtchen, damit die Gruppen direkt mit realistischen Werten arbeiten und die Formel log(Endbetrag/Anfangsbetrag)/log(1+Zinssatz) anwenden können.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche Frage beantwortet der Logarithmus log₁0(1000) und wie lautet die Antwort?' Vergleichen Sie die Antworten der Schüler. Fragen Sie anschließend: 'Warum kann man den Logarithmus von -10 zur Basis 10 nicht bilden?'

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 03

Sokratisches Seminar30 Min. · Ganze Klasse

Klassenbetrieb: Log-Graphen zeichnen

Die Klasse teilt sich Achsen auf, plotten Punkte für y = 2^x und y = log2(x). Gemeinsam skizzieren sie die Kurven und markieren Schnittpunkte. Diskutieren Symmetrie zur y = x.

Wie hilft der Logarithmus bei der Berechnung von Zinseszins-Zeiträumen?

ModerationstippBereiten Sie für das Zeichnen der Log-Graphen Millimeterpapier und vorberechnete Wertetabellen vor, damit die Schülerinnen und Schüler die charakteristische Form des Graphen ohne technische Hilfsmittel nachvollziehen können.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen ein. Geben Sie jeder Gruppe eine Aufgabe zur Zinseszinsberechnung, z.B. 'Wie viele Jahre dauert es, bis ein Anfangskapital von 1000 € bei 5% Zinsen auf 2000 € angewachsen ist?' Die Gruppen sollen den Rechenweg mit Logarithmen aufzeigen und ihre Ergebnisse präsentieren.

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 04

Sokratisches Seminar15 Min. · Einzelarbeit

Individuell: Log-Tabellen erstellen

Jeder Schüler erstellt eine Tabelle für log10 von 1 bis 1000 mit Taschenrechner. Notiert Muster und wendet auf Zinsproblem an. Tauscht mit Nachbar ab und korrigiert.

Welche Frage beantwortet der Logarithmus im Gegensatz zur Wurzel?

ModerationstippGeben Sie für die individuelle Erstellung der Log-Tabellen ein leeres Raster vor, in dem die Schülerinnen und Schüler für Basen von 2 bis 10 die Werte für a und c selbst eintragen und die Muster erkennen.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler eine Karte mit einer Gleichung der Form 3^x = 81. Bitten Sie die Schüler, die Gleichung mithilfe von Logarithmen zu lösen und ihre Lösung auf der Karte zu notieren. Zusätzlich sollen sie eine kurze Erklärung schreiben, welche Frage der Logarithmus hier beantwortet.

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Lehrerinnen und Lehrer arbeiten hier besonders effektiv, wenn sie den Logarithmus von Beginn an als Werkzeug präsentieren und nicht als isolierte Rechenregel. Vermeiden Sie es, die Definition auswendig lernen zu lassen, bevor die Schülerinnen und Schüler sie an konkreten Beispielen erprobt haben. Nutzen Sie Alltagsbezüge wie Zinseszins oder Wachstumsprozesse, um die Relevanz zu verdeutlichen. Eine schrittweise Steigerung von einfachen Potenzgleichungen hin zu realen Anwendungen sichert das Verständnis.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler Logarithmen nicht nur als Rechenvorschrift, sondern als Werkzeug zur Lösung realer Probleme nutzen. Sie erkennen den Unterschied zur Wurzel und wenden die Definition in verschiedenen Kontexten korrekt an, ohne die Regeln mechanisch anzuwenden.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Paararbeit mit den Exponentialrätseln beobachten Sie, ob Schülerinnen und Schüler den Logarithmus als bloße Erweiterung der Wurzel betrachten.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, zunächst nur mit Potenzgleichungen wie 4^x = 256 zu arbeiten und anschließend die entsprechende Logarithmusgleichung log₄(256) = x zu formulieren, um den Unterschied zur Wurzel (z.B. √256) direkt zu erleben.

  • Beim Gruppenexperiment mit der Zinseszins-Simulation achten Sie darauf, ob Schülerinnen und Schüler negative Werte in Logarithmen einsetzen.

    Fragen Sie die Gruppen gezielt, warum ein negatives Kapital oder ein negativer Zinssatz in der Realität keinen Sinn ergibt, und lassen Sie sie die Wachstumskurve skizzieren, um die Beschränkung auf positive Werte zu veranschaulichen.

  • Bei der Erstellung der Log-Tabellen erkennen Sie, ob Schülerinnen und Schüler die Basiswechselregel mechanisch anwenden, ohne deren Gültigkeitsbereich zu hinterfragen.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, in ihrer Tabelle die Werte für log₂(8) und log₄(8) zu vergleichen und zu erklären, warum log₄(8) nicht mit der Wechselformel berechnet werden kann, obwohl beide Logarithmen denselben Wert ergeben.


In dieser Übersicht verwendete Methoden