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Kunst · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Performance im öffentlichen Raum

Aktive Lernformen eignen sich hier besonders, weil Schülerinnen und Schüler die Wirkung von Performancekunst direkt erleben und reflektieren können. Durch körperliche und räumliche Erfahrungen verstehen sie schneller, wie Kunst den öffentlichen Raum verändert und gesellschaftliche Themen sichtbar macht.

KMK BildungsstandardsZeitbasierte MedienKunst und Gesellschaft
30–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Rollenspiel45 Min. · Kleingruppen

Stationenanalyse: Bekannte Performances

Richten Sie vier Stationen ein mit Videos und Fotos von Performances (z. B. Marina Abramović, Guerilla Girls). Gruppen notieren Wirkungsstrategien, Interaktionen und Zufallslemente. Abschließend teilen sie Erkenntnisse im Plenum.

Wie kann eine Performance die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf ein Thema lenken?

ModerationstippLassen Sie die Stationenanalyse mit kurzen Videoausschnitten beginnen, um den Einstieg ins Thema zu erleichtern und die Neugierde zu wecken.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf und geben Sie jeder Gruppe ein Bild oder Video einer Performance im öffentlichen Raum. Bitten Sie die Gruppen: 'Diskutieren Sie, welches Thema die Performance aufgreift und welche Strategien die Künstlerin/der Künstler nutzt, um das Publikum zu erreichen. Notieren Sie zwei Fragen, die die Performance bei Ihnen hinterlässt.'

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Partnerarbeit

Konzeptentwicklung: Normen hinterfragen

In Paaren entwerfen Schüler eine 5-minütige Performance zu einer sozialen Norm (z. B. Smartphones im Alltag). Sie skizzieren Skript, Requisiten und Publikumsrolle. Präsentation und Feedbackrunde folgen.

Bewerten Sie die Rolle des Zufalls und der Interaktion mit dem Publikum in der Performancekunst.

ModerationstippGeben Sie bei der Konzeptentwicklung klare Zeitlimits vor, um die Schüler zu fokussierten Entwürfen anzuregen.

Worauf zu achten istJeder Schüler erhält ein Blatt Papier. Bitten Sie die Schüler: 'Beschreiben Sie in 2-3 Sätzen eine Idee für eine eigene Performance-Intervention im Schulhof. Welches Thema möchten Sie aufgreifen und wie würden Sie die Mitschüler einbeziehen?'

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Rollenspiel60 Min. · Kleingruppen

Probe im Schulhof: Mini-Intervention

Gruppen führen ihre Performance auf dem Schulhof durch, filmen sie und reflektieren spontane Reaktionen. Danach besprechen sie Anpassungen und ethische Aspekte in der Klasse.

Entwerfen Sie eine Performance, die eine soziale Norm hinterfragt.

ModerationstippFühren Sie die Probe im Schulhof mit einer kurzen Sicherheitsbesprechung ein, um Unsicherheiten abzubauen.

Worauf zu achten istStellen Sie eine Liste von Begriffen (z.B. Intervention, Partizipation, Ephemeral Art) an die Tafel. Bitten Sie die Schüler, zu jedem Begriff ein kurzes Beispiel aus einer bekannten Performance zu nennen oder eine eigene kurze Erklärung abzugeben.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 04

Rollenspiel30 Min. · Ganze Klasse

Reflexionskreis: Wirkung bewerten

Im Kreis diskutieren Schüler Erfolgsfaktoren ihrer Proben. Jede Gruppe präsentiert ein Foto oder Video und bewertet Zufallseinflüsse.

Wie kann eine Performance die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf ein Thema lenken?

ModerationstippLeiten Sie den Reflexionskreis mit einer konkreten Frage ein, z.B. 'Welche Emotionen löste eure Performance bei den Zuschauern aus?'

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf und geben Sie jeder Gruppe ein Bild oder Video einer Performance im öffentlichen Raum. Bitten Sie die Gruppen: 'Diskutieren Sie, welches Thema die Performance aufgreift und welche Strategien die Künstlerin/der Künstler nutzt, um das Publikum zu erreichen. Notieren Sie zwei Fragen, die die Performance bei Ihnen hinterlässt.'

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrerinnen und Lehrer nutzen hier einen handlungsorientierten Ansatz, der Theorie und Praxis verbindet. Wichtig ist, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass Performancekunst nicht nur spontan entsteht, sondern durch Planung und Reflexion wirkt. Vermeiden Sie abstrakte Diskussionen ohne praktische Bezüge. Studien zeigen, dass Schülerinnen und Schüler durch körperliche und räumliche Erfahrungen nachhaltiger lernen.

Am Ende der Einheit können die Schülerinnen und Schüler Performances im öffentlichen Raum analysieren, eigene Konzepte entwickeln und deren Wirkung auf das Publikum einschätzen. Sie erkennen, wie Kunst gesellschaftliche Normen hinterfragt und Alltagssituationen neu interpretiert.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Stationenanalyse beobachten manche Schülerinnen und Schüler, dass Performances oft spontan wirken.

    Nutzen Sie die Stationenanalyse, um gezielt auf die Unterschiede zwischen spontanen Aktionen und geplanten Konzepten hinzuweisen. Zeigen Sie an konkreten Beispielen, wie Künstlerinnen und Künstler oft monatelang an einer Performance arbeiten, aber bewusst Raum für Improvisation lassen.

  • Während der Probe im Schulhof äußern Schülerinnen und Schüler die Annahme, dass öffentliche Kunst immer illegal sei.

    Greifen Sie diese Annahme direkt auf und besprechen Sie mit den Schülerinnen und Schülern, welche Genehmigungen für öffentliche Aktionen nötig sind. Nutzen Sie die Probe, um rechtliche und ethische Fragen zu erarbeiten, z.B. durch eine Simulation mit fiktiven Antragsformularen.

  • Während des Reflexionskreises entsteht der Eindruck, dass Performancekunst nur für Kunstkenner zugänglich ist.

    Zeigen Sie im Reflexionskreis konkrete Beispiele, wie Performances gezielt Laien einbeziehen, z.B. durch einfache Handlungen oder Alltagssprache. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen überlegen, wie sie ihre eigene Performance für Mitschülerinnen und Mitschüler verständlich gestalten können.


In dieser Übersicht verwendete Methoden