Skip to content
Kunst · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Architektur als Lebensraum: Funktion und Ästhetik

Gebäude prägen den Alltag der Schülerinnen und Schüler direkt, doch diese Verbindung zwischen Funktion und Ästhetik bleibt oft unsichtbar. Aktive Methoden wie Modelle, Vergleiche und Experimente machen diese Wechselwirkungen greifbar und fördern ein Verständnis, das über bloße Theorie hinausgeht.

KMK BildungsstandardsBildnerische RezeptionBildnerische Problemlösungen
20–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Funktionstest

Richten Sie Stationen mit Modellen ein: eine für Lichtexperimente mit Lampen und Folien, eine für Materialberührungen wie Holz und Glas, eine für Skizzen von funktionalen Räumen. Gruppen rotieren alle 10 Minuten, notieren Einflüsse auf Atmosphäre und Funktion, diskutieren abschließend.

Bewerten Sie, inwiefern die Ästhetik eines Gebäudes seine Funktionalität beeinflusst.

ModerationstippBeim Stationenlernen die Materialien so anordnen, dass die Schüler die Raumwirkung durch Bewegung unmittelbar erleben können.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler ein Foto eines Raumes (z. B. aus einer Zeitschrift oder dem Internet) mitbringen. Auf der Rückseite sollen sie kurz beschreiben, wie die gewählten Materialien und das Licht die Atmosphäre des Raumes beeinflussen und ob dies ihrer Meinung nach zur Funktion des Raumes passt.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 02

Fallstudienanalyse30 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Stilvergleich

Teilen Sie Fotos moderner und historischer Bauten aus. Paare vergleichen per Tabelle Anpassung an Bedürfnisse, bewerten Ästhetik-Einfluss auf Nutzung und präsentieren ein Beispiel. Ergänzen Sie mit kurzen Videos zu Bauhaus.

Vergleichen Sie verschiedene architektonische Stile hinsichtlich ihrer Anpassung an menschliche Bedürfnisse.

ModerationstippFür den Stilvergleich konkrete Gebäudeabbildungen auswählen, die sich in nur einem Merkmal unterscheiden, um den Fokus zu schärfen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wenn Sie ein neues Schulgebäude entwerfen müssten, welche drei architektonischen Elemente (Material, Form, Licht) würden Sie priorisieren, um eine positive Lernatmosphäre zu schaffen, und warum?' Ermutigen Sie die Schüler, ihre Entscheidungen mit Beispielen zu begründen.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 03

Fallstudienanalyse60 Min. · Kleingruppen

Gruppenprojekt: Eigenes Modell

Gruppen entwerfen ein Wohnraum-Modell aus Karton und Stoffen, berücksichtigen Funktion, Ästhetik und Licht. Bauen Sie es in 20 Minuten, testen Sie mit Peers und reflektieren in einem Protokoll.

Erklären Sie, wie Materialien und Licht die Atmosphäre eines Raumes gestalten.

ModerationstippBeim Modellbau klare Materialvorgaben geben, aber Raum für kreative Lösungen lassen, um die Balance zwischen Funktion und Ästhetik zu erkunden.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülern eine Liste mit verschiedenen Gebäudetypen (z. B. Krankenhaus, Bibliothek, Turnhalle). Bitten Sie sie, für jeden Typ zwei architektonische Merkmale zu nennen, die für seine Funktion besonders wichtig sind und wie diese die Ästhetik beeinflussen könnten.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 04

Fallstudienanalyse20 Min. · Ganze Klasse

Klassenrunde: Atmosphärenbeschreibung

Zeigen Sie Bilder von Räumen, die Klasse beschreibt kollektiv Wirkungen von Materialien und Licht. Sammeln Sie Begriffe auf Flipchart, wählen Top-3 pro Kategorie und verknüpfen mit Key Questions.

Bewerten Sie, inwiefern die Ästhetik eines Gebäudes seine Funktionalität beeinflusst.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler ein Foto eines Raumes (z. B. aus einer Zeitschrift oder dem Internet) mitbringen. Auf der Rückseite sollen sie kurz beschreiben, wie die gewählten Materialien und das Licht die Atmosphäre des Raumes beeinflussen und ob dies ihrer Meinung nach zur Funktion des Raumes passt.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen auf eine Mischung aus sinnlicher Erfahrung und systematischer Analyse. Lassen Sie die Schüler zunächst durch Berühren, Sehen und Bewegen die Wirkung von Materialien und Licht erfassen, bevor sie diese in Fachbegriffe fassen. Vermeiden Sie Frontalunterricht zu Stilen, sondern arbeiten Sie mit echten Beispielen aus der Lebenswelt der Schüler. Forschung zeigt, dass räumliche Intelligenz durch praktische Anwendung stärker gefördert wird als durch abstrakte Erklärungen.

Am Ende der Einheit sollen die Lernenden nicht nur Fakten wiedergeben, sondern selbstständig analysieren, wie Architektur den Menschen im Raum lenkt und welche Rolle Materialien, Licht und Form dabei spielen. Erfolg zeigt sich in präzisen Beobachtungen und begründeten Urteilen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Stationenlernens achten Sie darauf, dass Schüler nicht vorschnell urteilen, ob Kurven oder Geraden besser für die Nutzung sind. Lassen Sie sie stattdessen durch praktische Tests mit Modellen und Durchgängen selbst erfahren, wie Raumführung das Verhalten beeinflusst.

    Nutzen Sie die Paararbeit zum Stilvergleich, um gezielt die These zu hinterfragen, dass Ästhetik immer die Funktion beeinträchtigt. Geben Sie den Schülern je ein bekanntes Gebäude (z.B. Centre Pompidou und ein klassisches Museum) und lassen Sie sie in einer Tabelle dokumentieren, welche Elemente die Nutzung erleichtern oder erschweren.

  • Während der Gruppenarbeit zum Materialexperiment beobachten Sie, ob Schüler Glas oder Beton pauschal als angenehm oder unangenehm einordnen. Lenken Sie ihre Aufmerksamkeit auf die sensorischen Unterschiede und deren emotionale Wirkung.

    In der Gruppenarbeit zum Materialexperiment lassen Sie die Schüler nicht nur Oberflächen ertasten, sondern auch die Temperatur und Haptik notieren. Anschließend vergleichen sie ihre Ergebnisse in der Klasse und diskutieren, warum bestimmte Materialien in bestimmten Räumen (z.B. Schule vs. Wohnzimmer) unterschiedlich wirken.

  • Während des Gruppenprojekts zum Eigenbau achten Sie darauf, dass Schüler Brutalismus oder andere Stile als rein veraltet abtun. Fragen Sie nach konkreten Anforderungen, für die solche Stile heute noch passen könnten.

    Beim Stilvergleich in der Paararbeit fordern Sie die Schüler auf, je ein Gebäude aus zwei Epochen zu finden, das heute noch funktioniert. Sie sollen begründen, welche architektonischen Merkmale daran angepasst sind, z.B. Robustheit in Schulen oder Offenheit in Bibliotheken.


In dieser Übersicht verwendete Methoden