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Kunst · Klasse 6

Ideen für aktives Lernen

Maltechniken und Duktus

Aktives Ausprobieren hilft den Schülern, die Haptik und Wirkung verschiedener Maltechniken direkt zu erleben. Durch Berühren, Sehen und Vergleichen entwickeln sie ein Gespür für die Dynamik des Farbauftrags, das reine Theorie nicht vermitteln kann.

KMK BildungsstandardsBildnerische VerfahrenMaterialeigenschaften
30–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen60 Min. · Einzelarbeit

Stationenrotation: Werkzeug-Check

An verschiedenen Stationen testen Schüler den Farbauftrag mit ungewöhnlichen Mitteln: Zahnbürsten (Spritzen), Pappstücken (Spachteln) oder Fingern. Sie erstellen eine 'Struktur-Bibliothek' in ihrem Skizzenbuch.

Analysieren Sie, wie die Spur des Pinsels die Dynamik eines Bildes verändert.

ModerationstippWährend der Stationenrotation 'Werkzeug-Check' gehen Sie von Station zu Station und achten darauf, dass jedes Kind mindestens einmal mit jedem Pinsel und Werkzeug experimentiert – auch die, die es vermeidet.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler eine kleine Karte. Bitten Sie die Schüler, auf die eine Seite ein kleines Beispiel für lasierenden Farbauftrag zu malen und auf die andere Seite ein Beispiel für pastosen Farbauftrag. Unter jedes Beispiel schreiben sie einen Satz, der den Unterschied erklärt.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Museumsgang30 Min. · Ganze Klasse

Museumsgang: Die Spurensuche

Schüler betrachten Reproduktionen von Van Gogh (pastos) und Turner (lasierend). Mit Lupen oder durch nahes Herangehen untersuchen sie den Duktus und beschreiben, welche Dynamik die Pinselstriche erzeugen.

Erklären Sie, welche Effekte entstehen, wenn Farbe getupft statt gestrichen wird.

ModerationstippBeim 'Gallery Walk: Die Spurensuche' bitten Sie die Schüler, nicht nur zu schauen, sondern mit den Fingern über die Oberflächen zu streichen, um die Texturen bewusst wahrzunehmen.

Worauf zu achten istZeigen Sie den Schülern vier verschiedene Detailaufnahmen von Gemälden, die unterschiedliche Duktus-Arten zeigen (z.B. feine Aquarell-Lasuren, dicke Ölfarben-Spachtelungen, Tupftechnik). Bitten Sie die Schüler, auf einem Arbeitsblatt zu notieren, welche Technik und welches Werkzeug sie vermuten und welche Wirkung dies auf das Bild hat.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 03

Forschungskreis45 Min. · Kleingruppen

Forschungskreis: Das Riesen-Strukturbild

Auf einer großen Papierbahn experimentiert die Klasse gemeinsam. Ein Bereich soll 'ruhig und glatt' wirken, ein anderer 'wild und zerklüftet'. Die Schüler müssen ihre Techniken aufeinander abstimmen.

Differentiieren Sie verschiedene Werkzeuge für den Farbauftrag und ihre spezifischen Wirkungen.

ModerationstippBeim 'Collaborative Investigation: Das Riesen-Strukturbild' teilen Sie die Gruppe in kleine Teams ein und fordern jedes auf, mindestens eine andere Technik auszuprobieren, bevor sie gemeinsam entscheiden, wie sie das Bild gestalten.

Worauf zu achten istLegen Sie eine Auswahl an Werkzeugen (verschiedene Pinselgrößen und -formen, Spachtel, Schwämme) und Farben bereit. Stellen Sie die Frage: 'Wie verändert sich die 'Spur' des Werkzeugs, wenn ich Farbe auf diese Weise auftrage (demonstrieren Sie Tupfen vs. Streichen)?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen experimentieren und ihre Beobachtungen zur Entstehung von Textur und Dynamik teilen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Lehrkräfte sollten vermeiden, zu schnell zu korrigieren oder zu bewerten. Stattdessen gilt es, Neugier zu wecken und die Schüler selbst entdecken zu lassen, wie Werkzeuge und Techniken wirken. Zeigen Sie bewusst Bilder mit starkem Duktus, um zu verdeutlichen, dass Kunst nicht immer glatt und perfekt sein muss. Die Schüler brauchen Zeit, um eigene Lösungen zu finden und Fehler als Teil des Prozesses zu akzeptieren.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler gezielt zwischen lasierendem und pastosem Farbauftrag wechseln und den Duktus als Gestaltungsmittel benennen können. Sie erkennen, dass sichtbare Spuren nicht 'Fehler' sind, sondern Ausdruck von Individualität und Ausdruckskraft.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Stationenrotation 'Werkzeug-Check' beobachten Sie, dass Schüler versuchen, Pinselstriche zu verstecken.

    Zeigen Sie gezielt Beispiele aus dem Impressionismus oder Expressionismus und fragen Sie: 'Was passiert, wenn die Striche sichtbar bleiben? Wie wirkt das Bild dann auf dich?' Fordern Sie die Schüler auf, bewusst unordentliche Spuren zu hinterlassen und zu beobachten, wie sich die Wirkung verändert.

  • Während des 'Collaborative Investigation: Das Riesen-Strukturbild' verwenden Schüler zu viel Farbe, ohne Struktur zu erzeugen.

    Fordern Sie die Teams auf, erst eine dünne Schicht trocknen zu lassen, bevor sie pastos darüber malen. Zeigen Sie ihnen, wie man mit dem Spachtel gezielt Strukturen aufträgt, statt die Farbe einfach aufzutragen. Fragen Sie: 'Wo bleibt die Farbe haften? Wo entsteht eine echte Struktur?'


In dieser Übersicht verwendete Methoden