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Dem Künstler auf der Spur: Werkbetrachtung · 2. Halbjahr

Abstraktion verstehen

Der Weg vom Gegenstand zur freien Form in der modernen Kunst.

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Leitfragen

  1. Beurteilen Sie, ob ein Bild immer etwas Erkennbares zeigen muss, um gut zu sein.
  2. Erklären Sie, wie Farben und Formen ohne Motiv eine Geschichte erzählen können.
  3. Analysieren Sie, welche Empfindungen ein rein farbiges, abstraktes Bild auslösen kann.

KMK Bildungsstandards

KMK-BS-BK-R-5.2KMK-BS-BK-F-5.1
Klasse: Klasse 5
Fach: Welt der Bilder: Entdecken, Gestalten und Verstehen
Einheit: Dem Künstler auf der Spur: Werkbetrachtung
Zeitraum: 2. Halbjahr

Über dieses Thema

Abstraktion ist für viele Kinder zunächst rätselhaft, bietet aber einen enormen Freiraum für die eigene Gestaltung. In diesem Thema verfolgen die Schülerinnen und Schüler den Weg vom Gegenständlichen zur freien Form. Sie lernen, wie Künstler wie Mondrian oder Kandinsky reale Motive vereinfacht und schließlich ganz aufgelöst haben, um Emotionen und Rhythmen direkt durch Farbe und Form auszudrücken. Dies fördert die KMK-Standards zur Bildrezeption und zum Verständnis von Fachbegriffen.

Die Kinder erfahren, dass ein Bild nicht 'etwas' sein muss, sondern 'etwas' auslösen kann. Sie experimentieren mit Komposition, Gleichgewicht und Kontrasten, ohne den Zwang zur mimetischen Abbildung. Dieser Prozess der Reduktion schärft das Verständnis für die Grundelemente der Kunst. Durch aktive Übungen, wie das schrittweise Abstrahieren eines vertrauten Gegenstandes, wird der intellektuelle Prozess hinter der modernen Kunst für die Kinder nachvollziehbar und greifbar.

Lernziele

  • Analysieren Sie, wie Künstler reale Objekte schrittweise vereinfacht haben, um zu abstrakten Formen zu gelangen.
  • Erklären Sie, wie reine Farbe und Form ohne erkennbares Motiv eine emotionale Wirkung erzielen können.
  • Bewerten Sie, ob ein Bild erkennbare Elemente benötigt, um eine Botschaft zu vermitteln oder eine Wirkung zu erzielen.
  • Gestalten Sie eine eigene abstrakte Komposition, die auf der Reduktion eines bekannten Gegenstandes basiert.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Bildgestaltung: Linie, Fläche, Farbe

Warum: Ein grundlegendes Verständnis der Elemente wie Linie, Fläche und Farbe ist notwendig, um deren bewussten Einsatz in der Abstraktion zu verstehen.

Erste Werkbetrachtungen: Erkennen von Motiven

Warum: Die Fähigkeit, Motive in Bildern zu erkennen und zu benennen, bildet die Basis, um den Prozess der Abstraktion, also die Auflösung dieser Motive, nachvollziehen zu können.

Schlüsselvokabular

AbstraktionDie Darstellung von Dingen, die nicht der sichtbaren Wirklichkeit entsprechen. Formen und Farben werden vereinfacht oder völlig frei gestaltet.
GegenständlichkeitDie Eigenschaft eines Bildes, erkennbare Objekte oder Motive aus der realen Welt darzustellen.
FormDie äußere Gestalt oder Begrenzung eines Objekts. In der abstrakten Kunst werden Formen oft vereinfacht oder als reine geometrische oder organische Elemente eingesetzt.
FarbeEin visueller Eindruck, der durch Licht bestimmter Wellenlängen hervorgerufen wird. In der abstrakten Kunst wird Farbe oft losgelöst von ihrer gegenständlichen Bedeutung eingesetzt, um Emotionen auszudrücken.
KompositionDie Anordnung von Formen, Farben und Linien in einem Kunstwerk, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

Moderne Architektur nutzt oft abstrakte Formen und Farbkonzepte, um Gebäude zu gestalten, die sich von traditionellen Bauweisen abheben. Denken Sie an das Gebäude des Reichstags in Berlin mit seiner modernen Glaskuppel.

Das Design von Logos für Unternehmen wie Nike oder Adidas verwendet oft stark vereinfachte oder abstrakte Symbole, die eine starke Wiedererkennungswert schaffen und Emotionen transportieren.

Viele Plakatwände und Werbeanzeigen für Musikfestivals oder Ausstellungen setzen auf abstrakte Farbflächen und Formen, um Aufmerksamkeit zu erregen und eine bestimmte Stimmung zu vermitteln, ohne konkrete Objekte zu zeigen.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungAbstrakte Kunst ist einfach, das kann jeder.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Oft denken Kinder, es sei nur 'Gekritzel'. Durch Übungen zu Komposition und Gleichgewicht lernen sie, dass abstrakte Bilder oft strengen Regeln folgen und eine bewusste Entscheidung des Künstlers sind, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen.

Häufige FehlvorstellungIn einem abstrakten Bild muss man immer etwas erkennen können.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Schüler suchen oft krampfhaft nach Gesichtern oder Tieren in Wolkenformen. Lehrkräfte sollten dazu ermutigen, das Bild als reines Zusammenspiel von Farbe und Energie zu genießen, ähnlich wie man Musik hört, ohne nach Worten zu suchen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schülerinnen und Schüler erhalten ein Blatt mit zwei Feldern. Im ersten Feld malen sie einen einfachen, bekannten Gegenstand (z.B. einen Apfel). Im zweiten Feld malen sie eine abstrakte Version dieses Gegenstandes, indem sie Form und Farbe vereinfachen. Sie schreiben einen Satz dazu, was sie verändert haben.

Diskussionsfrage

Zeigen Sie den Kindern zwei Bilder: ein gegenständliches und ein abstraktes Werk (z.B. von Paul Klee und Wassily Kandinsky). Fragen Sie: 'Was seht ihr auf den Bildern? Welches Bild gefällt euch besser und warum? Können beide Bilder etwas erzählen, auch wenn man nicht alles erkennt?'

Kurze Überprüfung

Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, die Begriffe 'Abstraktion' und 'Gegenständlichkeit' mit eigenen Worten zu erklären. Sie können dies schriftlich auf einem Zettel tun oder mündlich in Kleingruppen.

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Häufig gestellte Fragen

Wie erkläre ich den Unterschied zwischen gegenständlich und abstrakt?
Gegenständliche Kunst zeigt Dinge, die wir aus der Welt kennen (Häuser, Menschen). Abstrakte Kunst nutzt die Bausteine der Kunst – Farben, Linien, Formen – losgelöst von Objekten. Ein guter Vergleich ist Sprache: Gegenständlich ist wie ein Satz mit Bedeutung, abstrakt ist wie der reine Klang der Stimme.
Wer waren die Pioniere der abstrakten Kunst?
Wichtige Wegbereiter waren Wassily Kandinsky, der Musik in Malerei übersetzte, Piet Mondrian mit seinen strengen Rastern und Hilma af Klint. Sie alle suchten nach Wegen, das Unsichtbare (Gefühle, Gedanken, Spiritualität) sichtbar zu machen.
Warum ist aktives Experimentieren bei Abstraktion so wichtig?
Abstraktion lässt sich schwer theoretisch vermitteln. Wenn Kinder aber selbst erleben, wie das Weglassen von Details die Wirkung eines Bildes verändert, verstehen sie das Konzept intuitiv. Aktive Methoden nehmen die Angst vor 'Fehlern', da es kein 'Richtig' im Sinne einer Ähnlichkeit gibt.
Kann abstrakte Kunst eine Geschichte erzählen?
Ja, aber auf einer emotionalen Ebene. Durch die Dynamik von Linien oder die Aggressivität von Farben können Konflikte, Harmonie oder Aufbruchsstimmung vermittelt werden, die der Betrachter mit seinen eigenen Erfahrungen füllt.