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Kunst · Klasse 4

Ideen für aktives Lernen

Werbung und Manipulation: Botschaften entschlüsseln

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil Werbung im Alltag der Schülerinnen und Schüler omnipräsent ist, aber selten bewusst wahrgenommen wird. Durch praktische Analysen und kreative Aufgaben erkennen die Kinder, dass Werbung kein neutrales Medium ist, sondern gezielt gestaltet wird, um sie zu beeinflussen.

KMK BildungsstandardsKMK: Grundschule - KommunikationKMK: Grundschule - Reflexion
25–90 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Forschungskreis45 Min. · Kleingruppen

Forschungskreis: Die Werbe-Checkliste

In Kleingruppen untersuchen die Kinder verschiedene Zeitschriftenanzeigen. Sie haken auf einer Liste ab: Welche Farben werden genutzt? Wer wird angesprochen? Welches Versprechen wird gemacht? Sie präsentieren ihre Ergebnisse.

Erkläre, mit welchen Tricks Bilder versuchen, uns zu überzeugen oder zu beeinflussen.

ModerationstippWährend der 'Werbe-Checkliste' gehen Sie gezielt durch die Klasse und hören Sie den Gruppen bei der Diskussion der Plakate zu, um ihre Denkprozesse zu verstehen und gezielt zu lenken.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten ein Werbeplakat. Sie sollen auf einem Zettel notieren: 1. Wer soll das Produkt kaufen? (Zielgruppe) 2. Welcher Trick wird benutzt, um mich zu überzeugen? (Überzeugungstechnik) 3. Ein Wort, das das Produkt beschreibt.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Planspiel90 Min. · Kleingruppen

Planspiel: Die Werbeagentur

Die Kinder erhalten den Auftrag, 'frische Luft in Dosen' oder 'unsichtbare Socken' zu verkaufen. Sie gestalten ein Plakat und überlegen sich einen Slogan, der die Mitschüler zum Kauf überzeugen soll.

Erkläre, welche Farben, Schriften und Symbole in der Werbung für Kinder oder Erwachsene genutzt werden.

ModerationstippIn der 'Werbeagentur' achten Sie darauf, dass alle Gruppenmitglieder gleichmäßig einbezogen werden, indem Sie gezielt nachfragen, wer welche Rolle übernommen hat und welche Ideen entwickelt wurden.

Worauf zu achten istZeigen Sie zwei Plakate für ähnliche Produkte (z.B. zwei verschiedene Müslisorten). Fragen Sie die Klasse: 'Welches Plakat findet ihr ansprechender und warum? Welche Farben und Bilder wurden benutzt, um das Produkt gut aussehen zu lassen? Was ist der Unterschied zwischen dem Bild und dem echten Müsli?'

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): Realität vs. Werbung

Die Kinder vergleichen ein Foto aus einer Fast-Food-Werbung mit einem echten Foto des Produkts. Sie diskutieren zu zweit, welche Unterschiede sie sehen und mit welchen Mitteln (Licht, Farbe, Styling) nachgeholfen wurde.

Beschreibe die Unterschiede zwischen der Realität und einem Werbebild.

ModerationstippBeim 'Think-Pair-Share' zur Realität vs. Werbung geben Sie den Schülerinnen und Schülern konkrete Zeitvorgaben für die Partnerarbeit, um eine intensive Auseinandersetzung zu fördern.

Worauf zu achten istTeilen Sie Kärtchen mit Begriffen wie 'Farbe', 'Schrift', 'Bild', 'Slogan', 'Zielgruppe' aus. Nennen Sie ein Produkt (z.B. Eiscreme). Die Schüler zeigen auf das Kärtchen, das ihrer Meinung nach am wichtigsten ist, um Eiscreme zu bewerben, und begründen kurz ihre Wahl.

VerstehenAnwendenAnalysierenSelbstwahrnehmungBeziehungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Setzen Sie auf eine Mischung aus Analyse und Kreativität, um die Schülerinnen und Schüler zu aktivieren. Vermeiden Sie reine Frontalphasen, da Werbung durch eigenes Entdecken besser verstanden wird. Nutzen Sie aktuelle Beispiele, die die Kinder aus ihrem Alltag kennen, um die Relevanz zu verdeutlichen. Forschung zeigt, dass ein kritischer Blick auf Werbung am besten gelingt, wenn die Lernenden selbst gestalten und reflektieren dürfen.

Am Ende der Einheit können die Schülerinnen und Schüler Werbestrategien benennen, Zielgruppen identifizieren und zwischen Werbeversprechen und Realität unterscheiden. Sie nutzen Fachbegriffe wie 'Zielgruppe', 'Überzeugungstechnik' oder 'Bildsprache' sachgerecht und reflektieren kritisch ihre eigene Mediennutzung.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Kollaborativen Untersuchung 'Die Werbe-Checkliste' nehmen einige Kinder Werbeversprechen wörtlich.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, das beworbene Produkt mit einem selbst mitgebrachten Beispiel zu vergleichen und die Unterschiede zu beschreiben. Lassen Sie sie notieren, welche Aussagen der Werbung realistisch sind und welche nicht.

  • In der Simulation 'Die Werbeagentur' behaupten einige, sie ließen sich nicht von Werbung beeinflussen.

    Lenken Sie die Diskussion auf die Analyse von Image und Gruppenzwang, indem Sie die Gruppen auffordern, zu erklären, warum sie bestimmte Slogans oder Farben gewählt haben und wie diese auf Gleichaltrige wirken könnten.


In dieser Übersicht verwendete Methoden