Das psychologische PorträtAktivitäten & Unterrichtsstrategien
Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil das psychologische Porträt eine Verbindung zwischen Beobachtung und Interpretation erfordert. Schülerinnen und Schüler müssen nicht nur Techniken anwenden, sondern auch ihre eigene Deutung von Charakter und Stimmung bewusst machen und in gestalterische Entscheidungen übersetzen.
Lernziele
- 1Analysieren Sie die bildnerischen Mittel (Licht, Farbe, Komposition, Mimik) in ausgewählten Porträts, um deren Beitrag zur Darstellung von Charakter und Stimmung zu erklären.
- 2Vergleichen Sie die Darstellung von Selbstporträts mit Fremdporträts hinsichtlich der Intention und der sichtbaren Charakterzüge.
- 3Entwerfen Sie ein eigenes psychologisches Porträt, das gezielt gestalterische Mittel einsetzt, um eine spezifische Persönlichkeitseigenschaft oder Gemütslage auszudrücken.
- 4Bewerten Sie die Wirkung des Hintergrunds auf die Charakterisierung einer Porträtfigur in verschiedenen Kunstwerken.
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Planspiel: Das psychologische Interview
In Paaren interviewen sich Schueler zu ihren Hobbys, Ängsten oder Traeumen. Der 'Kuenstler' macht sich Notizen zu Farben oder Symbolen, die er mit der Persoenlichkeit des Partners verbindet, bevor er mit dem Portraet beginnt.
Vorbereitung & Details
Durch welche gestalterischen Mittel wird die Stimmung einer Person im Bild sichtbar?
Moderationstipp: Führen Sie während der Simulation 'Das psychologische Interview' gezielt Fragen ein, die die Schülerinnen und Schüler dazu anregen, über die Wirkung von Mimik und Gestik nachzudenken.
Setup: Flexibler Raum für verschiedene Gruppenstationen
Materials: Rollenkarten mit Zielen und Ressourcen, Spielwährung oder Token, Rundenprotokoll
Museumsgang: Stimmungs-Check
Schueler stellen Portraetskizzen aus, die nur durch Licht und Schatten eine bestimmte Emotion ausdruecken sollen. Die Klasse wandert umher und ordnet den Bildern Gefuehlskarten zu, um die Treffsicherheit der gestalterischen Mittel zu pruefen.
Vorbereitung & Details
Welche Rolle spielt der Hintergrund für die Charakterisierung des Porträtierten?
Moderationstipp: Begrenzen Sie beim 'Gallery Walk: Stimmungs-Check' die Zeit pro Bild auf zwei Minuten, damit die Schülerinnen und Schüler sich auf prägnante Beobachtungen konzentrieren.
Setup: Wandflächen oder Tische entlang der Raumwände
Materials: Plakatpapier oder Posterwände, Marker, Haftnotizen für Feedback
Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): Hintergrund als Botschaft
Schueler betrachten Portraets mit unterschiedlichen Hintergruenden (leer, Landschaft, vollgestopftes Zimmer). Sie diskutieren paarweise, wie der Raum die Wahrnehmung der Person veraendert, und planen dann den Hintergrund fuer ihr eigenes Werk.
Vorbereitung & Details
Wie unterscheidet sich ein Selbstporträt von der Darstellung einer fremden Person?
Moderationstipp: Fordern Sie beim 'Think-Pair-Share: Hintergrund als Botschaft' die Schülerinnen und Schüler explizit auf, ihre Partnerantworten mit konkreten Beispielen aus den besprochenen Porträts zu untermauern.
Setup: Standard-Klassenzimmer; die Lernenden wenden sich dem Sitznachbarn zu
Materials: Diskussionsimpuls (projiziert oder gedruckt), Optional: Notizblatt für die Partnerarbeit
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Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit konkreten Beispielen und lassen die Schülerinnen und Schüler zunächst beschreiben, was sie sehen. Vermeiden Sie voreilige Interpretationen und fördern Sie stattdessen eine schrittweise Annäherung an die gestalterischen Mittel. Wichtig ist, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, ihre Entscheidungen zu begründen und nicht nur Techniken anzuwenden. Die Kombination aus praktischer Umsetzung und Reflexion ist zentral, um das psychologische Porträt als Medium der Charakterdarstellung zu verstehen.
Was Sie erwartet
Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler gestalterische Mittel gezielt einsetzen, um unsichtbare Aspekte sichtbar zu machen. Sie begründen ihre Entscheidungen und reflektieren, wie Licht, Farbe und Hintergrund die Wirkung des Porträts beeinflussen.
Diese Aktivitäten sind ein Ausgangspunkt. Die vollständige Mission ist das Erlebnis.
- Vollständiges Moderationsskript mit Lehrkraft-Dialogen
- Druckfertige Schülermaterialien, bereit für den Unterricht
- Differenzierungsstrategien für jeden Lerntyp
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungWährend der Simulation 'Das psychologische Interview' wird die Aussage 'Ein Portraet ist nur gut, wenn es wie ein Foto aussieht.' geäußert.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Zeigen Sie nach dem Interview zwei Porträts derselben fiktiven Person: eines fotorealistisch und eines expressionistisch. Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, zu beschreiben, wie das expressionistische Porträt die Persönlichkeit oder Stimmung anders darstellt und warum diese Darstellung trotzdem gültig ist.
Häufige FehlvorstellungWährend der Erstellung der 'Charakter-Collagen' im Rahmen des 'Think-Pair-Share: Hintergrund als Botschaft' wird die Aussage 'Das Gesicht ist das einzige, was zaehlt.' geäußert.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen ihre Collagen präsentieren und gezielt Fragen stellen: 'Welche Elemente außer dem Gesicht haben dazu beigetragen, den Charakter zu beschreiben?' und 'Wie wirken die ausgewählten Requisiten oder die Kleidung auf den Betrachter?'
Ideen zur Lernstandserhebung
Nach der Simulation 'Das psychologische Interview' lassen Sie die Schülerinnen und Schüler ein kurzes Porträt einer bekannten Persönlichkeit skizzieren. Auf der Rückseite notieren sie drei Sätze, welche gestalterischen Mittel sie gewählt haben und wie diese die Charakterisierung unterstützen.
Während des 'Gallery Walk: Stimmungs-Check' zeigen Sie zwei Porträts derselben Person, die von unterschiedlichen Künstlern geschaffen wurden. Die Schülerinnen und Schüler diskutieren in Kleingruppen, welche Unterschiede in der Darstellung von Charakter und Stimmung auffallen und welche Rolle Hintergrund und Farbpalette dabei spielen.
Nach dem gegenseitigen Porträtieren im Rahmen der 'Charakter-Collagen' tauschen die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeiten aus und geben schriftlich Feedback: Welche zwei gestalterischen Mittel fallen besonders auf, um Charakter oder Stimmung auszudrücken? Zudem geben sie einen konkreten Verbesserungsvorschlag zur Charakterisierung.
Erweiterungen & Unterstützung
- Fordern Sie Schülerinnen und Schüler, die früh fertig sind, auf, ein zweites Porträt derselben Person mit gegensätzlicher Stimmung zu erstellen.
- Unterstützen Sie Schülerinnen und Schüler, die Schwierigkeiten haben, indem Sie ihnen eine Liste mit Fragen zur Verfügung stellen, die sie bei der Entwicklung ihres Porträts leiten (z.B. 'Welche Farbe passt zu der Stimmung, die ich ausdrücken möchte?').
- Vertiefen Sie die Auseinandersetzung mit expressionistischen Werken und lassen Sie die Schülerinnen und Schüler Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu fotorealistischen Porträts herausarbeiten.
Schlüsselvokabular
| Psychologisches Porträt | Eine Porträtform, die über die bloße Abbildung äußerlicher Merkmale hinausgeht und versucht, die innere Verfassung, den Charakter oder die Emotionen der dargestellten Person sichtbar zu machen. |
| Charakterisierung | Die künstlerische Darstellung von Wesenszügen, Eigenschaften und der Persönlichkeit einer Person durch gezielte Gestaltungsmittel. |
| Stimmung | Die emotionale Atmosphäre oder das Gefühl, das durch die Gestaltung eines Bildes, insbesondere durch Farbe, Licht und Komposition, hervorgerufen wird. |
| Mimik | Der Ausdruck des Gesichts, insbesondere der Augen und des Mundes, der Rückschlüsse auf die Gefühle und Gedanken der dargestellten Person zulässt. |
| Hintergrundgestaltung | Die bewusste Wahl und Ausführung des Hintergrunds in einem Porträt, um die dargestellte Person zu kontextualisieren, zu kontrastieren oder ihre Persönlichkeit zu unterstreichen. |
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