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Kunst · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Das psychologische Porträt

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil das psychologische Porträt eine Verbindung zwischen Beobachtung und Interpretation erfordert. Schülerinnen und Schüler müssen nicht nur Techniken anwenden, sondern auch ihre eigene Deutung von Charakter und Stimmung bewusst machen und in gestalterische Entscheidungen übersetzen.

KMK BildungsstandardsBildnerische ProduktionBildnerische Rezeption
20–30 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Planspiel30 Min. · Partnerarbeit

Planspiel: Das psychologische Interview

In Paaren interviewen sich Schueler zu ihren Hobbys, Ängsten oder Traeumen. Der 'Kuenstler' macht sich Notizen zu Farben oder Symbolen, die er mit der Persoenlichkeit des Partners verbindet, bevor er mit dem Portraet beginnt.

Durch welche gestalterischen Mittel wird die Stimmung einer Person im Bild sichtbar?

ModerationstippFühren Sie während der Simulation 'Das psychologische Interview' gezielt Fragen ein, die die Schülerinnen und Schüler dazu anregen, über die Wirkung von Mimik und Gestik nachzudenken.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler ein kurzes Porträt einer bekannten Persönlichkeit (fiktiv oder real) skizzieren. Auf der Rückseite sollen sie drei Sätze notieren, welche gestalterischen Mittel sie gewählt haben (z.B. Lichtführung, Farbwahl, Blickrichtung) und wie diese die Charakterisierung unterstützen.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Museumsgang30 Min. · Ganze Klasse

Museumsgang: Stimmungs-Check

Schueler stellen Portraetskizzen aus, die nur durch Licht und Schatten eine bestimmte Emotion ausdruecken sollen. Die Klasse wandert umher und ordnet den Bildern Gefuehlskarten zu, um die Treffsicherheit der gestalterischen Mittel zu pruefen.

Welche Rolle spielt der Hintergrund für die Charakterisierung des Porträtierten?

ModerationstippBegrenzen Sie beim 'Gallery Walk: Stimmungs-Check' die Zeit pro Bild auf zwei Minuten, damit die Schülerinnen und Schüler sich auf prägnante Beobachtungen konzentrieren.

Worauf zu achten istZeigen Sie zwei Porträts derselben Person, die von unterschiedlichen Künstlern geschaffen wurden. Fragen Sie: 'Welche Unterschiede fallen Ihnen in der Darstellung von Charakter und Stimmung auf? Welche Rolle spielt dabei der jeweilige Hintergrund und die Farbpalette? Diskutieren Sie, welches Porträt Ihrer Meinung nach die Persönlichkeit der Person treffender erfasst und warum.'

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 03

Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): Hintergrund als Botschaft

Schueler betrachten Portraets mit unterschiedlichen Hintergruenden (leer, Landschaft, vollgestopftes Zimmer). Sie diskutieren paarweise, wie der Raum die Wahrnehmung der Person veraendert, und planen dann den Hintergrund fuer ihr eigenes Werk.

Wie unterscheidet sich ein Selbstporträt von der Darstellung einer fremden Person?

ModerationstippFordern Sie beim 'Think-Pair-Share: Hintergrund als Botschaft' die Schülerinnen und Schüler explizit auf, ihre Partnerantworten mit konkreten Beispielen aus den besprochenen Porträts zu untermauern.

Worauf zu achten istDie Schüler arbeiten in Paaren und porträtieren sich gegenseitig. Nach der Fertigstellung tauschen sie die Arbeiten aus. Jeder Schüler gibt dem Partner schriftlich Feedback zu zwei Aspekten: 1. Welche zwei gestalterischen Mittel im Porträt des Partners sind Ihnen besonders aufgefallen, um dessen Charakter oder Stimmung auszudrücken? 2. Ein Vorschlag zur Verbesserung der Charakterisierung.

VerstehenAnwendenAnalysierenSelbstwahrnehmungBeziehungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit konkreten Beispielen und lassen die Schülerinnen und Schüler zunächst beschreiben, was sie sehen. Vermeiden Sie voreilige Interpretationen und fördern Sie stattdessen eine schrittweise Annäherung an die gestalterischen Mittel. Wichtig ist, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, ihre Entscheidungen zu begründen und nicht nur Techniken anzuwenden. Die Kombination aus praktischer Umsetzung und Reflexion ist zentral, um das psychologische Porträt als Medium der Charakterdarstellung zu verstehen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler gestalterische Mittel gezielt einsetzen, um unsichtbare Aspekte sichtbar zu machen. Sie begründen ihre Entscheidungen und reflektieren, wie Licht, Farbe und Hintergrund die Wirkung des Porträts beeinflussen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Simulation 'Das psychologische Interview' wird die Aussage 'Ein Portraet ist nur gut, wenn es wie ein Foto aussieht.' geäußert.

    Zeigen Sie nach dem Interview zwei Porträts derselben fiktiven Person: eines fotorealistisch und eines expressionistisch. Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, zu beschreiben, wie das expressionistische Porträt die Persönlichkeit oder Stimmung anders darstellt und warum diese Darstellung trotzdem gültig ist.

  • Während der Erstellung der 'Charakter-Collagen' im Rahmen des 'Think-Pair-Share: Hintergrund als Botschaft' wird die Aussage 'Das Gesicht ist das einzige, was zaehlt.' geäußert.

    Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen ihre Collagen präsentieren und gezielt Fragen stellen: 'Welche Elemente außer dem Gesicht haben dazu beigetragen, den Charakter zu beschreiben?' und 'Wie wirken die ausgewählten Requisiten oder die Kleidung auf den Betrachter?'


In dieser Übersicht verwendete Methoden