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Geographie · Klasse 7

Ideen für aktives Lernen

Wind als Landschaftsformer

Wind als Landschaftsformer ist ein idealer Gegenstand für aktive Lernformen, weil Schülerinnen und Schüler hier die unsichtbaren Kräfte des Windes durch Experimente und Modelle begreifbar machen können. Durch praktische Stationen und Modellbauten erkennen sie direkt, wie Wind forme, transportiert und ablagert – ein Prozess, der sonst nur theoretisch vermittelt werden kann.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - FachwissenKMK: Sekundarstufe I - Erkenntnisgewinnung
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Fallstudienanalyse45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Erosions- und Akkumulationsstationen

Richten Sie vier Stationen ein: Deflation mit Fön und Sand, Abrasion mit Sandstrahlsimulation, Dünenaufbau mit Ventilator und feinem Sand, Windschutz mit Pflanzenmodellen. Gruppen rotieren alle 10 Minuten, notieren Beobachtungen und zeichnen Skizzen. Abschließende Plenumdiskussion verknüpft Stationen.

Erklären Sie die Mechanismen der Winderosion und -akkumulation.

ModerationstippLassen Sie bei der Stationenrotation klare Zeitlimits setzen, damit die Schüler nicht zu lange an einer Station verweilen und alle Erfahrungen sammeln können.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit einem Bild einer Windform (z.B. Düne, Yardang). Sie sollen auf der Rückseite zwei Sätze schreiben, die erklären, wie der Wind diese Form gebildet hat und in welcher Klimazone sie typischerweise vorkommt.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 02

Fallstudienanalyse50 Min. · Kleingruppen

Modellbau: Dünenlandschaft

Schüler bauen in Gruppen eine Wüstendüne mit Sand, Holz und Ventilator: Zuerst freie Formung, dann Windwirkung testen und mit Küstendüne vergleichen. Messen Sie Transportdistanz und Höhe. Dokumentieren Sie mit Fotos vor/nach.

Vergleichen Sie die durch Wind geformten Landschaften in Wüsten und Küstenregionen.

ModerationstippAchten Sie beim Modellbau darauf, dass die Schüler ihre Dünenmodelle systematisch dokumentieren, um spätere Vergleiche zu ermöglichen.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülern eine Liste von Begriffen (Deflation, Abrasion, Korrasion, Akkumulation) und eine Liste von Prozessbeschreibungen. Die Schüler ordnen die Begriffe den Beschreibungen zu und begründen kurz ihre Wahl für zwei der Begriffe.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 03

Fallstudienanalyse30 Min. · Partnerarbeit

Vergleichsanalyse: Fallstudien

Teilen Sie Fotos von Wüsten-Yardangs und Küstendünen aus. Paare markieren Windrichtung, Erosionsformen und Vegetation. Erstellen Sie eine Tabelle zum Vergleich und diskutieren Sie Unterschiede in Plenum.

Bewerten Sie die Bedeutung von Windschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft.

ModerationstippBereiten Sie beim Rollenspiel unterschiedliche Positionen vor, damit die Debatte strukturiert und fair abläuft.

Worauf zu achten istLeiten Sie eine Diskussion mit der Frage: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Bauer in einer trockenen Region. Welche drei Maßnahmen würden Sie ergreifen, um Ihren Boden vor Wind zu schützen, und warum?' Bewerten Sie die Begründungen der Schüler für die Wirksamkeit der Maßnahmen.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 04

Rollenspiel40 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Windschutzdebatte

Gruppen vertreten Landwirte, Umweltschützer oder Planer: Argumentieren Sie für Hecken oder Terrassen gegen Winderosion. Vorbereitung mit Recherche, dann Debatte mit Abstimmung.

Erklären Sie die Mechanismen der Winderosion und -akkumulation.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit einem Bild einer Windform (z.B. Düne, Yardang). Sie sollen auf der Rückseite zwei Sätze schreiben, die erklären, wie der Wind diese Form gebildet hat und in welcher Klimazone sie typischerweise vorkommt.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte wissen, dass dieses Thema besonders gut durch hands-on-Aktivitäten vermittelt wird. Vermeiden Sie reine Frontalunterrichtsphasen, da Windprozesse für Schüler schwer vorstellbar sind. Nutzen Sie stattdessen Schüleraktivität und direkte Beobachtung, um mentale Modelle zu korrigieren. Die Kombination aus Experiment und Reflexion festigt das Verständnis nachhaltig.

Am Ende der Einheit können die Schülerinnen und Schüler die Begriffe Deflation, Abrasion, Korrasion und Akkumulation korrekt anwenden und ihre Auswirkungen auf verschiedene Landschaften erklären. Sie analysieren typische Windformen und begründen ihre Entstehung mit Faktoren wie Windrichtung, Vegetation und Bodenbeschaffenheit.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Stationenrotation beobachten einige Schüler, dass Ventilatoren auf feuchtem Boden keine sichtbare Erosion verursachen und folgern daraus, dass Wind überall gleich stark wirken muss.

    Nutzen Sie die Stationenrotation, um gezielt verschiedene Untergründe (Sand, Ton, Ackerboden) zu testen und die Abhängigkeit von Bodenfeuchte und -struktur zu thematisieren. Fragen Sie: 'Warum sehen wir hier keine Erosion, obwohl der Wind stark bläst?'

  • Während des Modellbaus der Dünenlandschaft argumentieren einige Schüler, dass nur ein einziger starker Windstoß für die Entstehung einer Düne ausreicht.

    Verweisen Sie im Modellbau auf die Bedeutung regelmäßiger Winde und stabilisierender Vegetation. Lassen Sie die Schüler ihre Modelle schrittweise aufbauen und dokumentieren, wie sich die Düne über mehrere 'Windphasen' verändert.

  • Während des Rollenspiels zur Windschutzdebatte behaupten einige Schüler, dass Windschutz in Deutschland unnötig sei, da Wind hier nicht stark genug sei.

    Nutzen Sie das Rollenspiel, um lokale Beispiele wie die Lüneburger Heide oder die Nordseeküste einzubringen. Fordern Sie die Schüler auf, eigene Erfahrungen oder Beobachtungen aus ihrer Region einzubringen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden