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Geographie · Klasse 11

Ideen für aktives Lernen

Geopolitik der Energiewende

Aktive Lernformen machen komplexe Zusammenhänge greifbar, besonders bei der Geopolitik der Energiewende. Durch Rollenspiele, Debatten und Analysen erleben Schülerinnen und Schüler die Dynamik von Machtverschiebungen und Rohstoffabhängigkeiten direkt, statt sie nur theoretisch zu betrachten.

KMK BildungsstandardsSTD.GE.05STD.GE.44
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Rollenspiel45 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Rohstoffgipfel

Teilen Sie die Klasse in Vertreter von China, EU, USA und Afrika auf. Jede Gruppe bereitet Argumente zu seltenen Erden vor und verhandelt ein Abkommen. Schließen Sie mit einer Plenum-Diskussion und Abstimmung ab.

Analysieren Sie die neuen geopolitischen Abhängigkeiten, die durch seltene Erden entstehen.

ModerationstippIm Rollenspiel 'Rohstoffgipfel' legen Sie klare Rollenprofile fest, die Interessenkonflikte sichtbar machen – etwa zwischen rohstoffreichen Ländern und Technologieführern.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf und geben Sie jeder Gruppe eine andere seltene Erde (z.B. Neodym, Dysprosium). Lassen Sie die Gruppen recherchieren, wo diese Erde abgebaut wird, welche Hauptanwendungen sie hat und welche geopolitischen Risiken mit ihrer Versorgung verbunden sind. Jede Gruppe präsentiert ihre Ergebnisse und diskutiert die Ergebnisse mit den anderen.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Debatte35 Min. · Kleingruppen

Debatte: Wasserstoff vs. Batterien

Bilden Sie Pro- und Contra-Teams. Jede Seite präsentiert Fakten zu Kosten, Abhängigkeiten und Umweltauswirkungen. Die Zuhörer notieren Fragen und bewerten am Ende die Überzeugungskraft.

Bewerten Sie die Rolle von Wasserstoff als Energieträger der Zukunft.

ModerationstippIn der Debattenrunde 'Wasserstoff vs. Batterien' fordern Sie die Schüler dazu auf, mindestens eine Gegenposition zu ihrer eigenen Meinung zu vertreten, um Perspektivwechsel zu fördern.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schülerinnen und Schüler, auf einem Zettel zwei zentrale Herausforderungen der Energiewende zu notieren, die sie heute gelernt haben. Nennen Sie anschließend für jede Herausforderung eine mögliche Lösungsstrategie, die im Unterricht besprochen wurde.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Expertenrunde30 Min. · Partnerarbeit

Kartenanalyse: Abhängigkeitsnetz

Verteilen Sie Weltkarten. Schüler markieren Abbaustätten seltener Erden, Importwege und Energiewende-Projekte. In Paaren ziehen sie Verbindungen und diskutieren Risiken.

Diskutieren Sie die Herausforderungen bei der Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energien.

ModerationstippBei der Kartenanalyse 'Abhängigkeitsnetz' lassen Sie die Schüler zunächst individuelle Vermutungen notieren, bevor sie die tatsächlichen Daten prüfen, um kognitive Dissonanz zu nutzen.

Worauf zu achten istStellen Sie eine Reihe von Aussagen zur Geopolitik der Energiewende und bitten Sie die Schüler, diese als 'richtig' oder 'falsch' zu bewerten. Beispiele: 'China kontrolliert über 70% des weltweiten Abbaus seltener Erden.' oder 'Grüner Wasserstoff wird aus Erdgas hergestellt.' Besprechen Sie die Antworten im Plenum.

VerstehenAnwendenAnalysierenBewertenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 04

Expertenrunde50 Min. · Kleingruppen

Zukunftsszenario: Energiewende-Plan

Gruppen entwerfen einen nationalen Plan für 2050, inklusive Wasserstoffstrategie. Sie präsentieren mit Diagrammen und bewerten gegenseitig Machbarkeit.

Analysieren Sie die neuen geopolitischen Abhängigkeiten, die durch seltene Erden entstehen.

ModerationstippIm Zukunftsszenario 'Energiewende-Plan' geben Sie konkrete Zeit- und Budgetrahmen vor, um realistische Planungsprozesse zu simulieren.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf und geben Sie jeder Gruppe eine andere seltene Erde (z.B. Neodym, Dysprosium). Lassen Sie die Gruppen recherchieren, wo diese Erde abgebaut wird, welche Hauptanwendungen sie hat und welche geopolitischen Risiken mit ihrer Versorgung verbunden sind. Jede Gruppe präsentiert ihre Ergebnisse und diskutiert die Ergebnisse mit den anderen.

VerstehenAnwendenAnalysierenBewertenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Dieses Thema lebt von der Verbindung globaler Perspektiven mit lokalen Konsequenzen. Vermeiden Sie abstrakte Vorträge und setzen Sie stattdessen auf handlungsorientierte Methoden, die Schüler zu eigenen Schlussfolgerungen führen. Forschungsbasiert wirkt besonders anschaulich, wenn Sie aktuelle Datenquellen wie IEA-Berichte oder EU-Rohstoffstrategien einbeziehen und deren Aussagekraft kritisch hinterfragen lassen.

Am Ende der Einheit können die Lernenden die neuen geopolitischen Risiken der Energiewende benennen, die Rolle seltener Erden und Wasserstoffs differenziert bewerten und konkrete Lösungsansätze für die Versorgungssicherheit diskutieren. Ihre Argumentationen stützen sie auf recherchierte Daten und simulierte Verhandlungen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Rollenspiels 'Rohstoffgipfel' hören Sie häufig die Aussage, die Energiewende mache uns unabhängig von allen Rohstoffen.

    Nutzen Sie die Debattenphase des Rollenspiels, um gezielt nachzufragen: 'Welche Rohstoffe benötigen Sie für Ihre Technologien? Woher kommen diese und wer kontrolliert diese Lieferketten?' So werden die neuen Abhängigkeiten direkt an den Verhandlungstisch geholt.

  • Während der Debattenrunde 'Wasserstoff vs. Batterien' wird Wasserstoff oft als einfache Lösung dargestellt.

    Fordern Sie die Schüler auf, in ihrer Vorbereitung konkrete Investitionskosten für Elektrolyseure und Transportinfrastruktur zu recherchieren. In der Debatte lassen Sie dann gezielt nachfragen: 'Wie hoch sind die Infrastrukturkosten im Vergleich zu Batteriespeichern?'.

  • Während der Kartenanalyse 'Abhängigkeitsnetz' vermuten Schüler, seltene Erden seien weltweit gleichmäßig verteilt.

    Lassen Sie die Schüler während der Kartenarbeit die Konzentration der Vorkommen auf wenige Länder markieren und anschließend überlegen: 'Was bedeutet das für die Versorgungssicherheit Europas?' So wird die scheinbare Verfügbarkeit direkt mit geopolitischen Risiken verknüpft.


In dieser Übersicht verwendete Methoden