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Deutsch · Klasse 7 · Sprache und Wirkung: Grammatik und Rechtschreibung · 1. Halbjahr

Aktiv und Passiv

Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden zwischen Aktiv und Passiv und wenden beide Formen bewusst im eigenen Schreibprozess an.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - Sprache und Sprachgebrauch untersuchenKMK: Sekundarstufe I - Schreiben

Über dieses Thema

Der Unterschied zwischen Aktiv und Passiv ist ein Kernstück der Grammatik in Klasse 7. Schülerinnen und Schüler lernen, aktive Sätze, in denen das Subjekt handelt, von passiven Sätzen zu unterscheiden, bei denen das Objekt in den Vordergrund rückt. Sie üben Umformulierungen wie 'Der Hund beißt den Postboten' zu 'Der Postbote wird vom Hund gebissen' und wenden beide Formen bewusst im eigenen Schreiben an. Dies stärkt ihre Fähigkeit, Texte gezielt zu gestalten.

Im KMK-Standard 'Sprache und Sprachgebrauch untersuchen' und 'Schreiben' verbindet das Thema Grammatikanalyse mit Textproduktion. Passiv eignet sich, um den Handelnden zurückzutreten zu lassen, etwa in wissenschaftlichen Berichten oder formellen Texten, während Aktiv Dynamik und Klarheit schafft. Die Bewertung der Wirkung auf Leserinnen und Leser fördert metalinguistische Kompetenz und sensible Sprachwahl.

Aktives Lernen eignet sich hervorragend, da Schülerinnen und Schüler Regeln durch praktische Übungen wie Partnerumformulierungen oder Gruppenanalysen von Zeitungsartikeln verinnerlichen. Solche Methoden machen abstrakte Konstruktionen greifbar, regen Diskussionen an und verbessern das Schreiben nachhaltig.

Leitfragen

  1. Differenzieren Sie zwischen der aktiven und passiven Satzkonstruktion.
  2. Erklären Sie, wann der Einsatz des Passivs im Text sinnvoll ist.
  3. Bewerten Sie, wie die Wahl zwischen Aktiv und Passiv die Wirkung eines Satzes verändert.

Lernziele

  • Analysieren Sie die Struktur von Sätzen im Aktiv und Passiv und identifizieren Sie das Subjekt und das Objekt in beiden Formen.
  • Erklären Sie die Funktion des Passivs zur Hervorhebung des Objekts oder zur Rücktrittung des Handelnden.
  • Vergleichen Sie die Wirkung von Aktiv- und Passivsätzen auf die Leserwahrnehmung in verschiedenen Textsorten.
  • Erstellen Sie eigene Sätze und kurze Textabschnitte, die bewusst zwischen Aktiv und Passiv wechseln, um spezifische Wirkungen zu erzielen.

Bevor es losgeht

Satzglieder: Subjekt und Prädikat

Warum: Schülerinnen und Schüler müssen Subjekt und Prädikat identifizieren können, um die Rollen im Aktiv- und Passivsatz zu verstehen.

Grundlagen der Wortarten: Verben

Warum: Das Verständnis von Verben und ihren Formen, insbesondere des Partizips II, ist essenziell für die Bildung des Passivs.

Schlüsselvokabular

AktivsatzEin Satz, in dem das Subjekt die Handlung selbst ausführt. Das Subjekt ist der Handelnde.
PassivsatzEin Satz, in dem das Subjekt die Handlung erleidet oder von ihr betroffen ist. Das Objekt des Aktivsatzes wird zum Subjekt des Passivsatzes.
HandelnderDie Person oder Sache, die eine Handlung ausführt. Im Aktivsatz ist dies das Subjekt, im Passivsatz kann es im 'von'- oder 'durch'-Objekt stehen oder ganz fehlen.
VorgangspassivEine Passivform, die eine Handlung oder einen Prozess beschreibt. Sie wird mit einer Form von 'werden' und dem Partizip II gebildet (z.B. 'wird geschrieben').
ZustandspassivEine Passivform, die einen Zustand beschreibt, der das Ergebnis einer Handlung ist. Sie wird mit einer Form von 'sein' und dem Partizip II gebildet (z.B. 'ist geschrieben').

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungPassiv ist immer schlechter als Aktiv.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Viele glauben, Passiv sei unnötig kompliziert, doch es lenkt den Fokus richtig, z. B. auf das Opfer in Nachrichten. Aktive Diskussionen in Gruppen helfen, Vor- und Nachteile zu erproben und kontextuelle Einsätze zu entdecken.

Häufige FehlvorstellungPassiv braucht kein Hilfsverb.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Schülerinnen und Schüler verwechseln oft Formen und vergessen 'werden'. Partnerübungen mit Umformulierungen machen die Struktur sichtbar, Fehler werden sofort korrigiert und Regeln verfestigt.

Häufige FehlvorstellungJeder aktive Satz lässt sich ins Passiv umwandeln.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Nicht alle Sätze mit unbestimmtem Täter passen perfekt. Kollaborative Analysen von Beispielen zeigen Grenzen auf und fördern nuanciertes Verständnis durch gemeinsame Erkundung.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • In wissenschaftlichen Publikationen oder technischen Anleitungen wird häufig das Passiv verwendet, um Objektivität zu wahren und den Fokus auf den Prozess oder das Ergebnis zu legen, anstatt auf den Forschenden oder Anwendenden. Beispiele finden sich in Kochrezepten ('Das Mehl wird hinzugefügt') oder Gebrauchsanweisungen für Elektronik.
  • Nachrichtenagenturen und Journalisten entscheiden bewusst, ob sie Aktiv oder Passiv nutzen, um die Schuldzuweisung oder die Betonung einer Tat zu steuern. Ein Bericht über einen Vorfall könnte lauten: 'Ein Auto wurde beschädigt' (Passiv, Fokus auf das Auto) anstatt 'Der Fahrer beschädigte das Auto' (Aktiv, Fokus auf den Fahrer).

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Geben Sie den Schülerinnen und Schülern zwei Sätze vor, einen im Aktiv und einen im Passiv. Bitten Sie sie, auf dem Zettel zu notieren, welcher Satz im Aktiv und welcher im Passiv steht und warum sie das denken. Nennen Sie außerdem jeweils das Subjekt.

Kurze Überprüfung

Teilen Sie kurze Textabschnitte aus verschiedenen Quellen (z.B. Märchen, Nachrichten, wissenschaftlicher Text) aus. Die Schülerinnen und Schüler markieren alle Passivkonstruktionen und überlegen kurz, warum der Autor diese Form gewählt haben könnte.

Gegenseitige Bewertung

Die Schülerinnen und Schüler schreiben einen kurzen Absatz (ca. 5 Sätze) über ihren letzten Schultag, wobei sie mindestens zwei Passivsätze einbauen sollen. Anschließend tauschen sie die Texte und geben sich gegenseitig Feedback: Sind die Passivsätze korrekt gebildet? Passen sie zur Aussage? Sie notieren ihre Verbesserungsvorschläge auf dem Partnerzettel.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist Passiv im Text sinnvoll?
Passiv eignet sich, wenn der Fokus auf dem Ergebnis oder dem Betroffenen liegt, z. B. in Berichten: 'Das Haus wurde gebaut' statt 'Die Firma baute das Haus'. Es neutralisiert den Täter und schafft Objektivität. In Erzählungen bleibt Aktiv oft dynamischer. Schülerinnen und Schüler lernen dies durch Textvergleiche und bewerten die Wirkung selbst. (62 Wörter)
Wie unterscheide ich Aktiv und Passiv?
Im Aktiv handelt das Subjekt: 'Der Koch kocht Suppe'. Im Passiv wird gehandelt: 'Die Suppe wird gekocht'. Achten Sie auf Hilfsverb 'werden' und Partizip II. Übungen mit Sätzen markieren Subjekt und Objekt klären dies schnell. Im Schreibprozess testen Schülerinnen und Schüler beide Formen für Klarheit. (68 Wörter)
Wie kann aktives Lernen beim Aktiv-Passiv helfen?
Aktives Lernen macht Grammatik lebendig: Durch Partnerumformulierungen oder Stationen experimentieren Schülerinnen und Schüler mit Formen, diskutieren Wirkungen und wenden sie in Texten an. Das schafft tieferes Verständnis als reine Erklärungen. Gruppenanalysen von Medientexten zeigen reale Einsätze, Fehler werden kollektiv behoben und das Schreiben verbessert sich merklich. (72 Wörter)
Wie bewertet man die Wirkung von Aktiv und Passiv?
Aktiv wirkt direkt und lebendig, Passiv objektiv und distanziert. Schülerinnen und Schüler lesen Paartexte, z. B. Unfallberichte, und bewerten Leserwirkung in Kleingruppen. Kriterien wie Klarheit und Fokus helfen. Solche Bewertungen fördern metakognitive Fähigkeiten und gezielte Sprachwahl im eigenen Schreiben. (65 Wörter)

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