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Deutsch · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Autofiktion und das literarische Ich

Autofiktion lebt von der aktiven Auseinandersetzung mit dem Text und dem dahinterliegenden Ich-Konzept. Methoden wie Concept Mapping und Academic Speed Dating fördern das eigenständige Erschließen komplexer Zusammenhänge und regen zum Dialog über die Grenzen von Realität und Fiktion an. So werden die Lernenden zu aktiven Gestaltern ihres Verständnisses.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - Medien und IdentitätKMK: Sekundarstufe II - Textsorten
30–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen60 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Facetten der Autofiktion

An verschiedenen Stationen analysieren die Lernenden exemplarisch kurze Texte verschiedener Autorinnen und Autoren (z.B. von Annie Ernaux, Karl Ove Knausgård, Sarah Kuttner). Eine Station widmet sich der Abgrenzung zur Autobiografie, eine weitere der Inszenierung des Authentischen, und eine dritte der Analyse sprachlicher Mittel zur Grenzüberschreitung. Die Ergebnisse werden in Kleingruppen diskutiert.

Was unterscheidet eine Autobiografie von autofiktionalem Schreiben?

ModerationstippBeim Stationenlernen: Achten Sie darauf, dass die Lernenden an jeder Station die spezifischen Strategien der Autorinnen und Autoren zur Konstruktion des Ichs herausarbeiten.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Concept-Mapping45 Min. · Partnerarbeit

Schreibwerkstatt: Mein autofiktionales Ich

Die Lernenden verfassen einen kurzen eigenen Text im autofiktionalen Stil, der Elemente ihrer eigenen Biografie mit fiktionalen Überzeichnungen oder Verdichtungen verbindet. Anschließend tauschen sie ihre Texte in Partnerarbeit aus und geben sich gegenseitiges Feedback zur Inszenierung des Ichs.

Analysieren Sie, wie Autoren die Grenze zwischen Realität und Fiktion bewusst verwischen.

ModerationstippIn der Schreibwerkstatt: Ermutigen Sie die Lernenden, bewusst mit der Grenze zwischen erlebter Realität und literarischer Gestaltung zu spielen, wie es für die autofiktionale Schreibweise typisch ist.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Aktivität 03

Debatte30 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Realität vs. Fiktion im Text

Eine kontroverse Debatte wird geführt, ob die dargestellte Realität in einem ausgewählten autofiktionalen Werk als authentisch oder als stark konstruiert betrachtet werden kann. Die Lernenden sammeln Argumente aus dem Text und diskutieren die Absichten der Autorin oder des Autors.

Erklären Sie, warum die Inszenierung des Authentischen ein zentrales Motiv der Gegenwart ist.

ModerationstippBei der Debatte: Lenken Sie die Diskussion so, dass die Teilnehmenden Argumente für und gegen die 'Ehrlichkeit' des dargestellten Ichs aus den gelesenen Texten heraus entwickeln und begründen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Der pädagogische Ansatz bei Autofiktion sollte die aktive Konstruktion von Wissen durch die Lernenden in den Vordergrund stellen. Statt trockener Definitionen gilt es, durch Textarbeit und kreative Schreibimpulse das Spannungsfeld zwischen Autor, Erzähler und fiktivem Ich erfahrbar zu machen. Die kritische Reflexion über Authentizität und Fiktionalität steht dabei im Zentrum.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler die spezifischen Merkmale autofiktionalen Schreibens identifizieren und die bewusste Inszenierung des Ichs erkennen können. Sie sind in der Lage, die Grenzen zur Autobiografie kritisch zu hinterfragen und die Strategien der Fiktionalisierung zu benennen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Beim Stationenlernen: Achten Sie darauf, dass die Lernenden nicht fälschlicherweise davon ausgehen, Autofiktion sei lediglich eine leicht ausgeschmückte Biografie.

    Beim Stationenlernen lenken Sie die Aufmerksamkeit der Lernenden auf die Unterschiede zwischen den Texten und die dort erkennbaren Strategien der Fiktionalisierung und fragen Sie gezielt nach, wie sich die Texte von einer reinen Biografie unterscheiden.

  • In der Schreibwerkstatt: Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler nicht glauben, dass das von ihnen geschaffene literarische Ich eine reine Wiedergabe der eigenen Wahrheit sein muss.

    In der Schreibwerkstatt ermutigen Sie die Lernenden, bewusst mit der 'Inszenierung von Authentizität' zu spielen und zu reflektieren, welche Elemente sie hinzufügen oder verändern, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen.

  • Bei der Debatte: Achten Sie darauf, dass die Lernenden nicht argumentieren, die dargestellte Realität in autofiktionalen Texten sei immer die ungeschminkte Wahrheit des Autors.

    Bei der Debatte fordern Sie die Lernenden auf, anhand der gelesenen Texte konkrete Beispiele für literarische Strategien zu finden, die die Grenze zwischen Realität und Fiktion bewusst verwischen oder hinterfragen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden