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Deutsch · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Performance Art und Körper im Theater

Aktives Lernen funktioniert besonders gut, weil Performance Art und der Körper als Medium oft theoretisch schwer greifbar sind. Durch körperliche und interaktive Erfahrungen verstehen Schülerinnen und Schüler die emotionale und gesellschaftliche Wirkung von Performance Art direkter als durch reines Analysieren von Texten oder Videos.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - Theaterästhetische Perspektiven einbeziehenKMK: Sekundarstufe II - Medienformate analysieren
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Erfahrungsorientiertes Lernen45 Min. · Kleingruppen

Improvisationsrunde: Körper als Medium

Schüler erhalten Stichworte zu Macht und Ohnmacht und improvisieren 3-minütige Solo-Performances mit ihrem Körper. Danach teilen sie in der Gruppe Beobachtungen und diskutieren Grenzüberschreitungen. Abschluss: Reflexion in einem gemeinsamen Protokoll.

Analysieren Sie die Bedeutung des Körpers als Ausdrucksmittel in der Performance Art.

ModerationstippLegen Sie während der Improvisationsrunde klare Zeitlimits und Aufgabenstellungen fest, damit die Schülerinnen und Schüler den Fokus auf die gezielte körperliche Ausdrucksform behalten.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf und geben Sie jeder Gruppe ein Bild oder kurzes Video einer Performance Art. Bitten Sie die Gruppen, folgende Fragen zu diskutieren: Welchen Stellenwert hat der Körper in dieser Performance? Welche Grenzen zwischen Kunst und Leben werden hier ausgelotet? Notieren Sie die wichtigsten Diskussionspunkte für die gemeinsame Besprechung im Plenum.

AnwendenAnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSelbststeuerungSozialbewusstsein
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Aktivität 02

Erfahrungsorientiertes Lernen50 Min. · Kleingruppen

Videostationen: Performance-Analyse

Richten Sie Stationen mit Ausschnitten bekannter Performances ein. Gruppen notieren Körpereinsatz und Publikumsreaktionen, wechseln alle 10 Minuten und vergleichen Notizen. Ende mit Plenum-Diskussion.

Erklären Sie, wie Performance die Grenzen zwischen Kunst und Leben aufhebt.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schülerinnen und Schüler, auf einer Karteikarte zu notieren: Nennen Sie eine spezifische Technik, mit der eine Performance-Künstlerin oder ein Künstler den Körper als Ausdrucksmittel einsetzt. Beschreiben Sie kurz, welche Wirkung diese Technik auf das Publikum haben könnte.

AnwendenAnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSelbststeuerungSozialbewusstsein
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Aktivität 03

Erfahrungsorientiertes Lernen35 Min. · Ganze Klasse

Publikumsinteraktion: Rollentausch

Ein Schüler performt eine einfache Handlung, das Publikum greift ein. Rollen tauschen sich, danach Bewertung der Herausforderungen in Paaren. Dokumentation per Foto oder Notiz.

Bewerten Sie die Herausforderungen und Chancen der Interaktion mit dem Publikum.

Worauf zu achten istStellen Sie eine Liste von Aussagen zur Performance Art und zum postdramatischen Theater zusammen (z.B. 'Der Text ist im postdramatischen Theater immer zentral.' oder 'Publikumsinteraktion ist immer erwünscht.'). Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler jede Aussage als 'wahr' oder 'falsch' einstufen und eine kurze Begründung für zwei ausgewählte Aussagen liefern.

AnwendenAnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSelbststeuerungSozialbewusstsein
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Aktivität 04

Erfahrungsorientiertes Lernen30 Min. · Partnerarbeit

Körperkarten: Assoziationsspiel

Schüler malen Karten mit Körperformen und beschrifteten sie mit Emotionen. In Paaren kombinieren sie Karten zu Mini-Performances und präsentieren sie. Reflexion zur Grenze Kunst-Leben.

Analysieren Sie die Bedeutung des Körpers als Ausdrucksmittel in der Performance Art.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf und geben Sie jeder Gruppe ein Bild oder kurzes Video einer Performance Art. Bitten Sie die Gruppen, folgende Fragen zu diskutieren: Welchen Stellenwert hat der Körper in dieser Performance? Welche Grenzen zwischen Kunst und Leben werden hier ausgelotet? Notieren Sie die wichtigsten Diskussionspunkte für die gemeinsame Besprechung im Plenum.

AnwendenAnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSelbststeuerungSozialbewusstsein
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Vorlagen

Vorlagen, die zu diesen Deutsch-Aktivitäten passen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Unterrichten Sie dieses Thema durch eine Mischung aus Körpererfahrung und Reflexion. Vermeiden Sie trockene Theoriephasen, sondern bauen Sie praktische Übungen ein, die direkt an die Analyse von Performances anknüpfen. Forschung zeigt, dass Schülerinnen und Schüler nonverbale Ausdrucksformen besser verstehen, wenn sie sie selbst ausprobieren und dann gemeinsam reflektieren.

Am Ende der Einheit erkennen die Schülerinnen und Schüler, dass der Körper ein gezieltes künstlerisches Mittel ist und nicht nur spontanes Handeln. Sie können beschreiben, wie Künstlerinnen den Körper einsetzen, um Machtverhältnisse oder Identität zu thematisieren und Grenzen zwischen Bühne und Publikum aufzuheben.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Performance Art ist nur chaotisches Handeln ohne Struktur. Während der Improvisationsrunde beobachten Sie, wie Schülerinnen und Schüler scheinbar zufällige Bewegungen gezielt einsetzen, um eine bestimmte Wirkung zu erzeugen. Nutzen Sie diese Momente, um zu zeigen, dass auch spontanes Handeln konzeptionell geplant sein kann.

    Während der Improvisationsrunde achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler bewusst Techniken wie Wiederholung oder extreme Körperhaltungen nutzen. Fragen Sie im Plenum nach, warum sie sich für bestimmte Bewegungen entschieden haben, um die konzeptionelle Struktur sichtbar zu machen.

  • Der Körper ist in der Performance unwichtig gegenüber Text. Während der Videostationen-Analyse vergleichen Sie Performances mit und ohne gesprochenen Text. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler beschreiben, wie der Körper auch ohne Worte starke Botschaften vermittelt.

    Während der Videostationen-Analyse zeigen Sie zunächst eine Performance ohne Text und fragen die Schülerinnen und Schüler, welche Emotionen oder Themen sie erkennen. Erst dann vergleichen Sie dies mit einer Performance mit Text, um die Dominanz des Körpers zu verdeutlichen.

  • Publikumsinteraktion macht Kunst beliebig. Während des Rollentauschs beobachten Sie, wie Schülerinnen und Schüler auf die Interaktion reagieren. Nutzen Sie diese Momente, um zu diskutieren, welche Formen der Interaktion gezielt Spannungen erzeugen und welche tatsächlich beliebig wirken.

    Während des Rollentauschs im Publikum fragen Sie gezielt nach, warum bestimmte Interaktionen als berechtigt oder übertrieben empfunden werden. Diskutieren Sie im Plenum, welche Absichten hinter der Interaktion stecken und wie sie die Kunst beeinflusst.


In dieser Übersicht verwendete Methoden