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Chemie · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Komplexbildungsreaktionen und Gleichgewichte

Aktive Experimente und Gruppenarbeit machen unsichtbare Gleichgewichte und Bindungsvorgänge sichtbar, was bei Komplexbildungsreaktionen besonders wichtig ist. Durch direktes Beobachten, Messen und Modellieren begreifen Schüler die dynamische Natur dieser Reaktionen und erkennen, warum Stabilität und Reversibilität zentrale Konzepte sind.

KMK BildungsstandardsKMK: SEC-II-FWKMK: SEC-II-EG
20–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Forschungskreis45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Komplexbildung beobachten

Richten Sie Stationen ein: Cu²⁺ mit NH₃ (blau), Fe³⁺ mit SCN⁻ (rot), EDTA-Titration. Gruppen rotieren alle 10 Minuten, notieren Farbwechsel und pH-Einfluss. Abschließende Plenumdiskussion vergleicht Ergebnisse.

Erklären Sie die Bildung eines Komplexes unter Verwendung des Lewis-Säure-Base-Konzepts.

ModerationstippBei der Stationenrotation sorgen Sie für klare Arbeitsanweisungen an jeder Station, damit Schüler selbstständig und ohne ständige Nachfrage experimentieren können.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern eine Aufgabe: Beschreiben Sie die Bildung eines Komplexes zwischen Cu²⁺ und Ammoniak (NH₃) unter Verwendung des Lewis-Säure-Base-Konzepts. Benennen Sie die Lewis-Säure und die Lewis-Base und skizzieren Sie die Struktur des gebildeten Komplexes.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Forschungskreis30 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Stabilitätskonstante berechnen

Paare erhalten Konzentrationsdaten eines [Cu(NH₃)₄]²⁺-Komplexes. Sie berechnen K_f aus Gleichgewichtsreaktionen und prognostizieren Verschiebungen bei Ligandenzugabe. Ergebnisse werden in einer Tabelle visualisiert und mit Partner diskutiert.

Analysieren Sie die Faktoren, die die Stabilität eines Komplexes beeinflussen.

ModerationstippLassen Sie die Schüler die Stabilitätskonstanten in Partnerarbeit mit Tabellenkalkulation berechnen, um Rechenfehler gemeinsam zu erkennen und zu korrigieren.

Worauf zu achten istStellen Sie eine Frage zur Stabilität: Warum ist der Komplex [Fe(bipy)₃]³⁺ stabiler als [Fe(H₂O)₆]³⁺? Bewerten Sie die Antworten der Schüler auf die korrekte Anwendung des Chelateffekts und der Ligandenfeldstärke.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Forschungskreis50 Min. · Kleingruppen

Gruppenexperiment: Chelateffekt demonstrieren

Gruppen mischen Mg²⁺ mit EDTA (einfach) und vergleichen mit mehrzähnigem Liganden. Sie messen Präzipitationsvermeidung und diskutieren thermodynamische Gründe. Protokoll enthält Grafik der Stabilität.

Beurteilen Sie die Anwendung von Komplexbildungsreaktionen in der quantitativen Analyse (z.B. Titration).

ModerationstippDemonstrieren Sie beim Chelateffekt-Experiment die Farbänderungen von Kupferlösungen schrittweise, um die reversible Bindung direkt sichtbar zu machen.

Worauf zu achten istLeiten Sie eine Diskussion: Wie kann die Komplexbildung mit EDTA zur Bestimmung der Härte eines Wasserbeispiels eingesetzt werden? Diskutieren Sie die Rolle des Indikators und die Bedeutung des Äquivalenzpunktes.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Aktivität 04

Forschungskreis20 Min. · Einzelarbeit

Individualaufgabe: Modell eines Komplexes bauen

Schüler bauen mit Molekülmodellen einen Octaederkomplex, z. B. [Co(NH₃)₆]³⁺. Sie zeichnen Isomere und erklären Lewis-Interaktionen in einem Bericht.

Erklären Sie die Bildung eines Komplexes unter Verwendung des Lewis-Säure-Base-Konzepts.

ModerationstippFordern Sie die Schüler beim Modellbau auf, die räumliche Anordnung der Liganden zu begründen, um ihr Verständnis der Bindungswinkel zu überprüfen.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern eine Aufgabe: Beschreiben Sie die Bildung eines Komplexes zwischen Cu²⁺ und Ammoniak (NH₃) unter Verwendung des Lewis-Säure-Base-Konzepts. Benennen Sie die Lewis-Säure und die Lewis-Base und skizzieren Sie die Struktur des gebildeten Komplexes.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrungsgemäß gelingt das Thema am besten, wenn Lehrkräfte schrittweise von makroskopischen Beobachtungen zu abstrakten Konzepten führen. Vermeiden Sie zu frühe Mathematisierung der Stabilitätskonstanten, sondern leiten Sie diese aus experimentellen Daten ab. Betonen Sie die Reversibilität der Reaktionen durch Farbwechsel und Fällungen, um das dynamische Gleichgewicht zu veranschaulichen. Nutzen Sie Alltagsbezüge wie Schwermetallentgiftung oder Wasserenthärtung, um die Relevanz zu verdeutlichen, aber vermeiden Sie eine Überladung mit Anwendungsbeispielen.

Am Ende verstehen Schüler die Koordination von Liganden als Lewis-Säure-Base-Reaktion, können Stabilitätskonstanten berechnen und den Chelateffekt experimentell nachweisen. Sie wenden das Gelernte an, um Komplexbildung in Alltagskontexten zu analysieren, etwa bei Titrationen oder Wasseranalytik.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • During der Stationenrotation: Komplexe sind immer kovalent gebunden.

    Zeigen Sie während des Experiments die Farbänderungen bei Kupfer-Ammoniak-Komplexen und leiten Sie die Schüler an, die Bindung als dativkovalent, aber elektrostatisch dominiert zu beschreiben. Peer-Diskussionen an der Station sollen den Unterschied zu rein kovalenten Bindungen herausarbeiten.

  • During der Gruppenarbeit zur Stabilitätskonstante: Stabilität hängt nur von der Ligandenanzahl ab.

    Lassen Sie die Schüler die Stabilität unterschiedlicher Komplexe (z.B. [Cu(NH₃)₄]²⁺ vs. [Cu(en)₂]²⁺) vergleichen und die Rolle des Chelateffekts in der Gruppendiskussion herausarbeiten. Fragen Sie gezielt nach der Ladungsdichte und der räumlichen Anordnung der Liganden.

  • During dem Gruppenexperiment zum Chelateffekt: Komplexe bilden sich nur bei hohen Konzentrationen.

    Nutzen Sie das Chelateffekt-Experiment, um zu zeigen, dass bereits verdünnte Lösungen stabile Komplexe bilden. Fragen Sie die Schüler, wie sich der Chelateffekt auf das Gleichgewicht auswirkt und warum EDTA selbst in Spuren wirksam ist.


In dieser Übersicht verwendete Methoden