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Chemie · Klasse 11

Ideen für aktives Lernen

Titration und Titrationskurven

Aktives Experimentieren zeigt Schülerinnen und Schülern direkt, warum Titrationen präzise Messungen erfordern und wie Kurven chemische Gleichgewichte widerspiegeln. Durch das eigene Messen, Protokollieren und Auswerten verstehen sie die Theorie hinter den sichtbaren Farbwechseln und pH-Sprüngen.

KMK BildungsstandardsKMK: STD.46KMK: STD.47
25–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Forschungskreis45 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Starke Säure-Base-Titration

Paare titrieren 20 ml 0,1 M HCl mit 0,1 M NaOH unter pH-Messung. Sie notieren Volumen und pH alle 0,5 ml, plotten die Kurve und bestimmen den Äquivalenzpunkt. Abschließend vergleichen sie mit theoretischen Werten.

Erklären Sie, wie man den Äquivalenzpunkt einer Titration experimentell erkennt.

ModerationstippStellen Sie sicher, dass jedes Paar bei der starken Säure-Base-Titration (Aktivität 1) den pH-Meter korrekt kalibriert und die Messwerte sofort dokumentiert, um Verzögerungen zu vermeiden.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler ein Diagramm einer Titrationskurve (z.B. starke Säure mit starker Base). Bitten Sie die Schüler, den Äquivalenzpunkt zu markieren, den ungefähren pH-Wert dort anzugeben und zu erklären, warum der pH-Sprung an dieser Stelle auftritt.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Forschungskreis50 Min. · Kleingruppen

Gruppenrotation: Schwache Systeme

Drei Stationen: Essigsäure-NaOH, Ammoniak-HCl, Puffer-Titration. Gruppen rotieren alle 10 Minuten, führen Mini-Titrationen durch und skizzieren Kurven. Gemeinsame Plakatvorstellung schließt ab.

Analysieren Sie den Verlauf von Titrationskurven für starke und schwache Säuren/Basen.

ModerationstippBei der Gruppenrotation zu schwachen Systemen (Aktivität 2) geben Sie jeder Station eine klare Zeitvorgabe und Materialcheckliste, damit der Wechsel reibungslos abläuft.

Worauf zu achten istStellen Sie eine Frage wie: 'Welcher Indikator wäre am besten geeignet, um eine Titration von Essigsäure mit Natronlauge zu verfolgen, und warum?' Bewerten Sie die Begründung der Schüler bezüglich des pKs-Wertes der Essigsäure und des pH-Bereiches des Indikators.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Forschungskreis35 Min. · Ganze Klasse

Klassenanalyse: Kurvenvergleich

Projektor zeigt reale und simulierte Kurven. Die Klasse diskutiert in Plenum Unterschiede zwischen starken und schwachen Systemen, wählt Indikatoren und berechnet Konzentrationen gemeinsam.

Designen Sie die Auswahl eines geeigneten Indikators für eine gegebene Titration.

ModerationstippLassen Sie die Schülerinnen und Schüler beim Kurvenvergleich (Aktivität 3) ihre Diagramme zunächst in Kleingruppen diskutieren, bevor sie im Plenum präsentieren, um Unsicherheiten abzubauen.

Worauf zu achten istLeiten Sie eine Diskussion über die Unterschiede in den Titrationskurven von starken und schwachen Säuren. Fragen Sie: 'Warum ist die Kurve für eine schwache Säure asymmetrisch und warum liegt der Äquivalenzpunkt nicht bei pH 7?'

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Aktivität 04

Forschungskreis25 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Planung: Indikatorauswahl

Jede Schülerin und jeder Schüler entwirft eine Titration für gegebene Säure-Base-Paare, wählt Indikator und begründet. Peer-Feedback rundet die Aufgabe ab.

Erklären Sie, wie man den Äquivalenzpunkt einer Titration experimentell erkennt.

ModerationstippFordern Sie bei der Indikatorauswahl (Aktivität 4) jeden Einzelnen auf, seine Wahl schriftlich zu begründen, bevor er sie im Austausch mit der Klasse verteidigt.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler ein Diagramm einer Titrationskurve (z.B. starke Säure mit starker Base). Bitten Sie die Schüler, den Äquivalenzpunkt zu markieren, den ungefähren pH-Wert dort anzugeben und zu erklären, warum der pH-Sprung an dieser Stelle auftritt.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Titrationen sind ideal für handlungsorientiertes Lernen, weil Schülerinnen und Schüler hier Theorie und Praxis direkt verknüpfen können. Vermeiden Sie es, die Kurvenformen vorzugeben – lassen Sie die Lernenden selbst Muster erkennen. Forschungsbasiert zeigt sich, dass das eigene Messen und Auswerten nachhaltiger ist als reine Theorievermittlung. Nutzen Sie Fehlmessungen oder falsche Indikatorwahl als Lerngelegenheiten, um das Verständnis für Präzision zu schärfen.

Am Ende können die Lernenden Äquivalenzpunkte grafisch bestimmen, Kurvenformen schwacher und starker Säuren unterscheiden und Indikatoren gezielt auswählen. Ihr Verständnis zeigt sich in präzisen Erklärungen der Kurvenverläufe und der Rolle von Puffersystemen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Paararbeit mit starken Säuren und Basen (Aktivität 1) nehmen einige Schüler an, der Äquivalenzpunkt liege immer bei pH 7.

    Nutzen Sie die gemessenen Kurven und die beobachtete Sprungstelle, um zu zeigen, dass der pH-Wert am Äquivalenzpunkt hier bei 7 liegt, aber die Position der Sprungstelle von den Konzentrationen abhängt. Fordern Sie die Paare auf, ihre Diagramme mit den theoretischen Erwartungen zu vergleichen.

  • Während der Gruppenrotation zu schwachen Systemen (Aktivität 2) glauben einige, die Titrationskurve verlaufe linear.

    Fordern Sie die Gruppen auf, den nicht-linearen Verlauf im Bereich des Pufferplateaus und der steilen Sprungstelle zu beschreiben. Lassen Sie sie die sigmoidale Form skizzieren und mit den starken Systemen vergleichen.

  • Während der Indikatorauswahl (Aktivität 4) wählen einige Indikatoren, deren Farbwechsel vor dem tatsächlichen Äquivalenzpunkt liegt.

    Lassen Sie die Schüler ihre Auswahl begründen und vergleichen Sie die pH-Bereiche der Indikatoren mit dem pH-Sprung der Kurve. Nutzen Sie die Stationenrotation, um zu zeigen, dass der Farbwechsel den Äquivalenzpunkt genau markieren muss.


In dieser Übersicht verwendete Methoden