
Von Schülerinnen und Schülern ausgehandelte Lernziele, Methoden und Bewertungskriterien
Lernverträge
Die Lernenden handeln mit Ihnen einen Vertrag aus, der festlegt, was sie lernen, wie sie dabei vorgehen, welches Produkt sie erstellen und nach welchen Kriterien sie bewertet werden. Diese Lernverträge sind individualisiert und bieten echte Autonomie. Regelmäßige Feedbackgespräche sichern die Verbindlichkeit und fördern gleichzeitig Selbstmanagement, Zielsetzungskompetenz und Metakognition.
Was ist Lernverträge?
Lernverträge sind formalisierte Vereinbarungen zwischen einem Lernenden und einer Lehrkraft (oder zwischen dem Lernenden und sich selbst), die Lernziele, geplante Aktivitäten, verwendete Ressourcen, Zwischenmeilensteine, Bewertungskriterien und Zeitplan festlegen. Sie sind eine institutionalisierte Form pädagogischer Differenzierung: Jeder Lernende schreitet auf gemeinsame Ziele zu, aber auf personalisierten Wegen.
Lernverträge haben Wurzeln in den aktiven Pädagogiken des 20. Jahrhunderts. Der 'Dalton-Plan', von Helen Parkhurst in den 1920er Jahren entwickelt, erlaubte Lernenden, in ihrem eigenen Tempo nach individuellen Verträgen voranzuschreiten. Die Theorien der Autonomie und der Selbstregulation des Lernens, die von Zimmerman und Schunk in den 1980er-2000er Jahren entwickelt wurden, lieferten die zeitgenössischen theoretischen Grundlagen der Methode.
Was der Lernvertrag spezifisch produziert, ist eine Form der Handlungsmacht des Lernenden über sein eigenes Lernen. Der Lernende wird nicht einfach von der Lehrkraft Aufgaben zugewiesen: Er beteiligt sich an der Definition seiner eigenen Ziele, seiner eigenen Methoden und seiner eigenen Erfolgskriterien. Diese Ko-Konstruktion des Lernweges entwickelt die Selbstregulationsfähigkeit, die metakognitive Kompetenz, die am stärksten mit langfristigem Erfolg verbunden ist.
In Deutschland werden Lernverträge in Texten zur pädagogischen Differenzierung wertgeschätzt, bleiben aber in der Praxis oft untergenutzt, häufig aufgrund ihrer logistischen Komplexität in großen Klassen. Vereinfachte Formate, wöchentliche Kurzverträge mit 3 bis 4 Zielen, ermöglichen es, ihre Vorteile ohne den administrativen Aufwand vollständiger Versionen zu nutzen.
Durchführung von Lernverträge
Lernziele definieren
11 min
Identifizieren Sie die wesentlichen Standards und Kompetenzen, die alle Schüler bis zum Ende der Einheit beherrschen müssen.
Aktivitäten-Menüs erstellen
11 min
Erstellen Sie eine Liste mit vielfältigen Lernaktivitäten und Ressourcen, kategorisiert nach Schwierigkeitsgrad oder Interessenbereichen, um Wahlmöglichkeiten zu bieten.
Bedingungen aushandeln
11 min
Besprechen Sie mit jedem Schüler einzeln die gewählten Aktivitäten, die geforderten Leistungsnachweise und die spezifischen Abgabefristen.
Die Vereinbarung formalisieren
12 min
Setzen Sie das finale Vertragsdokument auf und lassen Sie es von der Lehrkraft und dem Schüler unterschreiben, um die gegenseitige Verpflichtung zu besiegeln.
Fortschritt überwachen
12 min
Planen Sie regelmäßige Check-ins oder Sprechstunden ein, in denen die Schüler über ihren Status berichten und Feedback zu ihren Zwischenergebnissen erhalten.
Bewerten und Reflektieren
11 min
Beurteilen Sie die Endprodukte anhand der im Vertrag festgelegten Kriterien und leiten Sie eine Selbstreflexion der Schüler über ihren Lernprozess an.
Wann Lernverträge im Unterricht einsetzen
- Differenziertes und personalisiertes Lernen
- Förderung von Selbstbestimmung und Eigenverantwortung
- Eigenständige Forschungsprojekte
- Entwicklung von Kompetenzen zur Zielsetzung und Selbstkontrolle
Forschungsergebnisse zu Lernverträge
Knowles, M. S. (1986, Jossey-Bass Higher Education Series, 1st Edition, 1-15)
Lernverträge schließen die Lücke zwischen den Bedürfnissen der Lernenden und institutionellen Anforderungen, indem sie selbstgesteuertes Lernen und gegenseitigen Respekt im Bildungsprozess fördern.
Lemieux, C. M. (2001, Social Work Education, 20(2), 263-276)
Die Implementierung von Lernverträgen fördert die Autonomie und Verantwortlichkeit der Studierenden, was zu einem höheren Maß an selbstgesteuertem Lernen und akademischem Engagement führt.
Anderson, G., Boud, D., Sampson, J. (2014, Figshare)
Strukturierte Verträge bieten das notwendige Gerüst (Scaffolding), damit Schüler den Übergang von lehrerabhängigem Lernen zu eigenständiger Untersuchung meistern können.
Eine Mission mit Lernverträge erstellen
Nutzen Sie Flip Education, um einen vollständigen Lernverträge-Unterrichtsentwurf zu erstellen – abgestimmt auf Ihren Lehrplan und bereit für den Einsatz in der Klasse.