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Physik · Klasse 11

Ideen für aktives Lernen

Reale Bewegungen: Luftwiderstand und Fall

Aktive Experimente und Modellierungen helfen Schülerinnen und Schülern, die abstrakte Wirkung des Luftwiderstands auf Fallbewegungen greifbar zu machen. Durch das eigene Messen, Vergleichen und Visualisieren von Daten erkennen sie, dass theoretische Konzepte wie quadratische Abhängigkeit oder Endgeschwindigkeit erst im konkreten Tun Bedeutung erhalten.

KMK BildungsstandardsKMK Bildungsstandards Physik AHR, Mechanik: Bewegungen von Körpern mithilfe von Ort, Zeit, Geschwindigkeit und Beschleunigung beschreiben.LehrplanPLUS Bayern Physik 11, Kinematik: Geradlinige Bewegungen mithilfe von Diagrammen und Bewegungsgleichungen beschreiben.Kernlehrplan NRW Physik GOSt, Mechanik: Bewegungen mit Hilfe von Zeit-Ort- und Zeit-Geschwindigkeit-Diagrammen beschreiben und auswerten.
20–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Planspiel45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Fallversuche

Richten Sie vier Stationen ein: freier Fall mit Lineal und Kugel, Luftwiderstand mit Papier und Falten, Endgeschwindigkeit mit Kaffeefiltern unterschiedlicher Größe, Modell mit Fallschirm aus Plastikfolie. Gruppen rotieren alle 10 Minuten, messen Fallzeiten mit Stoppuhr und notieren Geschwindigkeiten.

Erklären Sie, warum ein fallender Körper eine Endgeschwindigkeit erreicht.

ModerationstippStellen Sie während der Stationenrotation sicher, dass jede Gruppe mindestens einen Versuch mit gleicher Masse aber unterschiedlicher Form durchführt, um den Fokus auf den Widerstandsbeiwert zu lenken.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler ein Blatt Papier. Bitten Sie sie, zwei Sätze zu schreiben, die erklären, warum ein Blatt Papier und ein Stein, die gleichzeitig aus derselben Höhe fallen gelassen werden, unterschiedlich schnell den Boden erreichen. Fordern Sie sie auf, dabei die Begriffe 'Luftwiderstand' und 'Endgeschwindigkeit' zu verwenden.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Planspiel30 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Videoanalyse

Paare filmen den Fall von Objekten mit Smartphone, analysieren mit kostenloser Tracker-Software die v-t-Diagramme. Sie identifizieren die Endgeschwindigkeit und passen das Modell an. Diskutieren Sie Abweichungen in der Gruppe.

Vergleichen Sie den freien Fall mit dem Fall unter Berücksichtigung des Luftwiderstands.

ModerationstippLors der Videoanalyse leiten Sie die Schülerinnen und Schüler an, die Zeitlupe gezielt für die Markierung von Datenpunkten zu nutzen, um präzise Geschwindigkeitsberechnungen zu ermöglichen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Formel für den Luftwiderstand (F_L = ½ ρ v² A c_w) an die Tafel. Fragen Sie: 'Wenn sich die Geschwindigkeit (v) eines fallenden Objekts verdoppelt, wie verändert sich dann ungefähr die Luftwiderstandskraft (F_L)? Begründen Sie Ihre Antwort kurz.'

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Planspiel50 Min. · Ganze Klasse

Ganzer Unterricht: Widerstandsbeiwert bestimmen

Die Klasse entwirft gemeinsam ein Experiment mit Bleigewichten und variablen Filtern, misst Terminalgeschwindigkeiten per Video. Berechnen Sie c_w aus gemessenen Daten und vergleichen Sie Werte für Formen.

Entwickeln Sie ein Experiment zur Bestimmung des Luftwiderstandsbeiwerts für verschiedene Objekte.

ModerationstippBeim Bestimmen des Widerstandsbeiwerts achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler die Messunsicherheiten systematisch dokumentieren, um die Reliabilität ihrer Ergebnisse zu reflektieren.

Worauf zu achten istLeiten Sie eine Diskussion mit der Frage: 'Stellen Sie sich vor, Sie müssten ein Experiment entwerfen, um den c_w-Wert eines Tennisballs zu bestimmen. Welche Materialien würden Sie benötigen und welche Messungen müssten Sie durchführen, um die Formel F_L = ½ ρ v² A c_w anzuwenden?'

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Planspiel20 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Modellierung: Excel-Simulation

Jede Schülerin und jeder Schüler erstellt in Excel eine Simulation des Falls mit Luftwiderstand, variiert Parameter und vergleicht mit Messdaten. Präsentieren Sie die Ergebnisse.

Erklären Sie, warum ein fallender Körper eine Endgeschwindigkeit erreicht.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler ein Blatt Papier. Bitten Sie sie, zwei Sätze zu schreiben, die erklären, warum ein Blatt Papier und ein Stein, die gleichzeitig aus derselben Höhe fallen gelassen werden, unterschiedlich schnell den Boden erreichen. Fordern Sie sie auf, dabei die Begriffe 'Luftwiderstand' und 'Endgeschwindigkeit' zu verwenden.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Lehrkräfte sollten den Fokus auf den Vergleich von Ideal- und Realmodell legen, da Schülerinnen und Schüler oft Schwierigkeiten haben, physikalische Idealisierungen mit realen Phänomenen zu verknüpfen. Vermeiden Sie es, den Luftwiderstand nur als Störfaktor zu behandeln. Stattdessen betonen Sie seine Rolle als relevanter Einflussfaktor in Alltagssituationen. Nutzen Sie die Excel-Simulation, um iterative Lernprozesse zu fördern, bei denen Schülerinnen und Schüler Hypothesen testen und Parameter variieren.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler den Einfluss von Form, Fläche und Geschwindigkeit auf den Luftwiderstand erklären können und Experimente zur Bestimmung des c_w-Werts sachgerecht durchführen. Sie nutzen Diagramme, um die Beschleunigungsphasen zu deuten und Modellgrenzen zu diskutieren.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Stationenrotation Fallversuche beobachten wir häufig die Annahme, dass schwerere Objekte immer schneller fallen.

    Nutzen Sie die Station mit gleicher Masse aber variierender Form, um gezielt nachzufragen: 'Warum fällt die Kugel schneller als der Würfel, obwohl beide 50 g wiegen?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler die Messergebnisse in einer Tabelle vergleichen und die Rolle von Fläche und c_w diskutieren.

  • Während der Videoanalyse wird oft davon ausgegangen, dass die Endgeschwindigkeit sofort erreicht wird.

    Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler nach der Auswertung der Zeitlupenaufnahme eine Skizze der Beschleunigungskurve anfertigen und gezielt nach dem asymptotischen Verlauf fragen: 'Wo sehen wir in den Daten, dass die Beschleunigung abnimmt, aber nie null wird?'

  • Während der Paararbeit Videoanalyse wird der Luftwiderstand häufig als linear zur Geschwindigkeit angenommen.

    Fordern Sie die Gruppen auf, die gemessenen Geschwindigkeitsdaten in ein v-t-Diagramm einzutragen und die Nichtlinearität der Kurve zu markieren. Stellen Sie gezielte Fragen wie: 'Warum passt eine Gerade hier nicht, obwohl viele das erwarten?'


In dieser Übersicht verwendete Methoden