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Philosophie · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Existentialismus: Die Qual der Wahl

Aktives Lernen wirkt hier besonders gut, weil Existentialismus oft abstrakt wirkt. Durch Entscheidungen im Rollenspiel oder Debatten wird Sartres Idee der radikalen Freiheit konkret erfahrbar. Schüler begreifen Freiheit nicht als Theorie, sondern als Handlung, die sie selbst gestalten müssen.

KMK BildungsstandardsGrundpositionen der EthikFragen nach dem Selbst
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Rollenspiel45 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Entscheidungsszenarien

Teilen Sie Schüler in Gruppen ein und geben Sie Szenarien ohne äußere Zwänge, z. B. Berufswahl oder Beziehungsabbruch. Jede Gruppe spielt eine Entscheidung aus, begründet sie sartresch und diskutiert Folgen. Plenum reflektiert Freiheit und Verantwortung.

Erkläre Sartres Aussage 'Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt'.

ModerationstippStellen Sie im Rollenspiel klare Konsequenzen jeder Entscheidung vor, damit Schüler die Verbindung zwischen Handlung und Identität spüren.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Was bedeutet es für euch, wenn ihr sagt, dass ihr 'zur Freiheit verurteilt' seid?' Bitten Sie die Schüler, Beispiele aus ihrem eigenen Leben zu nennen, in denen sie sich dieser 'Verurteilung' bewusst wurden, und welche Gefühle damit verbunden waren.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Sokratisches Seminar30 Min. · Partnerarbeit

Zitat-Analyse: Paararbeit

Paare erhalten Sartres Zitate wie 'Existenz geht der Essenz voraus'. Sie paraphrasieren, finden Alltagsbeispiele und erstellen Mindmaps. Austausch im Plenum klärt Missverständnisse.

Analysiere die Bedeutung von 'Existenz geht der Essenz voraus'.

ModerationstippFordern Sie in der Zitat-Analyse gezielt auf, Beispiele aus Literatur oder Alltag zu nennen, um die Theorie zu verankern.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler eine Karte mit der Aussage 'Existenz geht der Essenz voraus'. Bitten Sie sie, diese Aussage in eigenen Worten zu erklären und ein kurzes Beispiel zu geben, das zeigt, wie eine Person durch eine Entscheidung ihre 'Essenz' verändert.

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 03

Debatte50 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Freiheit vs. Angst

Teilen Sie die Klasse in zwei Lager: Für und gegen 'Freiheit verursacht Verzweiflung'. Jede Seite bereitet Argumente vor, moderiert Debatte mit Stimmzetteln. Abschluss: Persönliche Position.

Beurteile, warum radikale Freiheit Angst und Verzweiflung hervorrufen kann.

ModerationstippLenken Sie die Debatte 'Freiheit vs. Angst' mit einer provokanten These ein, um unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen.

Worauf zu achten istZeigen Sie ein Bild oder eine kurze Beschreibung einer Person, die vor einer schwierigen Entscheidung steht (z.B. ein Bergsteiger, der entscheiden muss, ob er den Gipfel erreicht oder umkehrt). Fragen Sie die Schüler: 'Welche existenziellen Fragen wirft diese Situation auf und welche Verantwortung trägt die Person?'

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Sokratisches Seminar35 Min. · Einzelarbeit

Manifest: Individuelle Reflexion

Schüler schreiben ein kurzes 'Existentialistisches Manifest' zu einer eigenen Entscheidung. Teilen in Partnerpaaren, Feedback geben. Sammeln für Klassenarchiv.

Erkläre Sartres Aussage 'Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt'.

ModerationstippIm Manifest lassen Sie Schüler nicht nur schreiben, sondern auch ihre Texte gegenseitig mit Sartres Zitaten kontrastieren.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Was bedeutet es für euch, wenn ihr sagt, dass ihr 'zur Freiheit verurteilt' seid?' Bitten Sie die Schüler, Beispiele aus ihrem eigenen Leben zu nennen, in denen sie sich dieser 'Verurteilung' bewusst wurden, und welche Gefühle damit verbunden waren.

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Unterrichten Sie Sartre nicht als Philosophiegeschichte, sondern als Spiegel für Schülerfragen. Vermeiden Sie lange Vorträge über Existenz und Essenz – stattdessen bringen Sie die Theorie durch Alltagsbeispiele zum Leben. Forschung zeigt, dass emotionale Zugänge wie Rollenspiele oder persönliche Reflexion nachhaltiger wirken als abstrakte Erklärungen.

Erfolg zeigt sich, wenn Schüler erklären können, wie sie durch Entscheidungen ihre Identität formen und Verantwortung übernehmen. Sie erkennen, dass Freiheit nicht Willkür, sondern aktive Selbstgestaltung bedeutet und wenden Sartres Gedanken auf ihr eigenes Leben an.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während Rollenspiel: Entscheidungsszenarien beobachten Sie, ob Schüler Freiheit mit Beliebigkeit verwechseln.

    Lenken Sie nach jedem Szenario die Diskussion auf die Frage: 'Was sagt diese Entscheidung über die Person aus, die sie trifft?' und machen Sie die bindende Wirkung von Handlungen für die Identität sichtbar.

  • Während Debatte: Freiheit vs. Angst achten Sie darauf, ob Schüler Sartre als rein negativ darstellen.

    Fordern Sie die Gruppe auf, konkrete Beispiele zu nennen, in denen Freiheit positive Selbstbestimmung ermöglichte, und kontrastieren Sie dies mit Sartres Betonung der Verantwortung.

  • Während Manifest: Individuelle Reflexion prüfen Sie, ob Schüler 'Essenz voraus' falsch als Fehlen jeder Natur deuten.

    Bitten Sie die Schüler, ihre Texte mit Sartres Aussage zu vergleichen und gezielt zu markieren, wo sie ihre eigene 'Essenz' durch Entscheidungen formen – nicht leugnen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden