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Sartre: Existenz geht der Essenz vorausAktivitäten & Unterrichtsstrategien

Aktive Methoden helfen den Schülerinnen und Schülern, Sartres abstrakte These 'Existenz geht der Essenz voraus' konkret zu begreifen. Durch Rollenspiele und Debatten erleben sie Freiheit als Chance und Last, statt nur darüber zu diskutieren. So wird Philosophie greifbar und emotional verankert.

Klasse 13Grenzfragen des Menschseins: Philosophie in der gymnasialen Oberstufe4 Aktivitäten30 Min.50 Min.

Lernziele

  1. 1Erklären Sie Sartres Kernargument 'Die Existenz geht der Essenz voraus' und leiten Sie daraus die Implikationen für die menschliche Natur ab.
  2. 2Analysieren Sie Sartres Konzepte von 'Angst', 'Verlassenheit' und 'Verzweiflung' im Kontext der menschlichen Freiheit.
  3. 3Bewerten Sie die Konsequenzen der absoluten Freiheit für die moralische Verantwortung des Individuums.
  4. 4Entwerfen Sie ein kurzes Szenario, das die Sartre'sche Vorstellung von 'Geworfenheit' und freier Wahl illustriert.

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45 Min.·Kleingruppen

Rollenspiel: Freiheitsentscheidungen

Teilen Sie Schüler in Gruppen ein und geben Sie Szenarien vor, in denen sie unter 'Geworfenheit' stehen, z. B. Jobwahl ohne Leitbild. Jede Gruppe trifft Entscheidungen, diskutiert Konsequenzen und präsentiert. Abschließende Plenumrunde verknüpft mit Sartre.

Vorbereitung & Details

Erklären Sie Sartres These 'Die Existenz geht der Essenz voraus' und ihre Implikationen für die menschliche Natur.

Moderationstipp: Begrenzen Sie beim Rollenspiel die Szenarien auf Alltagssituationen, um die emotionale Hürde für die Schülerinnen und Schüler niedrig zu halten.

Setup: Spielfläche oder entsprechend angeordnete Tische für das Szenario

Materials: Rollenkarten mit Hintergrundinfos und Zielen, Szenario-Briefing

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
30 Min.·Partnerarbeit

Begriffskarten-Sortierung: Schlüsselkonzepte

Erstellen Sie Karten mit Begriffen wie Angst, Verlassenheit, Verzweiflung. Gruppen sortieren sie hierarchisch, begründen Verbindungen zu Sartres These und erstellen Mindmaps. Gemeinsame Präsentation klärt Missverständnisse.

Vorbereitung & Details

Analysieren Sie die Konzepte von 'Angst', 'Verlassenheit' und 'Verzweiflung' bei Sartre.

Moderationstipp: Sortieren Sie bei der Begriffskarten-Aktivität die Karten zunächst in Zweiergruppen, bevor die Klasse gemeinsam die Konzepte ordnet.

Setup: Innenkreis mit 4–6 Stühlen, umgeben von einem Außenkreis

Materials: Diskussionsimpuls oder Leitfrage, Beobachtungsbogen

AnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
40 Min.·Partnerarbeit

Persönliche Reflexion: Meine Essenz

Schüler notieren privat Entscheidungen, die ihre Essenz prägten, teilen in Partnerarbeit und vergleichen mit Sartre. Abschließende Klassendiskussion zieht Parallelen zur moralischen Verantwortung.

Vorbereitung & Details

Beurteilen Sie, welche Konsequenzen die absolute Freiheit für die moralische Verantwortung des Einzelnen hat.

Moderationstipp: Fordern Sie bei der persönlichen Reflexion konkrete Handlungsbeispiele ein, damit die Schülerinnen und Schüler Sartres Philosophie auf ihr eigenes Leben übertragen.

Setup: Innenkreis mit 4–6 Stühlen, umgeben von einem Außenkreis

Materials: Diskussionsimpuls oder Leitfrage, Beobachtungsbogen

AnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
50 Min.·Ganze Klasse

Debatte: Freiheit vs. Determinismus

Teilen Sie die Klasse in Für- und Gegenpositionen. Jede Seite argumentiert mit Sartre-Zitaten, Gegenseite kontert. Moderator notiert Schlüsselpunkte für Zusammenfassung.

Vorbereitung & Details

Erklären Sie Sartres These 'Die Existenz geht der Essenz voraus' und ihre Implikationen für die menschliche Natur.

Moderationstipp: Steuern Sie die Debatte durch gezielte Impulsfragen, die die Schülerinnen und Schüler zwingen, ihre Argumente an Sartres Thesen zu knüpfen.

Setup: Zwei sich gegenüberstehende Teams, Sitzplätze für das Publikum

Materials: Thesenkarte für die Debatte, Recherche-Dossier für jede Seite, Bewertungsbogen für das Publikum, Stoppuhr

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit

Dieses Thema unterrichten

Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit der emotionalen Einbindung der Schülerinnen und Schüler, bevor sie in die Abstraktion gehen. Sie vermeiden reine Wissensvermittlung und setzen stattdessen auf erfahrungsorientiertes Lernen. Wichtig ist, die scheinbar düstere Philosophie Sartres als Befreiung zu deuten: Freiheit bedeutet nicht Beliebigkeit, sondern die Chance, das eigene Leben aktiv zu gestalten.

Was Sie erwartet

Am Ende können die Schülerinnen und Schüler Sartres Kernidee erklären, sie auf eigene Lebenssituationen beziehen und die moralischen Konsequenzen freier Entscheidungen begründen. Ihr Verständnis zeigt sich in klaren Beispielen und reflektierten Argumenten in Diskussionen und Texten.

Diese Aktivitäten sind ein Ausgangspunkt. Die vollständige Mission ist das Erlebnis.

  • Vollständiges Moderationsskript mit Lehrkraft-Dialogen
  • Druckfertige Schülermaterialien, bereit für den Unterricht
  • Differenzierungsstrategien für jeden Lerntyp
Mission erstellen

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungWährend der Debatte 'Freiheit vs. Determinismus' hören Sie Schülerinnen und Schüler sagen, Sartres Philosophie rechtfertige beliebige Handlungen ohne Moral.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Führen Sie die Debatte mit einem vorbereiteten Szenario wie 'Ein Schüler lügt, um eine Prüfung zu bestehen' und fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, ihre Handlungsoptionen mit Sartres Konzept der Verantwortung für die Menschheit zu begründen.

Häufige FehlvorstellungWährend des Rollenspiels 'Freiheitsentscheidungen' meinen einige Schülerinnen und Schüler, 'Geworfenheit' bedeute totale Hilflosigkeit.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Beobachten Sie die Rollenspielgruppen und fragen Sie gezielt nach, wie die Schülerinnen und Schüler aus ihrer 'geworfenen' Situation aussteigen könnten – so wird deutlich, dass Geworfenheit der Ausgangspunkt für Freiheit ist.

Häufige FehlvorstellungWährend der persönlichen Reflexion 'Meine Essenz' nehmen einige Schülerinnen und Schüler an, Sartres Welt sei rein pessimistisch.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, in ihren Reflexionen auch positive Aspekte ihrer Entscheidungen zu benennen, und vergleichen Sie im Plenum, wie Freiheit auch als schöpferische Kraft wahrgenommen werden kann.

Ideen zur Lernstandserhebung

Diskussionsfrage

Nach der Debatte 'Freiheit vs. Determinismus' stellen Sie die Frage: 'Wenn der Mensch absolut frei ist, was bedeutet das für die Idee von Schuld und Strafe?' Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, ihre Antworten mit Bezug auf Sartres Konzepte von Angst, Verlassenheit und Verantwortung zu begründen und im Plenum zu diskutieren.

Lernstandskontrolle

Nach der Begriffskarten-Sortierung 'Schlüsselkonzepte' erhalten die Schülerinnen und Schüler eine Karte mit einem der Begriffe 'Geworfenheit', 'Angst', 'Verlassenheit' oder 'Verzweiflung'. Sie schreiben eine kurze Erklärung (2-3 Sätze), wie dieser Begriff Sartres Philosophie der Freiheit verdeutlicht.

Kurze Überprüfung

Während des Rollenspiels 'Freiheitsentscheidungen' präsentieren Sie ein kurzes Zitat von Sartre (z.B. 'Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt.'). Die Schülerinnen und Schüler diskutieren in Partnerarbeit eine Minute lang, was dieses Zitat im Lichte von 'Existenz geht der Essenz voraus' bedeutet, und fassen die wichtigsten Punkte im Plenum zusammen.

Erweiterungen & Unterstützung

  • Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, ein fiktives Tagebuch aus der Perspektive eines existentialistischen Protagonisten zu verfassen, der Sartres Thesen in Alltagssituationen anwendet.
  • Bieten Sie Schülerinnen und Schülern, die unsicher sind, eine vorbereitete Liste mit Beispielen für Geworfenheit und Freiheit an, die sie in die Begriffskarten-Sortierung einbauen können.
  • Vertiefen Sie das Thema durch einen Vergleich mit Camus’ 'Mythos des Sisyphos', um die Nuancen zwischen Sartre und anderen Existentialisten herauszuarbeiten.

Schlüsselvokabular

ExistenzialismusEine philosophische Strömung, die betont, dass der Mensch zuerst existiert und sich dann durch seine Entscheidungen selbst definiert. Die Existenz geht der Essenz voraus.
GeworfenheitDas Bewusstsein, ohne eigenen Willen in eine bestimmte Situation, Zeit und Welt 'geworfen' zu sein, aus der heraus Freiheit und Verantwortung erwachsen.
AngstDas Gefühl, das aus der Erkenntnis der eigenen absoluten Freiheit und der damit verbundenen Verantwortung für alle eigenen Entscheidungen entsteht.
VerlassenheitDie Erfahrung, dass es keinen Gott oder keine vorgegebenen Werte gibt, die menschliches Handeln leiten könnten, was die Last der freien Wahl verstärkt.
VerzweiflungDie Erkenntnis, dass man nur auf das angewiesen ist, was in der eigenen Macht steht, und dass die eigenen Handlungen keine äußere Garantie für Erfolg oder Sinn haben.

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