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Philosophie · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Präferenz-Utilitarismus und Tierethik (Singer)

Aktives Lernen eignet sich besonders für dieses Thema, weil Schülerinnen und Schüler durch Diskussionen und Rollenspiele ethische Konzepte wie Präferenz-Utilitarismus und Speziesismus direkt auf konkrete Fälle anwenden können. Die Auseinandersetzung mit Singers Gedanken erfordert nicht nur theoretisches Verständnis, sondern auch emotionale und moralische Reflexion, die durch interaktive Methoden gefördert wird.

KMK BildungsstandardsNRW Kernlehrplan Philosophie: Inhaltsfeld 1, Problemfelder der angewandten EthikBayern LehrplanPLUS Philosophie 12: Ph 12.1, Angewandte EthikKMK Bildungsstandards Philosophie: Inhaltsfeld 1, Anwendungsfelder der Ethik: Tierethik
20–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Debatte30 Min. · Partnerarbeit

Pärchenanalyse: Utilitarismen vergleichen

Teilen Sie die Klasse in Paare ein. Jede Person liest einen Auszug aus Singer und Bentham. Diskutieren Sie 10 Minuten Unterschiede, notieren Sie Kernpunkte. Präsentieren Sie dann gemeinsam. Schließen Sie mit einer gemeinsamen Bewertung ab.

Differentiieren Sie den Präferenz-Utilitarismus vom klassischen Utilitarismus und erklären Sie seine moralische Reichweite.

ModerationstippWährend der Pärchenanalyse: Verteilen Sie die Texte so, dass jeder eine andere Utilitarismus-Theorie erhält, und lassen Sie die Paare gezielt nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden suchen.

Worauf zu achten istLehrkraft: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind Teil eines Ethikrates, der über die Zulassung eines neuen Tierversuchs entscheiden muss. Diskutieren Sie in Kleingruppen, wie Peter Singers Präferenz-Utilitarismus und sein Konzept des Speziesismus Ihre Entscheidung beeinflussen würden. Berücksichtigen Sie dabei die Präferenzen der Tiere und die potenziellen Vorteile für den Menschen.'

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Debatte45 Min. · Kleingruppen

Gruppenrunde: Speziesismus entlarven

Gruppen von vier analysieren Singers Argumente gegen Speziesismus anhand von Beispielen wie Fabriktierhaltung. Erstellen Sie eine Mindmap mit Gegenargumenten. Rotieren Sie Gruppenrollen: Sprecher, Kritiker, Protokollführer. Diskutieren Sie plenum.

Analysieren Sie Singers Argumentation für die moralische Berücksichtigung von Tieren und das Konzept des Speziesismus.

ModerationstippIn der Gruppenrunde zum Speziesismus: Geben Sie jeder Gruppe eine provokante These vor, die sie widerlegen oder bestätigen muss, um eine lebhafte Debatte anzuregen.

Worauf zu achten istSchülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit der Frage: 'Nennen Sie einen zentralen Unterschied zwischen klassischem Utilitarismus und Präferenz-Utilitarismus und erklären Sie kurz, warum dieser Unterschied für die Tierethik relevant ist.' Sie schreiben ihre Antwort auf die Karte und geben sie ab.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Debatte50 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Ernährungskonsequenzen

Teilen Sie die Klasse in Pro- und Contra-Teams zu Singers Tierethik in der Ernährung. Jede Seite bereitet 5-Minuten-Ansprachen vor. Moderieren Sie die Debatte mit Fragerunden. Bewerten Sie Argumente anhand von Kriterien.

Bewerten Sie die praktischen Konsequenzen von Singers Tierethik für unseren Umgang mit Tieren und die Ernährung.

ModerationstippBei der Whole-Class-Debatte: Strukturieren Sie die Argumente an der Tafel mit einer Pro- und Contra-Liste zu Ernährungskonsequenzen, um die Diskussion zu visualisieren.

Worauf zu achten istLehrkraft präsentiert eine kurze Fallstudie (z.B. ein Tierheim, das über die Einschläferung eines alten Tieres nachdenkt). Die Schülerinnen und Schüler sollen in Einzelarbeit eine kurze Stellungnahme (3-4 Sätze) verfassen, wie sie unter Berücksichtigung von Singers Theorie entscheiden würden und welche Präferenzen dabei im Vordergrund stehen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Debatte20 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Reflexion: Eigene Präferenzen

Schülerinnen und Schüler listen persönliche Präferenzen auf und wenden Singers Test an: Würden Sie für ein Tier leiden? Schreiben Sie eine kurze Begründung. Teilen Sie anonym in Plenum.

Differentiieren Sie den Präferenz-Utilitarismus vom klassischen Utilitarismus und erklären Sie seine moralische Reichweite.

ModerationstippIn der individuellen Reflexion: Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, ihre Präferenzen schriftlich festzuhalten und anschließend mit einem Partner zu vergleichen, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu erkennen.

Worauf zu achten istLehrkraft: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind Teil eines Ethikrates, der über die Zulassung eines neuen Tierversuchs entscheiden muss. Diskutieren Sie in Kleingruppen, wie Peter Singers Präferenz-Utilitarismus und sein Konzept des Speziesismus Ihre Entscheidung beeinflussen würden. Berücksichtigen Sie dabei die Präferenzen der Tiere und die potenziellen Vorteile für den Menschen.'

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen bei diesem Thema auf eine Balance zwischen Theorie und Praxis. Sie vermeiden es, Singer nur als abstrakten Philosophen zu behandeln, sondern verbinden seine Ideen mit Alltagsfragen wie Ernährung oder Tierhaltung. Wichtig ist, dass die Schülerinnen und Schüler Singers Argumente nicht nur verstehen, sondern auch kritisch hinterfragen. Vermeiden Sie es, die Debatte zu vereinfachen oder moralische Urteile vorzugeben. Stattdessen fördern Sie eine offene Diskussion, in der verschiedene Perspektiven Raum haben.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler Singers Argumentation klar darlegen und auf Tierethik anwenden können. Sie erkennen die Unterschiede zwischen klassischem und Präferenz-Utilitarismus und begründen, warum Interessen von Tieren moralisch relevant sind. Zudem hinterfragen sie eigene Vorurteile und gesellschaftliche Normen kritisch.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Pärchenanalyse: Viele Schülerinnen und Schüler nehmen an, dass Präferenz-Utilitarismus nur menschliche Interessen berücksichtigt. Achten Sie darauf, dass die Paare gezielt nach Beispielen für tierische Präferenzen in den Texten suchen und diese diskutieren.

    Correction: Nutzen Sie die Pärchenanalyse, um die Texte gezielt nach Passagen zu durchsuchen, die tierische Präferenzen erwähnen. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler diese Beispiele sammeln und gemeinsam bewerten, ob sie moralisch relevant sind.

  • Während der Gruppenrunde zum Speziesismus: Einige Schülerinnen und Schüler glauben, dass Speziesismus eine natürliche Haltung ist. Beobachten Sie die Diskussionen und lenken Sie die Gruppen gezielt auf Vergleiche mit anderen Diskriminierungsformen wie Rassismus.

    Correction: Fordern Sie die Gruppen auf, Beispiele für Speziesismus im Alltag zu sammeln und diese mit historischen Beispielen von Rassismus zu vergleichen. Nutzen Sie die Diskussion, um die Willkürlichkeit von Speziesismus zu verdeutlichen.

  • Während der Whole-Class-Debatte zu Ernährungskonsequenzen: Manche Schülerinnen und Schüler denken, dass Singers Ethik zu extremem Aktivismus führt. Achten Sie auf die Argumente in der Debatte und lenken Sie die Diskussion auf die Nuancen von Präferenzen und deren Gewichtung.

    Correction: Nutzen Sie die Debatte, um die Schülerinnen und Schüler gezielt nach Beispielen für minimale Präferenzen (z.B. Bequemlichkeit) und zentralen Präferenzen (z.B. Schmerzvermeidung) zu fragen. Zeigen Sie auf, wie Singer zwischen diesen unterscheidet.


In dieser Übersicht verwendete Methoden