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Philosophie · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Utilitarismus: Prinzipien und Vertreter

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil die Schülerinnen und Schüler durch konkrete Dilemmata und Rollenspiele die abstrakten Prinzipien des Utilitarismus direkt anwenden können. Die Auseinandersetzung mit echten Entscheidungsfragen macht die ethischen Theorien greifbar und fördert das kritische Denken.

KMK BildungsstandardsNRW Kernlehrplan Philosophie Sek II, Inhaltsfeld 4: Nützlichkeit und Pflicht als ethische Prinzipien (Utilitarismus)KMK EPA Philosophie, Problembereich: Ethik
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Debatte45 Min. · Kleingruppen

Debatte: Utilitaristische Dilemmata

Teilen Sie die Klasse in Pro- und Contra-Gruppen ein. Stellen Sie Szenarien wie Organspende eines Gesunden vor. Jede Gruppe bereitet 3 Argumente vor, debattiert 10 Minuten und fasst zusammen. Rotieren Sie Rollen für Fairness.

Erkläre die Grundprinzipien des klassischen Utilitarismus nach Bentham und Mill.

ModerationstippStellen Sie für die Gruppen-Debatte klare Debattenregeln auf, z.B. feste Redezeiten und die Pflicht, Argumente auf die Prinzipien der Vertreter zu beziehen.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülern ein hypothetisches Szenario vor, z. B. die Entscheidung, eine seltene Ressource nur einer kleinen Gruppe von Menschen zur Verfügung zu stellen, die sie am dringendsten benötigt, oder sie breiter zu verteilen. Bitten Sie die Schüler, die Situation aus der Perspektive des Handlungs- und des Regelutilitarismus zu analysieren und zu diskutieren, welche Konsequenzen jede Perspektive hätte.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Gruppenpuzzle50 Min. · Partnerarbeit

Fallstudien-Analyse: Bentham vs. Mill

Verteilen Sie Fälle wie Umweltpolitik oder Tierrechte. Paare wenden Benthams quantitative und Mills qualitative Methode an, erstellen Vergleichstabellen und präsentieren. Diskutieren Sie Ergebnisse im Plenum.

Differentiere zwischen Handlungs- und Regelutilitarismus.

ModerationstippLegen Sie für die Fallstudien-Analyse die Texte von Bentham und Mill nebeneinander aus und markieren Sie die zentralen Unterschiede farblich heraus.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler eine Karte mit dem Namen eines Vertreters (Bentham oder Mill) und einem ethischen Problem (z. B. Tierschutz, Impfpflicht). Die Schüler sollen eine kurze Erklärung verfassen, wie ihr Vertreter das Problem wahrscheinlich angehen würde, und dabei auf seine spezifischen Prinzipien eingehen.

VerstehenAnalysierenBewertenBeziehungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 03

Gruppenpuzzle40 Min. · Kleingruppen

Regel- vs. Handlungsutilitarismus: Rollenspiel

Gruppen simulieren Gerichtsverhandlungen: Eine Gruppe verteidigt Handlungs-, die andere Regelutilitarismus in einem Diebstahl-Szenario. Zeugen hören zu, Jury entscheidet basierend auf Prinzipien.

Analysiere die Bedeutung des Hedonismus für die utilitaristische Ethik.

ModerationstippBeobachten Sie beim Rollenspiel genau, ob die Schülerinnen und Schüler die Regeln oder die einzelne Handlung priorisieren und lenken Sie bei Bedarf mit gezielten Fragen.

Worauf zu achten istPräsentieren Sie eine Liste von Handlungen und bitten Sie die Schüler, zu identifizieren, ob sie eher dem Handlungs- oder dem Regelutilitarismus entsprechen. Stellen Sie dann eine Frage wie: 'Warum ist die Unterscheidung zwischen Handlungs- und Regelutilitarismus wichtig, wenn man die moralische Richtigkeit einer Handlung bewertet?'

VerstehenAnalysierenBewertenBeziehungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 04

Gruppenpuzzle30 Min. · Einzelarbeit

Hedonismus-Kartei: Sortieren und Bewerten

Schüler erhalten Karten mit Freudenarten (sinnlich, intellektuell). Individual sortieren sie nach Mill, diskutieren in Kleingruppen und erstellen eine Klassenhierarchie.

Erkläre die Grundprinzipien des klassischen Utilitarismus nach Bentham und Mill.

ModerationstippFordern Sie bei der Hedonismus-Kartei die Schüler auf, ihre Sortierungen zu begründen und Beispiele für höhere Freuden zu finden.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülern ein hypothetisches Szenario vor, z. B. die Entscheidung, eine seltene Ressource nur einer kleinen Gruppe von Menschen zur Verfügung zu stellen, die sie am dringendsten benötigt, oder sie breiter zu verteilen. Bitten Sie die Schüler, die Situation aus der Perspektive des Handlungs- und des Regelutilitarismus zu analysieren und zu diskutieren, welche Konsequenzen jede Perspektive hätte.

VerstehenAnalysierenBewertenBeziehungsfähigkeitSelbststeuerung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit einem einfachen Beispiel, das alle Schüler verstehen können, z.B. die Verteilung von Süßigkeiten in der Klasse. So wird der Utilitarismus zunächst intuitiv erfahrbar. Wichtig ist, die Unterschiede zwischen Bentham und Mill nicht nur zu erklären, sondern durch Gegenüberstellung von Textstellen zu vertiefen. Vermeiden Sie es, die Schüler zu schnell in theoretische Debatten zu führen – stattdessen sollten sie selbst die Konsequenzen ihrer Entscheidungen reflektieren. Forschung zeigt, dass Schüler moralische Theorien besser verinnerlichen, wenn sie sie auf konkrete Fälle anwenden können.

Die Schülerinnen und Schüler können die Unterschiede zwischen Bentham und Mill erklären, Handlungs- und Regelutilitarismus anwenden und den Hedonismus als Grundlage diskutieren. Sie erkennen, dass utilitaristische Entscheidungen nuanciert sind und Minderheiteninteressen berücksichtigen müssen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Gruppen-Debatte: Utilitarismus rechtfertigt immer die Mehrheitsmeinung, ignoriert Minderheiten.

    Während der Gruppen-Debatte: Achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler Minderheiteninteressen explizit einbeziehen und diskutieren, wie diese im Gesamtglück berücksichtigt werden können. Fordern Sie sie auf, Szenarien zu entwickeln, in denen Minderheiten besonders betroffen sind.

  • Während der Hedonismus-Kartei: Hedonismus bedeutet nur körperliche Lust, wie bei Bentham.

    Während der Hedonismus-Kartei: Konfrontieren Sie die Schüler mit Mills Unterscheidung zwischen höheren und niedrigeren Freuden, indem Sie sie auffordern, Beispiele für intellektuelle Freuden zu finden und auf der Karteikarte zu verorten.

  • Während des Rollenspiels: Handlungs- und Regelutilitarismus sind identisch.

    Während des Rollenspiels: Fordern Sie die Schüler auf, die gleichen Szenarien einmal nach Handlungs- und einmal nach Regelutilitarismus zu lösen und die Unterschiede in den Ergebnissen zu diskutieren. Stellen Sie gezielt Fragen wie: 'Wäre diese Regel auch dann richtig, wenn sie zu einem schlechteren Gesamtergebnis führt?'


In dieser Übersicht verwendete Methoden